Reise- Boykott/pro und contra I- Schweiz

Mynamar- Reisen kämpft. Der in Birma ansässige Reiseveranstalter hat auf seiner Website eine Kerze des Mitgefühls angezündet- un dennoch fürchtet er um seine Existenz. Zu Reiseboykotten ist vielfach aufgerufen worden.Die Zweifel,das Land nicht bereisen zu wollen versteht er, doch argumentiert er mit der Formel: “Boykott durch Touristen sowie Sanktionen von Außen treffen das Volk, nicht die Verantwortlichen”

So geschehen bereits 2003:
“So war es bei den letzten US Sanktionen im Juli 2003, als allein in der Bekleidungsindustrie 40.000 junge Frauen arbeitslos wurden, vielen davon landeten zum Schluss in der Sexindustrie. Es ist zu befürchten, dass durch neuerliche Sanktionen noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen.
Die Menschen hier in Myanmar wieder zu isolieren, macht keinen Sinn. Sie waren schon einmal für 20 Jahre von der Aussenwelt abgeschnitten, ihre Lage hat sich durch diese Isolation nicht verbessert.”

Birma Reisen boykottieren oder nicht? Welche Konsequenzen für Land und Leute hat es, wenn man als Tourist ver-reist für Land und Leute? Inwiefern kann man darauf achten, in das “Land der goldenen Pagoden” zu fair-reisen?
Diesen Fragen geht u.a. das Team des Arbeitskreises tourismus & entwicklung aus der Schweiz nach.Bereits 2006 berichtete der “Fairunterwegskoffer” über Konsequenzen des Tourismus nach Birma:

Vor gut zehn Jahren, als die Militärjunta zu ihrem Werbefeldzug „Visit Myanmar Year ’96“ rüstete, brachten Recherchen an den Tag, dass für den Tourismusausbau Tausende von Menschen zwangsumgesiedelt und unzählige Menschen – Kinder, Frauen, Gefangene, alte Leute – zu Zwangsarbeit verurteilt wurden.Die neuesten Berichte von UN-Menschenrechtsbeobachtern und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) belegen, dass Menschenrechtsverletzungen, sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder und Zwangsarbeit im ganzen Lande nach wie vor an der Tagesordnung sind und weitgehend ungestraft bleiben. Seit über zehn Jahren fordert die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gemeinsam mit weiteren VertreterInnen der demokratischen Kräfte Burmas aus dem Lande selbst und dem Exil die internationale Gemeinschaft immer wieder dazu auf, jetzt nicht in Burma zu investieren, keine Geschäfte zu treiben und nicht nach Burma zu reisen, bevor eine demokratische Ordnung hergestellt ist.”

In dem selben Artikel kommt der Autor zu seinem Fazit:

Der fairunterwegs-Koffer plädiert für eine differenzierte, aber klare Haltung: Es gibt sinnvolle Reisen nach Burma – von MenschenrechtsbeobachterInnen, Medienschaffenden, engagierten Menschen, die gegen die Isolation der Einheimischen im Lande kämpfen und im Ausland über deren Not berichten. Dazu gehören allerdings touristische Vergnügungsreisen nicht…”

Am 16.10. meldete sich das Team aus Basel wieder, diesmal in dem Blogprojekt “Readers edition“. Der Ton ist nach den Auseinandersetzungen in Birma schärfer geworden, bereits im Titel: “Schluß mit der Doppelmoral im Reisegeschäft“.

Boykotte – so wird gerne argumentiert – würden vor allem die lokale Bevölkerung strafen. Bestraft werden aber jetzt die einheimischen Anbieter, die auf Tourismus und in ihre Partner in Übersee gesetzt haben und nun die erhofften Einnahmen wohl ersatzlos streichen müssen, wenn die Kundschaft fernbleibt. Zudem sind die fremden Gäste selbstverständlich längst ausgeflogen und umgebucht, wenn der Tourismus – wie weiter von der Branche vorgebracht wird – diese Öffentlichkeit schaffen sollte, die es totalitären Regimes erschwert, unbeobachtet gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen. Tourismus ist und bleibt eine Schönwetterveranstaltung.”

In einem zweiten Artikel des gleichen Tages “Schweizer Geschäfte mit Burma -Reisen” untersucht der seit 30 Jahren bestehende Arbeitskreis das Angebot zweier Angebote genau, und kommt zu dem Schluß:

“Im vergangenen Jahr beförderten die rund 30 Reiseveranstalter laut Schätzungen der Pacific Travel Association etwa 4800 Schweizer Reisende nach Burma.

Vor gut sechs Jahren, als der Schweizer Gewerkschaftsbund die Veranstalter aufgrund der flagranten Menschenrechtsverletzungen im Lande zum Rückzug aus Burma aufforderte, waren es etwa 20 Veranstalter, die rund 3500 Reisende nach Burma schickten. Entgegen den Interpretationen in den Medien deuten die Zahlen darauf hin, dass weniger die Reisenden als die Reiseveranstalter resistent gegenüber Boykottaufrufen für Burmareisen sind.”

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