Archive for August, 2008

Gambari II

August 29, 2008

Der vierte Besuch Gambari´s- er war gescheitert. Einstmals nachgerade tollkühne ausgeführte Aktionen, wie etwa das “ausser Landes Schmuggelns” eines Briefes von Aung San Suu Kyi´s im November 2007

“that appealed to the country’s military leaders to put aside their differences with her and to work together on national reconciliation for the sake of the whole country.”(Asian Times)

gehören der Vergangenheit an. Selbst die Verfasserin des Briefes wollte den ehemaligen Aussenminister Nigerias diesmal nicht sehen.

Geht man auf die Suche nach Gründen für das Scheitern, kommen einige mögliche Gründe zusammen. Spurensuche.

I Die Kunst, mediale Präsenz zu terminieren

Das Ehepaar George und Laura Bush hätten ihre Asien-Reise, die Begegnungen mit burmesischen Dissidenten und den burmesischen Flüchtlingen zeitlich nicht besser planen können:

Sie waren beide auf der Durchreise zur Eröffnung der medialen Supershow des Jahres, der Olympiade in Peking.  Bevor sie begann. Was sie also  auf diesem “Zwischenstopp” zu sagen hatten, was sie an Versprechen mit  nach Peking nahmen, und vorab der chinesischen und burmesischen  Regierung via Presse mitzuteilen hatten wurde verstärkt wahrgenommen.  Danach geschrieben und gelesen.(BNU berichtete). Nach dem Aufenthalt in Bangkok ging es weiter nach Peking, die Eröffnungsfeier. Und ein Tross Journalisten und Fotografen, Kameramänner und Frauen flog gewiss mit.

Ibrahim Gambari flog “hinterher” in die asiatische Region. Nachzügelnd sozusagen. Während die ” Medien-Show des Jahres” noch in vollem Gange war, und den  Focus verrutschten ließ- der olympische Geist wehte, und galt medial eingefangen zu werden. Das Medieninteresse nur halb so groß.Die Aufmerksamkeit halb so groß.

Was wäre gewesen wenn die Reise vorgezogener stattgefunden hätte? Wäre er dadurch mehr ins global-medial Interesse gerückt? Hätte er dann mehr bewirken können?

II Die UN unter Druck- Die Sache mit den Hilfsgeldern

Ibrahim Gambari reiste im Auftrag einer Institution, die nur vier Tage zuvor öffentlich zugestehen musste, dass schätzungsweise 1,56 M $ der gespendeten Hilfsgelder für Burma an die Junta “verloren” gegangen seien. Verloren im Umrechnungsdschungel. Verloren im Umrechnungsreglementierungswerk und den Deviseneinfuhrbestimmungen der Militärjunta und  deren komplizierten Reglementierungen.

World News Australia erläutert am 14.08. das Einfuhrverbot der burmesischen Regierung.                                                                                                          Wenn die UN harte US-Dollar ins Land brächte, erhalte es als Gegenwert sogenannte ” Foreign Exchange Certificates (FEC)”, die eigentlich dem Wert eines Dollars entsprächen. Diese können nun in die burmesische Währung Kyat umgetauscht werden

“but they are being changed at a rate of about 900 kyats to one, or 23 per cent less than the current exchange rate of 1,170 kyats for one US dollar”

Bereits Ende Juli hatte man dies vermutet, damals war man jedoch von einem Verlust in Höhe von 10 M$ ausgegangen.

Damals hatte der Independent u.a. darüber berichtet, und den Entschuldigungsversuch des zuständige UN Sekretär “for human affairs”John Holmes, zitiert:

“We were arguably a bit slow to recognise… how serious a problem this has become for us,”

Weiter heisst es:

“Mr Holmes said he did not know where the money was going or who was directly benefiting.” Und dann musste er doch noch etwas zugeben: UN Mitarbeiter hätten ja soetwas schon seit Juni “geahnt”.

Einen Monat später nun berichtet WorldNews Australia, über einen hilflosen UN-Koordinator vor Ort, Daniel Baker. Dieser muß nun zugeben, dass nicht das ganze Geld erhalten wurde, und weiß um die Reaktion der Spender:

“donors are extremely worried and keen to see that this issue is resolved”(Australian World News)

Die Zeitung beschliesst ihren Artikel mit noch einer Zahl:

“Rebuilding Burma’s cyclone devastated regions and providing aid to millions of victims is expected to cost $US1 billion ($A1.14 billion) over the next three years.

Mit diesen Zahlen im Hinterkopf reiste ein US-Gesandter nach Burma “also known as Myanmar”. Reist in das Land um politisch zu verhandeln, ein Schwert des finanziellen Alptraums im Nacken.                                                                          (Aus dem finanziellen Blickwinkel heraus hätte sich Than Shwe aber wenigstens sehen lassen können- um “danke” zu sagen. Die feine englische Art ist das auch nicht unter Diplomaten.)

III Das Militär unter Druck unterdrückt

Als Gambari nach Burma reiste, hatten die Burmesen bereits eine erneute Welle von Repressalien hinnehmen müssen. Die Junta reagierte gewohnt brutal, nachdem innerhalb von nur zwei Tagen

  • Bush Dissidenten traf
  • die olympischen Spiele eröffnet wurden, und damit die kritische Auseinandersetzung des chinesischen-burmesischen Verhältnisses noch kritischer unter die Lupe genommen wurde
  • und nicht zuletzt der Gedenktag der 1988´er Revolte ins Haus stand

An jenem 08.08., dem Gedenktag des Aufstandes von 1988 demonstrierten die Junta einmal mehr ihre Machtpotentiale. Wohlweisslich hatten sie zeitig  dafür gesorgt, daß Kundgebungen und Demonstrationen im Land im Keim erstickten.

Aus den Reihen des Blog4 Burma Netzwerks berichten über den Tag bereits ausführlich:

-Adaequat beschreibt, wie schon frühzeitige “Massnahmen”der Militärs sichtbar waren, Kundgebungen zu unterdrücken, Demonstranten zu inhaftieren.

inadaequat stellt historisch -und moralische Verknüpfungen um den 08.08. zussammen, und resümiert umfassend.

Kathy fasst den Tag für französische Leser zusammen

Birmania Libre zeigt Videos und Fotos des Tages

Ergänzend sei hier auf einen Artikel aus der Gulf Times vom 09.08. verwiesen, der dias Vorgehen der Militärs einmal mehr schildert:

“Myanmar’s junta arrested 48 activists yesterday for a protest march marking 20 years since the army crushed an “8-8-88” democracy uprising with the loss of an estimated 3,000 lives, an opposition official said. The group of mainly young men in t-shirts bearing the numbers 8-8-88 – a reference to the August 8, 1988 nationwide revolt – staged a silent walk through the northwest town of Taunggok before being stopped by a police barricade.“They were all picked up and are being questioned at the moment,” Ko Thein Naing, a local official from the opposition National League for Democracy, told Reuters.. “

War es den Burmesen im eigenen Land nicht möglich sich laut zu äußern, taten dies Exil-Burmesen und Sympathisanten im(benachbarten)  Ausland:

“In Bangkok and Manila, dozens of protesters chanted anti-junta slogans, burnt Myanmar flags and waved placards calling for the release of democracy icon and Nobel peace laureate Aung San Suu Kyi..”

siehe über Aktionen im Ausland auch: CNN ” Protest mark Myanmar  anniversery “

(via Irrawaddy)

IV Un-Endlosschleife

Und die UN? Sie formuliert Forderungen an Than Shwe und diktiert so Gambari´s Marschroute, standhaft diplomatisch .

“The United States is steadfast in its call for Burma’s leaders to immediately release these and all other political prisoners. The regime also must begin a genuine dialogue with the democracy movement’s leaders and ethnic minority leaders on a true transition to democratic government. Improved relations between the two countries depend on the Burmese regime taking credible steps in this direction.”(VoA, am 13.08.)

Gründe mag es ergo viele gegeben haben, warum in den sechs Tagen nicht so recht geklappt hat, mit den heeren Zielen der UN und Mr. Gambari in Burma. Doch wichtig ist, und bleibt “was hinten rauskommt”- und das ist in diesem Fall wenig, und wird schwerstens kritisch reflektiert.

Etwa im Wall Street Journal vom 28.08.

“Why bother? With no real resolve at the U.N. or the Association of Southeast Asian Nations to bring about political change in Burma, Mr. Gambari’s visits are meaningless. The generals recognize that. It’s time the U.N. did, too.”

V zum Schluß- der “Vertipper”

Burma, Birma, Myanmar- man erklärt ja immer wieder gerne,  dass diese drei Bezeichnungen ein und  das selbe Land meinen, fast “spielt” man mit den Synonymen. Wie etwa die Time :

“Burma, also known as Burma….”

Gambari´s vierter Versuch I- failed

August 27, 2008

I Pläne

Ibrahim Gambari hatte sich bei seinem vierten Besuch in Burma wieder einmal viel vorgenommen.           Focus online meldete am 15.8.:

“Der UN-Sonderbeauftragte Ibrahim Gambari will sich der kommenden Woche in Birma erneut um eine schrittweise Demokratisierung des Landes bemühen. Der Spitzendiplomat soll am Montag( der 18.08., Anmerkung des Verfassers) in Rangun eintreffen. Es ist Gambaris vierter Besuch seit der blutigen Niederschlagung friedlicher Proteste durch das Militärregime im vergangenen September. Die Vereinten Nationen fordern demokratische Reformen und die Freilassung aller politischen Gefangenen einschließlich Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi.”

Die Erwartungen waren  hoch, die internationale Gemeinschaft setzte Hoffnungen auf die  Überzeugungsarbeit des 63-jährigen.

“The international community hoped that he would succeed in persuading the military to open a genuine political dialogue with Aung San Suu Kyi and ethnic groups to create a national reconciliation process that could lead to a genuine democracy.”(Asian tribune)

Und eigentlich hatte er sich gefreut, wieder in Myanmar zu sein, nachdem der ursprüngliche Besuchstermin im Mai aufgrund einer Naturkatastrophe namens “Nargis” abgesagt werden musste.  Und auch die Oppositionspartei hatte sich gefreut, er werde es diesmal schaffen, zwischen der Junta und der Oppositionspartei zu vermitteln, so die Hoffnung. Bei seinem letzten Besuch im März  war dies nicht geglückt.  Hoffnungen Gambari´s werden in einem Artikel der BBC wiedergegeben, der auch die Stimmung des Landes vor dem Besuch zusammenfasst:

“Mr Gambari, who aims to promote democratic reform in Burma, is likely to be hoping for a more successful visit than his last one in March, which he described as disappointing.”()Ebenso die Oppositiions      “Hellooo, its showtime again”- via  Irrawaddy

III Der Besuch

Er kam, sah- und blieb eine Woche- dann reiste er wieder ab. Die gesteckten Ziele erreichte er nicht. Es gab wohl Diskussionen über die “Roadmap 2010″ und die Möglichkeiten von Neuwahlen in zwei Jahren.(Burma Berichterstattung) Frei und gerecht sollen sie werden, versprach er Mitgliedern der NLD.

Nyan Win, Sprecher der NLD jedoch bewertete das Treffen kurz und knapp                                                           “as a waste of time”- auf beiden Seiten.

We have made very clear to the UN envoy that the mission should not discuss the upcoming 2010 elections, as the NLD does not recognise the military-backed constitution..The UN envoy was wasting his time on matters that he was not supposed to deal with.(BBC)

Zudem zeigte im die Junta erneut wie ihre Demokratieverständnis aussehe (Yahoo Canada)- und Gambari liess sich lenken, und musste es akzeptieren, dass ihn der Staatschef Than Shwe nicht zu einem Treffen in die  neue Hauptstadt des Landes Nay Pyi Taw einlud.

Der burmesische Exil Journalist Zin Linn schreibt in der Asian Tribune detaillierter, was Herr Gambari stattdessen zu tun hatte:                                                                                                                                 “Instead, Gambari met with the leaders of the ruling junta which has identifies itself as the Union Solidarity and Development Association (USDA). It is a gang similar to Hitler’s ‘Brown Shirts’, which carried out an assassination attempt on Nobel laureate Suu Kyi on May 30, 2003. Scores of her supporters were slaughtered during that pre-meditated attack.” (über die USDA siehe auch Burma Campaign UK)

Auch das Vorhaben, vermittelnd in die am Boden liegende  Kommunikation zwischen der militärischen Regierungspartei und der Oppiositionspartei einzugreifen, schlug fehl.

Und  Aang San Suu Kyi, sagte ein Treffen ab, das von der Junta organisiert war-  liess die Junta ausrichten.

“It is very clear. Aung San Suu Kyi has made it incredibly clear by refusing to meet with Mr. Gambari that she has lost confidence in this process and she refuses to engage in this process,” said  “It is a dramatic step.” zitiert Voice of America Debbie Stothardt, den Sprecher der alternativen ASEAN.

III “Leaving empty handed”

CNN berichtet über das Ende der erneut fehlgeschlagenen Dienstreise visuell wie folgt

War es die letzte Fahrt Gambari´s nach Burma?                                                                                                   Ist er der richtige Mann für einen derart delikaten Job in Rangun?

Larry Jagan gibt ihm keine Chanche mehr. Er habe ausgespielt, “and no more cards to play.”(Asia Times)

Und weiter verknüpft er das Versagen Gambaris mit  Zweifel an der UN:                                               “Gambari’s failure raises doubts about the UN’s future role in Myanmar’s political impasse and perhaps other conflict resolution efforts around the world. In an exclusive interview with Asia Times Online earlier this year Gambari said: “It is our job, and a continuing challenge at the UN to make the impossible possible, and will continue my efforts at mediation regardless.

Der Exil-Burmese  Zin Linn sieht es ähnlich: Hat Gambari eine Chanche in Burma? “Pro-changer’s reply is a resounding no. “No he’s disqualified.”

Er beschliesst seinen Artikel( Asian Tribune )indes in  Gedenken an seine Landsleute, und fragt nüchtern:

“Is it too much for the democratic forces in Burma to expect that the United Nations will quickly come to grips with the Yangon crisis in a more direct manner?

-to be continued-

7.08.08: vom “Zeichen setzen” und “Exempel statuieren”

August 8, 2008

I Zeichen setzen

“Schnell nochmal Burma/Birma /Myanmar in den Focus der Presse rücken, und Zeichen setzen” schien die gestrige Parole des amerikanischen Präsidenten auf seiner Asien- Rundreise gewesen zu sein.                                                       “Noch einmal Flagge zeigen, bevor es zu spät ist, und der Focus verrutscht. “

Than Shwe antwortet auf diese Zeichen, und stellt klar: An der klaren Linie seiner Politik lässt sich nicht rütteln. Auch wenn der olympische Gedanke über den Globus getragen wird, und  gerade weil sein Land  am nächsten Tag einen Gedenktag hat: 20 Jahre Studentenunruhen.                                                         So liegen an nur einem Tag in dieser unseren globalisierten Welt Solidaritätsbekundung  und Abschreckung nah beieinander.

II Solidarität

a) Worte im Trocknen

So traf sich George Bush mit burmesischen Dissidenten in Bangkok/Thailand. Nett, dass er dafür Zeit hatte, liest sich das Programm seiner Asienrundreise doch sehr dichtgedrängt.(White House)

In Gesprächen und einer anschliessenden flammenden Rede sicherte er den Freiheitskämpfern zu,

“mit China über die Probleme in Burma zu sprechen”, denn die USA,wolle sich  für  “ein Ende der «Tyrannei» in Burma einsetzen.” Er rief das Regime auf, die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und alle anderen politischen Häftlinge freizulassen.”(Aargauer Regionalportal)

Bush träfe am Wochenende, ebenfalls zu Gesprächen politischer Natur mit Präsident Hu Jintao, Ministerpräsident Wen Jiabao und Vizepräsident Xi Jinping zusammen.

Ein Mann, ein Gespräch, ein Versprechen:                                                               “We seek an end to tyranny in Burma,”(World News, Australien)

b) as close as…

Indes zeigt sich die First Lady praktischer veranlagt- und wird durch den Regen an der thailändisch-burmesischen Grenze nass.                                                  The “outspoken critic of the junta” (BBC)  besuchte das mit 35 000 Karen-Flüchtlingen besetzte Flüchtlingslager Mae-La an der  thailändisch-burmesischen Grenze.                                                                                              ” So nah an Burma dran war sie noch nie” schreibt die Washinton Post ,  nicht ohne Stolz im Reporterstift, und Begleit-Video auf der Webside, und berichtet über ihren Besuch wie folgt:

“There Laura Bush carried out some first-lady-like activities, sitting in on English and math lessons for students in the Mae La refugee camp…”

USA Today ergänzt:

“Student Saw Aung Nay Lin shyly approached the chalkboard and wrote, a bit ungrammatically: “My life in refugee is better than Burma but I don’t have opportunity to go outside my camp.

Danach besuchte sie das Krankenhaus des Camps unter der ärztlichen Leitung von  Cynthia Maung, “                                                                                  described by many as the Mother Teresa of Burma, and learned how doctors there treat thousands of poor Burmese for cataracts, missing legs and other problems.” Der Besuch sei Teil einer Kampagne des Weissen Hauses, um den Druck Amerikas auf die Militärregierung zu demonstrieren.

Befragt nach der Situation in Burma, 20 Jahre nach den Studentenunruhen  sagte sie:                                                                                                                           “Twenty years have gone by — everything is still the same or maybe worse in Burma,” she said. “We know that Burma is a very rich country, rich in natural resources. And the junta uses those resources to prop themselves up for their own benefit, not for the benefit of the people of Burma.”

Auf die Frage, warum sie und ihr Mann dennoch zur Eröffnung der olympischen Spiele in ein Land fahren, das international als der grösste Unterstützer und der burmesischen Regierung gelte, antwortete sie:

“As you know, the Chinese depend on a lot of energy imports into China. . . . We urge the Chinese to do what other countries have done — to sanction, to put a financial squeeze on the Burmese generals.…The best solution would be if General Than Shwe’s regime would start real dialogue,” (BBC,Washington Post)

Sprach´s und reiste wieder ab- der Flieger nach Peking wartete.

III  Abschreckung als  Dialogbereitschaft

Derselbe Tag in Burma. Angesichts des bevorstehenden Gedenktages “20 Jahre Studentenunruhen im Land” ist für die burmesische Führung Anlass genug gegeben, zu zeigen was von einer “Dialogbereitschaft” wie von Laura Bush gefordert, gehalten wird- nichts.                                                                         Abschreckung ist besser.

Unruhen hatte das Militär erwartet, und bereitete sich zeitig vor. Der britische Telegraph schreibt bereits am 03.08.:

Thousands of heavily-armed Burmese security forces have been moved to the outskirts of Rangoon days before the twentieth anniversary of an uprising which came close to bringing down the military regime.” Ein westlicher Diplomat beschrieb  die Lage auf den burmesischen Strassen so:

“They are keeping large numbers of security personnel inside the city, out of sight. If they see a single protester in the street he will be picked up in minutes.

Als diese Absicherung organisiert war, verkündete die Militärführung,              “Prime Minister Thein Sein will attend the opening ceremony of the Olympic Games in China.” (Radio Australia)
Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Ein öffentliches Vorzeige-Opfer, das am Pranger der Militär-Justitia steht, gibt es dann pünktlich am Vorabend des Gedenktages.

IV Maung Thura,  genannt Zarganar

Denn an diesem Tag wurde dem regimekritischen Künstler Zarganar(übersetzt: die Pinzette), seit 1986 kritischer Beobachter und extremer Kritiker der Regierung,  der Prozess gemacht. Just an diesem Vorabend des Gedenktages. Verhaftet zu werden war für das Ehrenmitglied des P.E.N. (BNU berichtete)und praktizierenden Kämpfer für die  nichts Neues, doch hatte  er in  Vergangenheit immer mehr oder weniger “Glück gehabt”, die Strafen gemildert, und so wieder frei gelassen.

Jetzt statuierte die Regierung ein Exempel, und erreichte Abschreckung im Volk.Dazu die Times:

“The repressive and secretive junta released no details of the trial of Maung Thura, which took place in a closed court, deep inside the country’s most notorious prison.                                                                                                    His sister-in-law, Ma Hdway, said that the comedian, film director and activist, better known as Zarganar, was charged with five crimes, including unlawful association and creating public unrest.”

Was war geschehen? Nachdem der Zyklon Nargis Anfang Mai in Burma wütete organisierte der unumstritten  beliebteste Comedian und Schauspieler des Landes ein Hilfsnetzwerk für die  Zyklon-Opfer im Irrawaddy Delta auf. Mit Hilfe von Spendensammlungen sollten die dort lebenden Opfer zumindest das Nötigste zum Überleben erhalten: Essen, Trinken, Decken und Moskitonetze. Unterstützt wird er von 400 Freiwilligen. Hilfslieferungen wurden ins Delta gebracht, und überdies auch Filme über den Zustand der Region gedreht- und per Email und DVD verbreitet.                                                                                                   “These gave the lie to the Government’s claim that the disaster was under control and added to anger at its refusal to allow foreign emergency workers into the delta.”, (Times).                                                                                                    Die Militärs fühlten sich bedroht. Doch Zargana ging weiter und gab der Zeitung The Irrawaddy am 02.Juni ein ein Interview über die Arbeit im Delta(unbedingt lesenswert !!)                                                                                                       Daraufhin durchsuchten Soldaten des Militärs sein Haus, Hilfsgelder in Höhe von 1000 $ wurden beschlagnahmt, der burmesische “Charlie Chaplin” festgenommen. (BBC) Doch wieder freigelassen. Und er fuhr wieder ins Delta, um  dort zu filmen. Wieder werden die Filme verbreitet. Als er zurückkehrt wird er verhaftet.

His films included                                                                                                  “scenes in some of remote villages stricken by the storm — heartbreaking, stomach-turning images of rotting bodies, desperate people and government neglect.”(Times)                                                                                                       Eine erneute Verhaftung erfolgte, als er aus dem Delta zurückkehrt. Gestern der Prozess. Ein Schauprozess an geheimen Ort?

This time, it seems, his luck has run out. It could be years, even decades, before the junta decides to free him.”

Am gleichen Tag, wie bereits erwähnt,  in Bangkok. Präsident Bush, seine Rede vor den Dissidenten.

“Er rief das Regime auf, die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und alle anderen politischen Häftlinge freizulassen.”(Aargauer Regionalportal)

Sprach´s, und flog nach Peking. Olympia wartet, diesmal mit dem Leitmotiv: “One world, one dream”

VII zum Schluß

Zum Schluß- Zeilen aus Zangarnar´s Feder- ein burmesischer Witz,  mit bitterem Geschmäckle. Voilà.

George Bush, Hu Jintao (Präsident der VR China) und der burmesische Militärdiktator gingen zusammen zu Gott.
George Bush fragte Gott: “Wann wird die USA die mächtigste Nation der Welt werden?”
Und Gott antwortete:”Während Deines Lebens nicht mehr !”                         George Bush begann bitterlich zu weinen.

Darauf fragte Mr. Hu, wann China das reicheste Land der Welt werden würde.   Und Gott gab ihm die gleiche Antwort.Ebenso wie Bush begann Hu Jintao an zu weinen.
Zum Schluß fragte ,  Than Shwe, selbsternannter “Vater der burmesischen Nation” Gott, wann Burma endlich wieder genügend Wasser und Elektrizität für sein Volk haben würde.

Diesmal war es Gott, der in Tränen ausbrach:                                                          “In meinem Leben nicht mehr.”

(orginal text at Everyone needs therapy)

In diesem Sinne: Free Zarganar!!

Call for collective Protest, 8.8.2008 in Paris

August 5, 2008

-heute erreichte BNU eine Email von SOS Burma, die hier ungekürzt und unzensiert!! wiedergegeben wird

first in english, après en francais-

APPEL A PROTESTER COLLECTIVEMENT/CALL FOR COLLECTIVE PROTEST

Hi,

We are a group of self-imposed exiled Burmese artists, activists, and students as well as sympathizers of Burma based in Europe.
We strongly encourage everyone sympathizing Burma and anyone not happy about Beijing Olympic 2008 to participate in this collective mooning event in front of the Chinese Embassy-Paris on 8th August 2008 at 2:08 PM which is the official opening hour of Beijing Olympics in China.

Our sole aim is to inform the world that we are not at all happy with the Beijing Olympics 2008 because of China’s policies towards BURMA. In addition, we support the liberation of Tibet and denounce the ignorance policies of China towards Sudan, and many other developing countries, and also towards China itself and Chinese people.

Anybody not happy about Beijing Olympic for any reason is invited and encouraged to join this event in front of the Chinese Embassy in Paris at 14:08 on 8th August 2008.

YOU ARE KINDLY REQUESTED TO SPREAD THIS INFORMATION TO AS MANY PEOPLE AS POSSIBLE.
MORE IMPORTANTLY, THIS EVENT IS AN OPEN INITIATIVE AND WE’D LIKE TO REQUEST ARTISTS, ACTIVISTS, AND STUDENTS TO INITIATE SIMILAR EVENTS ON 8th August 2008 IN FRONT OF CHINESE EMBASSIES AND IN PUBLIC PLACES ALL OVER THE WORLD.

BONJOUR,
Nous sommes un groupe regroupant à la fois des artistes, militants et étudiants birmans qui ont choisi l’exil et des sympathisants de la Birmanie basés en Europe. Nous encourageons vivement tout sympathisant de la Birmanie et toute personne désapprouvant les jeux olympiques de Pékin 2008 à participer à l’événement “Mooning” (exposition de ses fesses en signe de protestation) qui se tiendra devant l’ambassade de Chine à Paris le 8 août 2008 à 14h08, heure officielle d’ouverture des jeux olympiques en Chine.

Notre seul but est d’informer le monde que nous désapprouvons la tenue des jeux olympiques de 2008 à Pékin du fait de la politique menée envers la BIRMANIE. De plus, nous soutenons la libération du Tibet et dénonçons la politique d’ignorance de la Chine envers le Soudan et bien d’autres pays en voie de développement, et, en définitive, également celle envers la Chine et les chinois.
Toute personne désapprouvant les jeux olympiques de Pékin pour quelque raison que ce soit est invitée et encouragée à participer à cet événement
devant l’ambassade de Chine
11, avenue Georges V
75 008 Paris, France
8-8-2008
14h08
PRIERE DE DIFFUSER CETTE INFORMATION LE PLUS LARGEMENT POSSIBLE.
SURTOUT, CET EVENEMENT CONSTITUE UNE INITIATIVE LIBRE ET NOUS INVITONS LES ARTISTES, MILITANTS ET ÉTUDIANTS À INITIER DES ÉVÉNEMENTS SIMILAIRES LE 8 AOÛT 2008 DEVANT LES AMBASSADES DE CHINE ET DANS DES LIEUX PUBLICS A TRAVERS LE MONDE. CONTACT : http://sosburma07.blogspot.com/
sosburma07@gmail.com