“Und ich halte es in dem Punkt auch in Zukunft gerne mit Börne: Nicht meine persönlichen Angelegenheiten sind meine Welt, sondern die Welt ist meine persönliche Angelegenheit.”
(Alice Schwarzer bei der Börne-Preisverleihung an sie am 04.05.2008)
I Was geschah?
Gerade erst wieder den Thron , hoppla, den Chefsessel der Frauenzeitschrift “Emma” hart durch einen Zickenkrieg errungen, macht Alice Schwarzer (65) erneut von sich reden. Mehr als das. Man schreibt und streitet trefflich über sie. Und über die Journalistenethik.Und über das Handwerk “Journalismus”. Denn Alice Schwarzer schrieb über Burma.
Warum sie gerne nach Burma fährt, schreibt sie. Was sie dort schon gesehen hat, dass sie dort wieder hin will. Was Burma jetzt dringend braucht. Und was nicht. Soweit so gut. Doch schrieb sie einiges an Wort nieder, benutzte unangebrachte Bilder und Metaphern, die hart an der Wirklichkeit vorbeigehen. Die Junta etwa sei “das kleinere Übel” für die burmesische Bevölkerung, oder: Auf ihren Reisen “habe sie nie Hunger oder wirkliches Elend gesehen“.
Der Stein des Anstoßes: FAZ, 1.6.: “Warum Burma echte Freunde braucht”
II Chronologie der Reaktionen a) Die Kritiker
Matthias Matussek vom Spiegel, der sich gern mit Frau Schwarzer streitet, schreibt einen öffentlichen Brief auf den Artikel bezogen. Nein, es gehe ihm nicht um einen “Geschlechtermachtkampf im Berufsstand des Journalisten- es gehe um dessen Ethik.” Er schreibt zynisch, ernst- verärgert. (2)
Daraufhin schreibt der Geschäftsführer des Deutschen Entwicklungsdienstes, Jürgen Wilhelm.(3)
Und der “stern” hat einen zweiten Reisebericht über Burma aufgetan, der ganz anders ist als der Text von Frau Schwarzer. Auch von einer Frau geschrieben.Das neue Buch von Christine Neudecker “Nirgendwo sonst”.(4)
Das Hamburger Abendblatt lässt ai- Chef Martin Petrich zu Wort kommen, und versucht, Frau Schwarzer höchstselbst zu einer Stellungnahme zu bewegen. Dies ist nicht möglich: Sie ist in Urlaub…etwa in Burma?(5.) Die ZEIT kommentiert und kritisiert vorallem Schwarzer´s Statement über die westlichen Helfer. Sind sie wirklich die “neuen” Kolonialisten?(6)
b Pro Alice Schwarzer Auf der Seite von Emma findet sich ein zusammengestellter Mix aus Leserbriefen, die den Artikel “echt klasse” finden, denn “Frau Schwarzer sei gewiss mit offenen Augen durch das Land gefahren(7)
Mehr wird nicht verraten, oder kommentiert. Die Leserschaft mache sich anhand der u. a. Linkliste zu den Artikeln selbst ein Bild, überlese dabei bitte nicht die jeweiligen Kommentare der Leser !!- und reagiere ! Gerne hier, als Kommentar.
Die Linkliste zu den Artikeln(letztes update: 19.Juni, 22:33)
- Die Reaktion Matussek´s: SpOn:, 1.6.: “Alice in Wonderland”
- Die ünterstützende Reaktion auf die Reaktion, SpOn, 3.6.:”Verantwortungslose Polemik”
- Christine Neudecker im Portrait: “Stern, 3.6.: “Mynamar ist wie die DDR”
- Die Zusammenfassung, der ai-Chef: Hamburger Abendblatt, 4.06:”Emma Chefin umstritten”
- Joerg Lau bringt die Kritik auf den Punkt: Zeit, 05.06.:”Alice im Wunderland” Zusammenhänge
- Emma online- anstatt höchstselbst zu antworten(Urlaub!!) positionieren sich die Leserschaft, Emma
- Die Schweizer Wochenzeitschrift WOZ nimmt am 19.06. aus der “neutralen” Perspektive einen Blick auf das “System Alice”.
Die B4B Kollegin von inadaequat rollt in ihrem Beitrag “Betroffenheits PorNo” vom 26.07. das Thema neu und in anderem Sinnzusammenhang auf, und weitete so den Blick auf das Emanzipatorische Empire der Alice Schwarzer.
