The road map in 5 steps

June 13, 2009

The Junta´s road-map- nearly fullfilled?

Cartoon from Irrawaddy.

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Man- and- nature- made- catastrohy

March 26, 2009

b4blittle

-english excerpt: The swiss assurance "Swiss RE" issued a statistic
about "Castastrophes of 2008". Cyclone Nargis causes the most death
victims, "noone has an assuarance"-Report

I Swiss Re

Die schweizer Rückversicherung “Swiss Re” zog Bilanz  und veröffentlichte einen Bericht der  “Natur und Man-made Katastrophen” im Jahr 2008   (download deutsch)

Das  48 Seiten starke Werk, führt, nach einer allgemeinen Einführung in das Thema und einer Beschreibung der Folgen für Versicherer die Katastrophen des vergangenen Jahres auf 21 Seiten  noch einmal statistisch akriebisch genau vor Augen.

311 Katastrophen gab es die in Sektionen aufgeteilt den Leser an  Bilder und Töne der Medien, die darüber berichteten, erinnern. Nüchterne Zahlen und Statistiken in der Form zusammengestellt gibt es im Nachgang… bei einer Versicherungsagentur?

erstaunlich?erstaunlich! erstaunlich.

II  Zahlen kompakt:

- 311 Katastrophen  des Jahres 2008 , davon 137 Naturkatastrophen wie Zyklone, Überschwemmungen, Erdbeben, Dürre etc. und 174 “man -made” Katastrophen:

“Die von Menschen verursachten Schäden forderten 5600 Todesopfer. Die meisten starben bei Schifffahrts- und Bootsunfällen sowie bei Bombenattentaten und sozialen Unruhen. Bei den dadurch entstandenen versicherten Schäden in Höhe von 7,8 Milliarden Dollar fielen Industriegroßbrände, Explosionen und Schäden im Energiesektor am stärksten ins Gewicht”(Welt)

- 248 500 Todesopfer weltweit, davon 228000 Menschen im asiatischen Raum, davon 138 000 während des Zyklon Nargis

-wirtschaftlicher Schaden gesamt: 269 Mrd. US Dollar,davon enttanden Schäden in Höhe von 44,7 Mrd. durch Naturkatastrohen

Die Kosten für die Sachversicherer, sofern vorhanden,  beliefen sich auf 52,5 Mrd USD

II Nargis

die Fakten zu “Nargis”, dem schwersten Unglück in der Geschichte Burmas:

-84 500 Tote, 53 800 Vermisste, 1,5 Millionen Obdachlose.

- das zweit schwerste Beben der Region seit der Flutkatastrophe 1970 in Bangladesh

-  mit der Summe von exakt 138 373 Todesopfern liegt Zyklon Nargis auf “Platz 1 der todesreichsten Katastrophen des Jahres.

III Versicherungsfall Burma?

Und dennoch: ein “Versicherungsschaden” sei nicht entstanden, entgegen etwa dem chinesischen Erdbeben. Hier wird der Versicherungsschaden auf 366 Mio. US Dollar berechnet. Die Erklärung liest sich mit “westlichen” Augen leicht: Versicherungen gibt es in Burma, sowie in anderen asiatischen Ländern, nicht.

Die Folge, so die Swiss Re:

Privatpersonen und Unternehmen müssen die Schäden selber zahlen– wenn sie denn können.

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The “dirty dozen”

March 13, 2009

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I Welttag gegen Internetzensur- Enemys of the web

Pünktlich zum Welttag der Internetzensur veröffentrlicht die Organisation Reporter ohne Grenzen einen neuen Untersuchungsbericht zum Zustand der freien Meinungsäußerung im Internet. Und nennt ihn passend “The enemys of the web”-

Das “dreckige Dutzend”, mit Namen verbunden

It names the 12 enemies as Burma, China, Cuba, Egypt, Iran, North Korea, Saudi Arabia, Syria, Tunisia, Turkmenistan, Uzbekistan and Vietnam, arguing that the “dirty dozen” have all transformed their internet into an intranet.”(guardian)

II Gründe

Die Gründe, warum Staaten das Internet kontrollieren wollen beschreibt ROG :

“Unter dem Vorwand, moralische Normen, die nationale Sicherheit, Religion oder die Rechte ethnischer Minderheiten oder gar das ‘spirituell-kulturelle’ und wissenschaftliche Potenzial eines Landes zu beschützen, wird in vielen Ländern Internetzensur betrieben” schreibt ROG(heise)

Rund 70 Cyber Dissidenten sind derzeit noch immer in Haft. Die Auflistung der “Reporter” führt auch die beiden burmesen Zarganar und Nay Phone Latt auf. Zur dortigen Internet-Infrastruktur schreibt das deutsche ROG: “Mit weniger als zwei Userinnen und Usern pro 1.000 Einwohner/innen gehört Birma zwar zu den Ländern mit der weltweit schwächsten Internet-Infrastruktur. Die staatliche Online-Überwachung ist dafür umso strikter. Die Gesetze zu elektronischer Kommunikation sind überaus streng: So können Blogger/innen, die Kritik an der Regierung formulieren, zu drakonischen Haftstrafen verurteilt werden. Betreiber von Internetcafés müssen persönliche Daten und Anschrift der User/innen festhalten. Für eine private Internetverbindung ist die Erlaubnis der Regierung nötig. “ Der Bericht als pdf ist hier direkt als pdf-Datei downloadbar.

Gedenken

September 27, 2008

Der Jahresgedenktag des bimesischen/burmesischen /myanmarischen Aufstandes. Viel ist geschehen, geschieht und wird geschehen. 

Mit der Aufstand der Mönche wurde vieles gewagt- die Reaktion der Junta das brutalst mögliche.

Die Folgen: Unterjochung und Vertreibung, Zensur, Inhaftierungen, Menschenrechtsverletzungen, Hungersnöte. Verbrechen, wegen derer Regierungsinhaber anderer Staaten längst vor ein UN-Tribunal gezogen, und verurteilt wurde. Im Falle des “amtierenden” Diktators Than Shwe, schaffen es UN- Beauftragte es schon garnicht mehr, ihn zu treffen.

In diesem Beitrag, an diesem Tag  sei an alle Todesopfer gedacht, die für  ihre Idee von einem freien, friedvollen Land, dass sie “Heimat” nennen können, sterben mussten. Und an die  Angehörigen und Feunde, welche die Toten beweinen.

Gedacht sei ebenso  an all jene Burmesen, egal ob im Land selbst oder aus dem ausländischen Exil heraus agierend, die an der einen Idee festhalten, und dafür kämpfen:

F R E E  B U R M A

 

Damit das Bild ihres Landes bald scharf und klar vor ihnen liegt. Und nicht wieder verschwimmt.

 

Naturkatastrophe 2-Hungersnot bei den Chin

September 12, 2008

I Vom Wissen und Verschweigen

Vier Monate sind vergangen, da sich die Militärregierung nach der Katastrophe namens Nargis herausredete, und die Frage nach dem Aussetzen koordinierter Soforthilfe mit “logistischen und nachrichtentechnischen Problemen”( um es mal “nett ” auszudrücken) beantwortete. Than Shwe war in der Kunst des Beschwichtigens damals so gut gewappnet, daß er über das Radio verlauten ließ, es sei alles in Ordnung. Aus heutiger Sicht weiss man, was die Regierung damals wusste und was nicht.  In Deutschland gäbe es einen Untersuchungsausschuß darüber, oder sogar die Vertrauensfrage.

II Alle  50 Jahre wieder  

Doch diesmal gibt es keine Ausreden.  Die neue Hungersnot ist schon da, seit März im genauer zu sein. In der Chin-Region, nördlich des Irrawaddy-Deltas, im gebirgigen Grenzgebiet zu Indien. Man wusste dass sie kommt, denn sie kommt zyklisch. Eine “Laune” der Natur ist dafür verantwortlich.Alle 50 Jahre wieder kommt Maudam, wie das Diseaster bei den Einheimischen heißt. Und man weiß:

“The last three cycles of flowering occurred in 1862, 1911 and 1958, and each time they were followed by a devastating famine.”

 Aber was machen die Militärs, in diesem Jahr?

“This time the ruling military regime has had 50 years to prepare for it, yet it has still proved unable and unwilling to respond.”(The Guardian)

Trotz der Hungersnot hält die Junta noch immer an makaberen Steuereintreibungen fest, die an die Abgabe des mittelalterlichen “Zehnten” erinnern.  In dem Bericht der CHRO mit Namen “Food Scarcity and Hunger in Burma’s Chin State” wird hierauf(download als pdf) verstärkt eingegangen. In der Rezension zu dem Report heisst es:

“(They report also about) pressures on farmers from corruption and excessive taxation such as the regime’s 2,000 kyats per family “farming permit” plus confiscation of 240 kilograms of harvested rice.”

(Project Maje)

Aber eins nach dem anderen….

III unliebsame Natureignisse

Melocanna baccifera, eine seltene Bambus-Art die im Nordwesten Indiens, in Bangladesh und in der westlich gelegenen Chin Region Burma´s wächst, treibt im Abstand von 50 Jahren eine Frucht aus. Danach stirbt die Pflanze, Samen fallen auf den Boden. Die Pflanze wächst wieder, der Zyklus beginnt von neuem.

Diese Frucht nun lockt unliebsame tierische “Gourmets” an: Ratten. Mittlerweile geht man davon aus, dass die frucht aphrodisierende Wirkung auf die Nager habe, denn diese vermehren sich extrem schnell und vielzahlig. Es kommt zur Rattenplage. Nachdem sie die Felder geplündert haben machen sie sich über die Dörfer her,fallen über die Nahrungsmittel, Vorräte her. Seuchen und Hungersnöte folgen. 

“A cruel twist of nature”, wie gesagt. Er kommt erwartungsgermäß alle 48 bis 50 Jahre.   Dieser Zyklus begann bereits vor zwei Jahren in Indien, kam im Januar nach Bangladesh und zog im März weiter nach Burma.

 

IV Indien bereitete sich vor

Nachdem in Indien der letzte Zyklus  1958/59 eine schwere Hungersnot auslöste, die schlussendlich zu einer 20 -Jahre anhaltenden Rebellion der Mizo- führte, bereitete man sich in diesem Zyklus vor. Der Telegraph berichtete im Mai 2007:

“Efforts to control the rodent plague in the north east Indian state of Mizoram have led the local government to offer a reward of one rupee (1.2 pence) for every rat tail delivered to the authorities. More than 400,000 rats have already been killed..”

Einige Bewohner glaubten, die Hordenführer gesichtet zu haben, Legendenbildung:

“There are also unconfirmed local reports of giant rats – known as Chawmnu and about the size of a female pig – stalking the villages. They are said to be the leaders of the other rats and a special reward of 1,000 rupees (£12) has been offered by the government for one of them – dead or alive.”

Der Minister des Staates Mizoram,  Zoramthanga,  war eine der führenden Köpfe der Rebellion, und kannte die letzte Hungersnot. Bereits im Oktober 2005, da sich abzeichnete, dass “es” bald passieren würde, sendete  Militärsoldaten los, die auf Rattenjagsd gehen sollten. Vorkehrungen der Regierung:

“We are taking all measures to fight the impending Mautam. We are encouraging people to kill rats, we are telling farmers what to do and we are asking Delhi to rush huge additional supplies of food grains to feed our people when the crop shortfalls happens.”

Nach Schätzungen des indischen Landwirtschaftsministeriums war mit einem Defizit von 75% zurechnen, von einer Wiederholung einer Hungsnot wie 1958 redeten nur wenige, denn

“with transport links and grain stocks improving dramatically since then, it is expected that the central government and armed forces will be able to prevent complete disaster by a generous package of aid.”

 

V Die Situation der Chin

Die Chin, sind eine ethnische Minderheit im Land. Ein Volk, dass in einer der isoliertesten, unterentwickeltesten Regionen lebt. Sie sind zu  80% Christen, zudem Budhisten, Juden. Ihre Existenz sichern sie sich durch landwirtschaftlichen Eigenanbau. Eine ethnische Minderheit, gezwungen in Armut zu leben.

 “A typical urban-dwelling family in Chin State pays over 200, 000 Kyats a year to the military government in mandatory `donations,` fines and taxes, while a rural household is forced to pay at least 100, 000 Kyats per year.Under this circumstance, Chin people have been for years forced to live in abject poverty.
Denn so ergänzt Free Burma Rangers die Situation der Farmer in Zahlen:

In this area approximately 50% of the farmers got 10% of their expected rice harvest, 30% of the farmers got 5% and another 20% of the farmers did not get anything.” 

In diesem Jahr ist die Plage besonders schlimm. Desaströs. Eine 74 -jährige Dorfbewohnerin erzählt warum:

“In the past the bamboo flowered all at one time. The rats came, destroyed our crops, and then left. This time the bamboo is flowering in patches and each time it flowers, a new wave of rats come. Previously, we suffered for just one or two years, but now we are worried it may last seven or eight years.”

Wie die im kanadischen Exil ansässige  Chin Human Rights Organisation im Juli schätzte

 ” up to 200 villages are affected by severe food shortages and at least 100,000 people, or 20% of the population of Chin, are in need of immediate food aid.”

Jetzt verlassen viele ihre Dörfer.Nicht nur aufgrund der Repressalien. Jetzt treibt sie zudem der Hunger fortauf die Suche nach Essbarem. Völkerwanderung in den Dschungel.Dort gibt es erstmal wilde Früchte, Wurzeln. Manchmal gibt es auch Rattenfleisch. Jedoch, nüchtern medizinisch betrachtet:

“Attempting to live on rats and roots may not provide enough nutrients and carbohydrates, particularly for children, the elderly and pregnant or nursing mothers. Also, the rats’ meat is often contaminated by poisons used to kill them.”(Project Maje)

Die Hoffnung auf ein besseres Leben führt sie danach auf schmalen Wegen durch die Berge nach Indien. Wie khaipi berichtet, seien bereits im Juli 1000 Burmesen illegal in Indien eingetroffen.

“Every day, scores of villagers follow a tortuous mountain track to an unmanned border post into India, battling monsoon downpours, knee-deep mud and malaria. Some move to India for good, others like Chitu trek for days to buy food and haul it home. “Every single week we have to walk to India to buy rice there. The round trip takes four days. My children have had to stop going to school because they have to spend all their time carrying rice.”(guardian)

Der Reporter des Guardian Pete Pattisson hat Szenereien in den Dörfern filmisch festgehalten:

http://www.guardian.co.uk/world/video/2008/sep/10/burma.famin

 

VI erschwerte Hilfe- “If you eat it, you will vomit !”

NGO´s wissen bereits seit langem um die Not der Chin, und versuchen zu helfen-stoßen jedoch auf Behinderungen durch die JuntaDie NGO “Free Burma Rangers” beschreibt das Verhalten die Zustände  am 19.07.

The military regime is obstructing relief to the famine-affected areas. Christian associations have given rice but the Burma Army camp officers have not allowed those donations through to villagers in many areas. The military government has not helped the farmers whose fields were eaten by rats. Moreover, the regime’s soldiers have used the rice at the Army Camps. Our Free Burma Ranger team has gone directly into villages and distributed rice to famine-affected villagers. The news of these distributions has reached the Burma Army camps. Army officers reportedly got angry and then warned and intimidated villagers, saying things like, “one day you must vomit up that rice”

CHRO berichtet über eine Spende einer römisch -katholischen  Hilfsorganisation:

“CHRO has learnt that more than 300 bags of rice donated by Roman Catholic Church as relief aid for famine victims were seized by local authorities in Paletwa. A mandatory purchasing order was imposed on residents of Paletwa town by the authorities to buy the seized rice at an overpriced rate. Another 150 bags of rice donated for famine victims by the Church of the Province of Myanmar were also seized and sold for profits by the same local authorities during the month of February.”

Der Direktor der CHRO sagte in einer Presseerklärung:

“Unfortunately, this tragic natural cycle is made worse by the military regime’s repressive policies against the Chin people where the Burmese soldiers are just living off the local populations through forced labor, extortion and enslavement.” 

Laut B4B- Netzwerkkollege khaipi, der bereits am 02.07. über die Krise berichtete

Statt sie zu verschlimmern, hätten sie sich einfach vorbereiten können. 50 Jahre dürften genug sein, das Beispiel Indien hat es gezeigt.Die Ausrede,sollte sie denn kommen, “sie seien ja erst 42 Jahre an der Macht”, zählt gewiss gewiss nicht!

VII Nargis vs Maudam

“Maudam” ist die zweite Naturkatastrophe des Landes im Jahr der Ratte.

Und sie begann bevor Nargis wütete. Doch sie blieb in westeuropäischen Gefilden weitestgehend nicht beachtet. Ein Volk leidet Hunger. Die Regierung schaut zu, und weiß die Chin in “abgeschottet”, in einer Bergregion, in welche ausländische  Hilfsorganisationen alleine gewiss nicht hinwollen.

Hierzu schreibt der Normblog:

“Burma already has one major humanitarian crisis on its hands. Cyclone Nargis swept the south of the country at the start of May, and around 140,000 people either perished in the storm or are missing, presumed dead. However, while rescue and rehabilitation services are stretched, assistance is being delivered to affected areas by ordinary people, government officials and aid agencies.

By contrast, the famine spreading across Chin State is largely unaddressed. People are not driving cars laden with food into the Chin Hills. To do so would require a return journey of many days from Rangoon or Mandalay. The government is not redirecting services to the disaster zone. It has already diverted as much as it can to Nargis relief. Aid agencies are not present on the ground. They find it almost impossible to access the area.”

Konkret direkte Hilfe ist dringlichst von Nöten, so schließt der Normblog seinen Bericht, und gibt folgende NgO´s als Ansprechpartner an:

Chin Famine Emergency Relief Committee

 Christian Solidarity Worldwide

Free Burma Rangers

Humanitarian Aid Relief Trust. (Professor Ian Holliday, Dean of Social Sciences, The University of Hong Kong)

 

- to be kept actual-

 


Haft und Menschenrecht in Burma

September 10, 2008

Seit Anfang September wurden zwei Berichte veröffentlicht, die sich mit den Themen pooiltische Gefangene und mit den Menschenrechten in Burma beschäftigen. Überraschend Neues gibt es nicht- in beiden Fällen ist duie Situation “wie gehabt”. Birma News United fasst sie zusammen, und berichtet über zudem über neuere Entwicklungen im Fall der häftlinge Zarganar und Nasy Phone Latt. 

I 2.September: politische Häftlinge?

Am 2.September meldete sich die Assistance Association for political prisoners”(AAPP) zu Wort, und veröffentlicht eine Erklärung zur aktuellen Situation politischer Häftlinge. 

Ihr Sprecher Tate Naing erinnert an ein Versprechen der regierenden Partei SPDC aus dem Jahr 2007:            “At the end of 2007 when Gambari came [to Burma], the SPDC said that those who were arrested in August-September had been released and promised that that there would be no further arrests..” (DVB)    Doch es hat sich nichts geändert. Die AAPP zeigt in ihrer Pressemitteilung, dass sich nichts geändert hat. Die Junta verurteilt weiter, bereits Inhafterte werden keinstenfalls freigelassen. Allein im August     “at least 39 activists in August 2008, and 21 activists were imprisoned.”                                                  Im ersten Halbjahr 2008 beläuft sich die Zahl der Inhaftierten bereits auf 286 Menschen.                         Diese sind großteils  Mitglieder der National League for Democracy (NLD) oder Mitglieder studentischer Organisationen wie der HRDP, oder ganz einfach “nur” Menschenrechtsaktivisten. Die Verhaftungen seien nicht nur wegen aktuell begangener Straftaten sondern auch wegen Aktivitäten aus dem August bzw. September 2007 erfolgt. Viele von ihnen seien verhaftet, direkt verurteilt  und in direkt Arbeitslager geschickt worden.

Dass der Diktator Than Shwe das oben beschriebene Versprechen nur aus diplomatischjem Geschick heraus versprach, war AAPP-Verantwortlichen klar. Enttäuscht sieht  Ko Tate Naing die vergangene  UN-Missionen gescheitert. Wieder einmal. Trotz des Aufrufs der UN und des Besuchs eines hohen Kommisars im Land. Tate Naing zieht den Schluß:

“the regime continues to arrest and imprison democracy activists with impunity. This means that the regime is not cooperating with the United Nations or the International Community. Due to these facts we need to reconsider the process of UN involvement in Burma.”

Abschliessend fragt er, 

“Wie lange Zeit die UN und ihre Mitgliederstaaten noch brauchen werden,

“to understand that the rule of law does not exist in Burma and that the people they recognize, refer to and negotiate with as the government of Burma are nothing more than an illegal and brutal dictatorship?”

In zwei Anhängen  gibt die Organisation am Ende der Veröffentlichung die Name der Gefangenen mit Adresse, Begründung der Verhaftung, Strafmaß und Gesundheitszustand bekannt, und macht so auf erneute Menschenrechtsverletzungen greifbar

-eine Online Petion der AAPP “Free Burma Prisoners” findet man hier

 

 

II Schauprozesse im August: Nay Phone Latt und  Zarganar 

In Ergänzung zu der Veröffentlichung der AAPP sei berichtet, dass im Schatten Olympia´s und vor der Ankunft Ibrahim Gambari´s in Schauprozessen drei bekannt gewordene Regimekritiker und Menschenrechtaktivisten verurteilt wurden..

a) Nay Phone Latt 

Eine erneute Verurteilung widerfuhr dem burmesischen Internet-Aktivist und Betreiber mehrerer Internetcafés Nay Phone Latt am 12.08. Dies berichtete am 13.08. Reporter ohne Grenzen :  

Nay Phone Latt wurde am 29.01. verhaftet und in das Insein-Gefängnis gebracht, wo er seitdem gefangen gehalten wird. Er besass damals ein auf der schwarzen Liste des Militärs stehendes Video- verboten, unsd so lautete die erste Anklage 

Nay Phone Latt was initially charged under article 32 (b) of the Video Act, which carries a maximum sentence of six months in prison.” 

Am 07.Juli wegen Diffamierung des Staates  nach Artikel 505 (b)  auf unbestimmte Zeit verhaftet, fand man zu dem neuen Termin im August neue Beweise gegen ihn:

“The police said they found articles showing disrespect for the government in his email inbox. He was  charged under sections 33 (a) and 38 of the Electronic Act”

Wie hoch das Strafmaß ist ist unbekannt. Auf seinem in burmesischer Sprache gehaltenen  Blog , der bis zum 22.01. geführt wurde findet man einzelne Passagen in englisch. Etwa diese, vom 10.1.:

r ေပးမယ့္လူကို ေစာင့္ေနဆဲပါ။ ဘာပဲျဖစ္ျဖစ္ We Blog … We Unite ဆိုသလို ဆံုၾကရေအာင္ပါ။ အခက္အခဲနဲ႔ သိခ်င္တာေလးေတြ ရိွရင္ ဒီဖံုးနံပတ္နဲ႔ 

und dann folgt, in roter Schrift:

–Access has been denied–

über Nay Phone Latt: inadaequat vom 02.02. und  03.02., 

 

b) Zaganar (s.a. BNU vom 07.08.)

Zwei Tage später, am 15.August wurde der  Comedian Zarganar verurteilt.

Dass der “Charlie Chaplin Burma´s” einen Schauprozess erhalten würde, mutmassten Beobachter schon seit seiner Verhaftung im Juni. Sie sprachen sogar von einer geplanten Vergeltungsmaßnahme der Junta ihm gegenüber. Denn von der erneuten  Verhaftung bis zur Verurteilung ließen die Militärs ihn ihre Macht spüren. Mehrfach wurde ein Anhörungstermin festgesetzt, der jedoch kurz vor der Durchführung platzte.(Mizzima News vom 07.08)

Dem seit 1988 fünf Mal verurteilten Maung Thura aka Zarganar wurden sieben Anklagepunkte zur Last gelegt.  Ifex berichtet am 18.08. :

He was charged  “with violation of Section 505(b) and Section 295 of the Criminal Code Damaging or Defiling a Place of Worship with Intent to Insult the Religion), Section 17(2) of the Unlawful Associations Act, Sections 32(b)/36 of the Video Act and Sections 33(a)/38 of the Electronics Act.”

Zudem seien Photos von ihm auf Exil-burmesischen Webseiten erschienen, wie etwa Mizzima News und Irrawaddy. Dies beweise zarganar´s Unzufriedenheit gegenüber der Militärregierung.                               “They also submitted the transcript of a radio interview given by Zarganar to BBC and VOA,” Aung Thein said.”

Zargananar erhielt eine Gefängnisstrafe, die aufgrund der Verurteilung nach Art.33(a)/38 und 505(b) zwischen 7 und 17 Jahren variieren kann.

                                                                                                                                         

III 08.09.: Menschenrechte?

Was für die politischen Häftlinge gilt, gilt auch für die Menschenrechte- keine Veränderungen.Ein Beweis mehr liefert die Human Rights Documentation Unit (HRDU), des National Coalition Government of the Union of Burma Am 08.09. veröffentlichten sie   das  Human Rights Year Book 2007. Mit 964 Seiten und 380.000 Wörtern ist es

” not only the largest and most comprehensive report ever published by the HRDU, but is also quite likely the single largest report ever produced on the human rights situation in Burma.”(NCGUB)

Die Documentation Unit trug in demHandbuch tausende Nachrichtenartikel, UN-Stellungnahmen und Berichte aus dem Jahr 2007 zusammen und                                                                                    “ documents the continuing and systematic perpetration of human rights violations in Burma as they occurred across the country throughout 2007.” 

Die Bilanz im vierzehnten Erscheinungsjahr ist wie erwartet ernüchternd. Das Jahr 2007 in Burma  war geprägt durch Menschenrechtverstöße jeder Art: Erpressungen, Mißhandlungen, willkürliches Handeln und Verhaftungen, Zwangsumsiedelungen, Presse- und Internetzensur u.v.m.                                      Dr. Sann Aung, Präsident der HRDU kommentiert:

“Whether we look at it in terms of the time elapsed since the Saffron Revolution last year or over a longer timeframe since the uprisings in 1988, the result is the same…..While it is difficult to say conclusively that the human rights situation in Burma is getting worse, we can say that it certainly isn’t showing much improvement.”

Das aktuelle Human Rights Year Book 2007 ist, ebenso wie die älteren Ausgaben  auf der Homepage des NCGUB  downloadbar.

IV B4B-Blog 4 Burma

Das Netzwerk B4B schreibt aus  fünf Nationen über die Entwicklungen in Burma. Am aktuellsten ist man über den abbonierbaren Feed informiert.


Gambari II

August 29, 2008

Der vierte Besuch Gambari´s- er war gescheitert. Einstmals nachgerade tollkühne ausgeführte Aktionen, wie etwa das “ausser Landes Schmuggelns” eines Briefes von Aung San Suu Kyi´s im November 2007

“that appealed to the country’s military leaders to put aside their differences with her and to work together on national reconciliation for the sake of the whole country.”(Asian Times)

gehören der Vergangenheit an. Selbst die Verfasserin des Briefes wollte den ehemaligen Aussenminister Nigerias diesmal nicht sehen.

Geht man auf die Suche nach Gründen für das Scheitern, kommen einige mögliche Gründe zusammen. Spurensuche.

I Die Kunst, mediale Präsenz zu terminieren

Das Ehepaar George und Laura Bush hätten ihre Asien-Reise, die Begegnungen mit burmesischen Dissidenten und den burmesischen Flüchtlingen zeitlich nicht besser planen können:

Sie waren beide auf der Durchreise zur Eröffnung der medialen Supershow des Jahres, der Olympiade in Peking.  Bevor sie begann. Was sie also  auf diesem “Zwischenstopp” zu sagen hatten, was sie an Versprechen mit  nach Peking nahmen, und vorab der chinesischen und burmesischen  Regierung via Presse mitzuteilen hatten wurde verstärkt wahrgenommen.  Danach geschrieben und gelesen.(BNU berichtete). Nach dem Aufenthalt in Bangkok ging es weiter nach Peking, die Eröffnungsfeier. Und ein Tross Journalisten und Fotografen, Kameramänner und Frauen flog gewiss mit.

Ibrahim Gambari flog “hinterher” in die asiatische Region. Nachzügelnd sozusagen. Während die ” Medien-Show des Jahres” noch in vollem Gange war, und den  Focus verrutschten ließ- der olympische Geist wehte, und galt medial eingefangen zu werden. Das Medieninteresse nur halb so groß.Die Aufmerksamkeit halb so groß.

Was wäre gewesen wenn die Reise vorgezogener stattgefunden hätte? Wäre er dadurch mehr ins global-medial Interesse gerückt? Hätte er dann mehr bewirken können?

II Die UN unter Druck- Die Sache mit den Hilfsgeldern

Ibrahim Gambari reiste im Auftrag einer Institution, die nur vier Tage zuvor öffentlich zugestehen musste, dass schätzungsweise 1,56 M $ der gespendeten Hilfsgelder für Burma an die Junta “verloren” gegangen seien. Verloren im Umrechnungsdschungel. Verloren im Umrechnungsreglementierungswerk und den Deviseneinfuhrbestimmungen der Militärjunta und  deren komplizierten Reglementierungen.

World News Australia erläutert am 14.08. das Einfuhrverbot der burmesischen Regierung.                                                                                                          Wenn die UN harte US-Dollar ins Land brächte, erhalte es als Gegenwert sogenannte ” Foreign Exchange Certificates (FEC)”, die eigentlich dem Wert eines Dollars entsprächen. Diese können nun in die burmesische Währung Kyat umgetauscht werden

“but they are being changed at a rate of about 900 kyats to one, or 23 per cent less than the current exchange rate of 1,170 kyats for one US dollar”

Bereits Ende Juli hatte man dies vermutet, damals war man jedoch von einem Verlust in Höhe von 10 M$ ausgegangen.

Damals hatte der Independent u.a. darüber berichtet, und den Entschuldigungsversuch des zuständige UN Sekretär “for human affairs”John Holmes, zitiert:

“We were arguably a bit slow to recognise… how serious a problem this has become for us,”

Weiter heisst es:

“Mr Holmes said he did not know where the money was going or who was directly benefiting.” Und dann musste er doch noch etwas zugeben: UN Mitarbeiter hätten ja soetwas schon seit Juni “geahnt”.

Einen Monat später nun berichtet WorldNews Australia, über einen hilflosen UN-Koordinator vor Ort, Daniel Baker. Dieser muß nun zugeben, dass nicht das ganze Geld erhalten wurde, und weiß um die Reaktion der Spender:

“donors are extremely worried and keen to see that this issue is resolved”(Australian World News)

Die Zeitung beschliesst ihren Artikel mit noch einer Zahl:

“Rebuilding Burma’s cyclone devastated regions and providing aid to millions of victims is expected to cost $US1 billion ($A1.14 billion) over the next three years.

Mit diesen Zahlen im Hinterkopf reiste ein US-Gesandter nach Burma “also known as Myanmar”. Reist in das Land um politisch zu verhandeln, ein Schwert des finanziellen Alptraums im Nacken.                                                                          (Aus dem finanziellen Blickwinkel heraus hätte sich Than Shwe aber wenigstens sehen lassen können- um “danke” zu sagen. Die feine englische Art ist das auch nicht unter Diplomaten.)

III Das Militär unter Druck unterdrückt

Als Gambari nach Burma reiste, hatten die Burmesen bereits eine erneute Welle von Repressalien hinnehmen müssen. Die Junta reagierte gewohnt brutal, nachdem innerhalb von nur zwei Tagen

  • Bush Dissidenten traf
  • die olympischen Spiele eröffnet wurden, und damit die kritische Auseinandersetzung des chinesischen-burmesischen Verhältnisses noch kritischer unter die Lupe genommen wurde
  • und nicht zuletzt der Gedenktag der 1988´er Revolte ins Haus stand

An jenem 08.08., dem Gedenktag des Aufstandes von 1988 demonstrierten die Junta einmal mehr ihre Machtpotentiale. Wohlweisslich hatten sie zeitig  dafür gesorgt, daß Kundgebungen und Demonstrationen im Land im Keim erstickten.

Aus den Reihen des Blog4 Burma Netzwerks berichten über den Tag bereits ausführlich:

-Adaequat beschreibt, wie schon frühzeitige “Massnahmen”der Militärs sichtbar waren, Kundgebungen zu unterdrücken, Demonstranten zu inhaftieren.

inadaequat stellt historisch -und moralische Verknüpfungen um den 08.08. zussammen, und resümiert umfassend.

Kathy fasst den Tag für französische Leser zusammen

Birmania Libre zeigt Videos und Fotos des Tages

Ergänzend sei hier auf einen Artikel aus der Gulf Times vom 09.08. verwiesen, der dias Vorgehen der Militärs einmal mehr schildert:

“Myanmar’s junta arrested 48 activists yesterday for a protest march marking 20 years since the army crushed an “8-8-88” democracy uprising with the loss of an estimated 3,000 lives, an opposition official said. The group of mainly young men in t-shirts bearing the numbers 8-8-88 – a reference to the August 8, 1988 nationwide revolt – staged a silent walk through the northwest town of Taunggok before being stopped by a police barricade.“They were all picked up and are being questioned at the moment,” Ko Thein Naing, a local official from the opposition National League for Democracy, told Reuters.. “

War es den Burmesen im eigenen Land nicht möglich sich laut zu äußern, taten dies Exil-Burmesen und Sympathisanten im(benachbarten)  Ausland:

“In Bangkok and Manila, dozens of protesters chanted anti-junta slogans, burnt Myanmar flags and waved placards calling for the release of democracy icon and Nobel peace laureate Aung San Suu Kyi..”

siehe über Aktionen im Ausland auch: CNN ” Protest mark Myanmar  anniversery “

(via Irrawaddy)

IV Un-Endlosschleife

Und die UN? Sie formuliert Forderungen an Than Shwe und diktiert so Gambari´s Marschroute, standhaft diplomatisch .

“The United States is steadfast in its call for Burma’s leaders to immediately release these and all other political prisoners. The regime also must begin a genuine dialogue with the democracy movement’s leaders and ethnic minority leaders on a true transition to democratic government. Improved relations between the two countries depend on the Burmese regime taking credible steps in this direction.”(VoA, am 13.08.)

Gründe mag es ergo viele gegeben haben, warum in den sechs Tagen nicht so recht geklappt hat, mit den heeren Zielen der UN und Mr. Gambari in Burma. Doch wichtig ist, und bleibt “was hinten rauskommt”- und das ist in diesem Fall wenig, und wird schwerstens kritisch reflektiert.

Etwa im Wall Street Journal vom 28.08.

“Why bother? With no real resolve at the U.N. or the Association of Southeast Asian Nations to bring about political change in Burma, Mr. Gambari’s visits are meaningless. The generals recognize that. It’s time the U.N. did, too.”

V zum Schluß- der “Vertipper”

Burma, Birma, Myanmar- man erklärt ja immer wieder gerne,  dass diese drei Bezeichnungen ein und  das selbe Land meinen, fast “spielt” man mit den Synonymen. Wie etwa die Time :

“Burma, also known as Burma….”

Gambari´s vierter Versuch I- failed

August 27, 2008

I Pläne

Ibrahim Gambari hatte sich bei seinem vierten Besuch in Burma wieder einmal viel vorgenommen.           Focus online meldete am 15.8.:

“Der UN-Sonderbeauftragte Ibrahim Gambari will sich der kommenden Woche in Birma erneut um eine schrittweise Demokratisierung des Landes bemühen. Der Spitzendiplomat soll am Montag( der 18.08., Anmerkung des Verfassers) in Rangun eintreffen. Es ist Gambaris vierter Besuch seit der blutigen Niederschlagung friedlicher Proteste durch das Militärregime im vergangenen September. Die Vereinten Nationen fordern demokratische Reformen und die Freilassung aller politischen Gefangenen einschließlich Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi.”

Die Erwartungen waren  hoch, die internationale Gemeinschaft setzte Hoffnungen auf die  Überzeugungsarbeit des 63-jährigen.

“The international community hoped that he would succeed in persuading the military to open a genuine political dialogue with Aung San Suu Kyi and ethnic groups to create a national reconciliation process that could lead to a genuine democracy.”(Asian tribune)

Und eigentlich hatte er sich gefreut, wieder in Myanmar zu sein, nachdem der ursprüngliche Besuchstermin im Mai aufgrund einer Naturkatastrophe namens “Nargis” abgesagt werden musste.  Und auch die Oppositionspartei hatte sich gefreut, er werde es diesmal schaffen, zwischen der Junta und der Oppositionspartei zu vermitteln, so die Hoffnung. Bei seinem letzten Besuch im März  war dies nicht geglückt.  Hoffnungen Gambari´s werden in einem Artikel der BBC wiedergegeben, der auch die Stimmung des Landes vor dem Besuch zusammenfasst:

“Mr Gambari, who aims to promote democratic reform in Burma, is likely to be hoping for a more successful visit than his last one in March, which he described as disappointing.”()Ebenso die Oppositiions      “Hellooo, its showtime again”- via  Irrawaddy

III Der Besuch

Er kam, sah- und blieb eine Woche- dann reiste er wieder ab. Die gesteckten Ziele erreichte er nicht. Es gab wohl Diskussionen über die “Roadmap 2010″ und die Möglichkeiten von Neuwahlen in zwei Jahren.(Burma Berichterstattung) Frei und gerecht sollen sie werden, versprach er Mitgliedern der NLD.

Nyan Win, Sprecher der NLD jedoch bewertete das Treffen kurz und knapp                                                           “as a waste of time”- auf beiden Seiten.

We have made very clear to the UN envoy that the mission should not discuss the upcoming 2010 elections, as the NLD does not recognise the military-backed constitution..The UN envoy was wasting his time on matters that he was not supposed to deal with.(BBC)

Zudem zeigte im die Junta erneut wie ihre Demokratieverständnis aussehe (Yahoo Canada)- und Gambari liess sich lenken, und musste es akzeptieren, dass ihn der Staatschef Than Shwe nicht zu einem Treffen in die  neue Hauptstadt des Landes Nay Pyi Taw einlud.

Der burmesische Exil Journalist Zin Linn schreibt in der Asian Tribune detaillierter, was Herr Gambari stattdessen zu tun hatte:                                                                                                                                 “Instead, Gambari met with the leaders of the ruling junta which has identifies itself as the Union Solidarity and Development Association (USDA). It is a gang similar to Hitler’s ‘Brown Shirts’, which carried out an assassination attempt on Nobel laureate Suu Kyi on May 30, 2003. Scores of her supporters were slaughtered during that pre-meditated attack.” (über die USDA siehe auch Burma Campaign UK)

Auch das Vorhaben, vermittelnd in die am Boden liegende  Kommunikation zwischen der militärischen Regierungspartei und der Oppiositionspartei einzugreifen, schlug fehl.

Und  Aang San Suu Kyi, sagte ein Treffen ab, das von der Junta organisiert war-  liess die Junta ausrichten.

“It is very clear. Aung San Suu Kyi has made it incredibly clear by refusing to meet with Mr. Gambari that she has lost confidence in this process and she refuses to engage in this process,” said  “It is a dramatic step.” zitiert Voice of America Debbie Stothardt, den Sprecher der alternativen ASEAN.

III “Leaving empty handed”

CNN berichtet über das Ende der erneut fehlgeschlagenen Dienstreise visuell wie folgt

War es die letzte Fahrt Gambari´s nach Burma?                                                                                                   Ist er der richtige Mann für einen derart delikaten Job in Rangun?

Larry Jagan gibt ihm keine Chanche mehr. Er habe ausgespielt, “and no more cards to play.”(Asia Times)

Und weiter verknüpft er das Versagen Gambaris mit  Zweifel an der UN:                                               “Gambari’s failure raises doubts about the UN’s future role in Myanmar’s political impasse and perhaps other conflict resolution efforts around the world. In an exclusive interview with Asia Times Online earlier this year Gambari said: “It is our job, and a continuing challenge at the UN to make the impossible possible, and will continue my efforts at mediation regardless.

Der Exil-Burmese  Zin Linn sieht es ähnlich: Hat Gambari eine Chanche in Burma? “Pro-changer’s reply is a resounding no. “No he’s disqualified.”

Er beschliesst seinen Artikel( Asian Tribune )indes in  Gedenken an seine Landsleute, und fragt nüchtern:

“Is it too much for the democratic forces in Burma to expect that the United Nations will quickly come to grips with the Yangon crisis in a more direct manner?

-to be continued-

7.08.08: vom “Zeichen setzen” und “Exempel statuieren”

August 8, 2008

I Zeichen setzen

“Schnell nochmal Burma/Birma /Myanmar in den Focus der Presse rücken, und Zeichen setzen” schien die gestrige Parole des amerikanischen Präsidenten auf seiner Asien- Rundreise gewesen zu sein.                                                       “Noch einmal Flagge zeigen, bevor es zu spät ist, und der Focus verrutscht. “

Than Shwe antwortet auf diese Zeichen, und stellt klar: An der klaren Linie seiner Politik lässt sich nicht rütteln. Auch wenn der olympische Gedanke über den Globus getragen wird, und  gerade weil sein Land  am nächsten Tag einen Gedenktag hat: 20 Jahre Studentenunruhen.                                                         So liegen an nur einem Tag in dieser unseren globalisierten Welt Solidaritätsbekundung  und Abschreckung nah beieinander.

II Solidarität

a) Worte im Trocknen

So traf sich George Bush mit burmesischen Dissidenten in Bangkok/Thailand. Nett, dass er dafür Zeit hatte, liest sich das Programm seiner Asienrundreise doch sehr dichtgedrängt.(White House)

In Gesprächen und einer anschliessenden flammenden Rede sicherte er den Freiheitskämpfern zu,

“mit China über die Probleme in Burma zu sprechen”, denn die USA,wolle sich  für  “ein Ende der «Tyrannei» in Burma einsetzen.” Er rief das Regime auf, die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und alle anderen politischen Häftlinge freizulassen.”(Aargauer Regionalportal)

Bush träfe am Wochenende, ebenfalls zu Gesprächen politischer Natur mit Präsident Hu Jintao, Ministerpräsident Wen Jiabao und Vizepräsident Xi Jinping zusammen.

Ein Mann, ein Gespräch, ein Versprechen:                                                               “We seek an end to tyranny in Burma,”(World News, Australien)

b) as close as…

Indes zeigt sich die First Lady praktischer veranlagt- und wird durch den Regen an der thailändisch-burmesischen Grenze nass.                                                  The “outspoken critic of the junta” (BBC)  besuchte das mit 35 000 Karen-Flüchtlingen besetzte Flüchtlingslager Mae-La an der  thailändisch-burmesischen Grenze.                                                                                              ” So nah an Burma dran war sie noch nie” schreibt die Washinton Post ,  nicht ohne Stolz im Reporterstift, und Begleit-Video auf der Webside, und berichtet über ihren Besuch wie folgt:

“There Laura Bush carried out some first-lady-like activities, sitting in on English and math lessons for students in the Mae La refugee camp…”

USA Today ergänzt:

“Student Saw Aung Nay Lin shyly approached the chalkboard and wrote, a bit ungrammatically: “My life in refugee is better than Burma but I don’t have opportunity to go outside my camp.

Danach besuchte sie das Krankenhaus des Camps unter der ärztlichen Leitung von  Cynthia Maung, ”                                                                                  described by many as the Mother Teresa of Burma, and learned how doctors there treat thousands of poor Burmese for cataracts, missing legs and other problems.” Der Besuch sei Teil einer Kampagne des Weissen Hauses, um den Druck Amerikas auf die Militärregierung zu demonstrieren.

Befragt nach der Situation in Burma, 20 Jahre nach den Studentenunruhen  sagte sie:                                                                                                                           “Twenty years have gone by — everything is still the same or maybe worse in Burma,” she said. “We know that Burma is a very rich country, rich in natural resources. And the junta uses those resources to prop themselves up for their own benefit, not for the benefit of the people of Burma.”

Auf die Frage, warum sie und ihr Mann dennoch zur Eröffnung der olympischen Spiele in ein Land fahren, das international als der grösste Unterstützer und der burmesischen Regierung gelte, antwortete sie:

“As you know, the Chinese depend on a lot of energy imports into China. . . . We urge the Chinese to do what other countries have done — to sanction, to put a financial squeeze on the Burmese generals.…The best solution would be if General Than Shwe’s regime would start real dialogue,” (BBC,Washington Post)

Sprach´s und reiste wieder ab- der Flieger nach Peking wartete.

III  Abschreckung als  Dialogbereitschaft

Derselbe Tag in Burma. Angesichts des bevorstehenden Gedenktages “20 Jahre Studentenunruhen im Land” ist für die burmesische Führung Anlass genug gegeben, zu zeigen was von einer “Dialogbereitschaft” wie von Laura Bush gefordert, gehalten wird- nichts.                                                                         Abschreckung ist besser.

Unruhen hatte das Militär erwartet, und bereitete sich zeitig vor. Der britische Telegraph schreibt bereits am 03.08.:

Thousands of heavily-armed Burmese security forces have been moved to the outskirts of Rangoon days before the twentieth anniversary of an uprising which came close to bringing down the military regime.” Ein westlicher Diplomat beschrieb  die Lage auf den burmesischen Strassen so:

“They are keeping large numbers of security personnel inside the city, out of sight. If they see a single protester in the street he will be picked up in minutes.

Als diese Absicherung organisiert war, verkündete die Militärführung,              “Prime Minister Thein Sein will attend the opening ceremony of the Olympic Games in China.” (Radio Australia)
Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Ein öffentliches Vorzeige-Opfer, das am Pranger der Militär-Justitia steht, gibt es dann pünktlich am Vorabend des Gedenktages.

IV Maung Thura,  genannt Zarganar

Denn an diesem Tag wurde dem regimekritischen Künstler Zarganar(übersetzt: die Pinzette), seit 1986 kritischer Beobachter und extremer Kritiker der Regierung,  der Prozess gemacht. Just an diesem Vorabend des Gedenktages. Verhaftet zu werden war für das Ehrenmitglied des P.E.N. (BNU berichtete)und praktizierenden Kämpfer für die  nichts Neues, doch hatte  er in  Vergangenheit immer mehr oder weniger “Glück gehabt”, die Strafen gemildert, und so wieder frei gelassen.

Jetzt statuierte die Regierung ein Exempel, und erreichte Abschreckung im Volk.Dazu die Times:

“The repressive and secretive junta released no details of the trial of Maung Thura, which took place in a closed court, deep inside the country’s most notorious prison.                                                                                                    His sister-in-law, Ma Hdway, said that the comedian, film director and activist, better known as Zarganar, was charged with five crimes, including unlawful association and creating public unrest.”

Was war geschehen? Nachdem der Zyklon Nargis Anfang Mai in Burma wütete organisierte der unumstritten  beliebteste Comedian und Schauspieler des Landes ein Hilfsnetzwerk für die  Zyklon-Opfer im Irrawaddy Delta auf. Mit Hilfe von Spendensammlungen sollten die dort lebenden Opfer zumindest das Nötigste zum Überleben erhalten: Essen, Trinken, Decken und Moskitonetze. Unterstützt wird er von 400 Freiwilligen. Hilfslieferungen wurden ins Delta gebracht, und überdies auch Filme über den Zustand der Region gedreht- und per Email und DVD verbreitet.                                                                                                   “These gave the lie to the Government’s claim that the disaster was under control and added to anger at its refusal to allow foreign emergency workers into the delta.”, (Times).                                                                                                    Die Militärs fühlten sich bedroht. Doch Zargana ging weiter und gab der Zeitung The Irrawaddy am 02.Juni ein ein Interview über die Arbeit im Delta(unbedingt lesenswert !!)                                                                                                       Daraufhin durchsuchten Soldaten des Militärs sein Haus, Hilfsgelder in Höhe von 1000 $ wurden beschlagnahmt, der burmesische “Charlie Chaplin” festgenommen. (BBC) Doch wieder freigelassen. Und er fuhr wieder ins Delta, um  dort zu filmen. Wieder werden die Filme verbreitet. Als er zurückkehrt wird er verhaftet.

His films included                                                                                                  “scenes in some of remote villages stricken by the storm — heartbreaking, stomach-turning images of rotting bodies, desperate people and government neglect.”(Times)                                                                                                       Eine erneute Verhaftung erfolgte, als er aus dem Delta zurückkehrt. Gestern der Prozess. Ein Schauprozess an geheimen Ort?

This time, it seems, his luck has run out. It could be years, even decades, before the junta decides to free him.”

Am gleichen Tag, wie bereits erwähnt,  in Bangkok. Präsident Bush, seine Rede vor den Dissidenten.

“Er rief das Regime auf, die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und alle anderen politischen Häftlinge freizulassen.”(Aargauer Regionalportal)

Sprach´s, und flog nach Peking. Olympia wartet, diesmal mit dem Leitmotiv: “One world, one dream”

VII zum Schluß

Zum Schluß- Zeilen aus Zangarnar´s Feder- ein burmesischer Witz,  mit bitterem Geschmäckle. Voilà.

George Bush, Hu Jintao (Präsident der VR China) und der burmesische Militärdiktator gingen zusammen zu Gott.
George Bush fragte Gott: “Wann wird die USA die mächtigste Nation der Welt werden?”
Und Gott antwortete:”Während Deines Lebens nicht mehr !”                         George Bush begann bitterlich zu weinen.

Darauf fragte Mr. Hu, wann China das reicheste Land der Welt werden würde.   Und Gott gab ihm die gleiche Antwort.Ebenso wie Bush begann Hu Jintao an zu weinen.
Zum Schluß fragte ,  Than Shwe, selbsternannter “Vater der burmesischen Nation” Gott, wann Burma endlich wieder genügend Wasser und Elektrizität für sein Volk haben würde.

Diesmal war es Gott, der in Tränen ausbrach:                                                          “In meinem Leben nicht mehr.”

(orginal text at Everyone needs therapy)

In diesem Sinne: Free Zarganar!!

Call for collective Protest, 8.8.2008 in Paris

August 5, 2008

-heute erreichte BNU eine Email von SOS Burma, die hier ungekürzt und unzensiert!! wiedergegeben wird

first in english, après en francais-

APPEL A PROTESTER COLLECTIVEMENT/CALL FOR COLLECTIVE PROTEST

Hi,

We are a group of self-imposed exiled Burmese artists, activists, and students as well as sympathizers of Burma based in Europe.
We strongly encourage everyone sympathizing Burma and anyone not happy about Beijing Olympic 2008 to participate in this collective mooning event in front of the Chinese Embassy-Paris on 8th August 2008 at 2:08 PM which is the official opening hour of Beijing Olympics in China.

Our sole aim is to inform the world that we are not at all happy with the Beijing Olympics 2008 because of China’s policies towards BURMA. In addition, we support the liberation of Tibet and denounce the ignorance policies of China towards Sudan, and many other developing countries, and also towards China itself and Chinese people.

Anybody not happy about Beijing Olympic for any reason is invited and encouraged to join this event in front of the Chinese Embassy in Paris at 14:08 on 8th August 2008.

YOU ARE KINDLY REQUESTED TO SPREAD THIS INFORMATION TO AS MANY PEOPLE AS POSSIBLE.
MORE IMPORTANTLY, THIS EVENT IS AN OPEN INITIATIVE AND WE’D LIKE TO REQUEST ARTISTS, ACTIVISTS, AND STUDENTS TO INITIATE SIMILAR EVENTS ON 8th August 2008 IN FRONT OF CHINESE EMBASSIES AND IN PUBLIC PLACES ALL OVER THE WORLD.

BONJOUR,
Nous sommes un groupe regroupant à la fois des artistes, militants et étudiants birmans qui ont choisi l’exil et des sympathisants de la Birmanie basés en Europe. Nous encourageons vivement tout sympathisant de la Birmanie et toute personne désapprouvant les jeux olympiques de Pékin 2008 à participer à l’événement “Mooning” (exposition de ses fesses en signe de protestation) qui se tiendra devant l’ambassade de Chine à Paris le 8 août 2008 à 14h08, heure officielle d’ouverture des jeux olympiques en Chine.

Notre seul but est d’informer le monde que nous désapprouvons la tenue des jeux olympiques de 2008 à Pékin du fait de la politique menée envers la BIRMANIE. De plus, nous soutenons la libération du Tibet et dénonçons la politique d’ignorance de la Chine envers le Soudan et bien d’autres pays en voie de développement, et, en définitive, également celle envers la Chine et les chinois.
Toute personne désapprouvant les jeux olympiques de Pékin pour quelque raison que ce soit est invitée et encouragée à participer à cet événement
devant l’ambassade de Chine
11, avenue Georges V
75 008 Paris, France
8-8-2008
14h08
PRIERE DE DIFFUSER CETTE INFORMATION LE PLUS LARGEMENT POSSIBLE.
SURTOUT, CET EVENEMENT CONSTITUE UNE INITIATIVE LIBRE ET NOUS INVITONS LES ARTISTES, MILITANTS ET ÉTUDIANTS À INITIER DES ÉVÉNEMENTS SIMILAIRES LE 8 AOÛT 2008 DEVANT LES AMBASSADES DE CHINE ET DANS DES LIEUX PUBLICS A TRAVERS LE MONDE. CONTACT : http://sosburma07.blogspot.com/
sosburma07@gmail.com


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