ASEAN III- wirtschaftliche “Deals”

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Fortsetzung von ASEAN II;
Das Gipfeltreffen der ASEAN sollte den Staatenbund stärken. Die Charta, von allen Mitgliedsstaaten unterschrieben, Birma´s Staatsführung erhielt vollste Rückendeckung auf dem Gipfel. Wie die Absichtserklärungen “Demokratievorantrieb” und “Einhaltung der Menschenrechte” in der Praxis umgesetzt werden, bleibt offen. Ein zweifelhaft schwaches Verhalten bescheinigen die Beobachter und Kritiker, die an der Glaubwürdigkeit der formalen Absichtserklärungen der Charta zweifeln.

Die Nichteinmischung verursacht es, so das Handelsblatt , dass sich ein gemeinsames Wertesystem nicht durchsetzen kann:

“Solange die Asean ihre offenkundigen Spannungen nicht überwindet, …kommt sie weder als politische noch als wirtschaftliche Formation vom Fleck. Das Vorbild EU bleibt eine Utopie, wenn die Asean sich erlaubt, die selbst gesetzten Standards mühelos zu unterlaufen. Es hat wenig mit asiatischen Tugenden wie Toleranz und Höflichkeit zu tun, wenn das Treiben diktatorischer Generäle nicht gebrandmarkt wird und spürbare Reaktionen unterbleiben. Das ist politische Schwäche.”

I Wirtschaftliche Verflechtung mit Birma/ Bsp. Thailand

Mit Birma im Boot liegen für die TAZ Gründe für ein politisch strauchelndes Verhalten der ASEAN klar auf der Hand:

“Nicht nur die bekannt treuen Verbündeten wie China, Indien und Russland, sondern auch Asean-Mitglieder wie Thailand oder Singapur unterhalten seit Jahren intensive Wirtschaftsbeziehungen mit Birmas Militärregierung und können es sich nicht leisten, die Generäle zu vergrätzen. “

Wirtschaftliche Abhängigkeiten in der Hand von Generälen. Beziehungen, die kein Handelspartner fallen lassen möchte, oder kann? Das Beispiel Thailand:

“Die Bangkoker Tageszeitung The Nation attestierte der thailändischen Übergangsregierung eine “Politik der Feigheit” im Umgang mit Birmas Militärs. Sie habe darin versagt, das birmesische Volk im Kampf um Freiheit und Demokratie zu unterstützen. Stattdessen habe sich das massiv von Birmas Energieressourcen abhängige Thailand erpressen lassen.”

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Ia Erdöl…

Die größte Mineralölgesellschaft des Königreiches Thailands, die PTT, unterhält enge Beziehungen zu Myanmar. Jährlich wachsen die Energiebedürfnisse des Landes um 5,6%. Aus eigener Kraft würde die Monarchie den Bedarf nicht decken können. Man bedarf der Kooperation.In ihrem Artikel über die Energiepolitik dieses Landes heißt es in der Jungen Welt:

“Die mehrheitlich staatliche Mineralölgesellschaft PTT will deshalb mit Rückendeckung der Politik neue Vorkommen vor der eigenen Haustür im Golf von Thailand erschließen, das Leitungsnetz ausbauen, neue Verarbeitungsstätten schaffen und auch den Zufluß aus benachbarten Ländern wie Myanmar erhöhen.”
und weiter: “Die Entdeckung eines dritten Gasfeldes bei Myanmar, das nach Tests 240 Milliarden Kubikmeter umfassen soll, wurde im Juli als großer Erfolg gefeiert und soll ab April 2008 zur regulären Förderung erschlossen sein.”

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Ib… und Blutrubine

Nochmal zur Erinnerung: Das Schweizer Nachrichtenmagazin “10 vor 10” dokumentierte am 04.10. imn einem Video das Geschäft mit den Edelsteinen( siehe SF-Video Archiv).DRund 90% der Edelsteine kommen aus Birma. Dort werden sie unter menschenunwürdigsten Bedingungen “geerntet”. NGO´s wie der Human Right Watch schlugen bereits Alarm:

“Der Handel mit birmanischen Edelsteinen stützt die Militärmachthaber, während sie zur gleichen Zeit schwere Menschenrechtsverstöße begehen, die Menschen weiter in die Armut treiben, und Rufe nach politischer Versöhnung ignorieren” zitiert die Welt den Direktor für Wirtschaft und Menschenrechte der HRW Arvid Gansean.(s.a. HRW– Homepage).

Und Laura Bush, first lady höchstselbst , unterstützte den Boykott des weltweiten Handels, der erneut geäußert wurde, als die große halbjährliche Edelstein-Auktion in Rangun eröffnet wurde. “Jeder Stein aus Burma hält ein illegales Unterdrückungsregime am Leben” hieß es in ihrer Erklärung, (siehe z.B. im Standard), denn der Handelserlös geht direkt an die Militärs– oder wohin sonst?, fragt ko htike.

Interessant ist nun die Rolle Thailands. Denn der Großteil der Steine geht nicht über den offiziellen Weg ins Ausland, sondern wird zuerst nach Thailand geschmuggelt, und dort weiterverarbeitet. “Viele Rubine werden in den nordöstlichen Regionen Mogok und Mong Hsu ausgegraben und über Berge und Dschungel nach Thailand geschmuggelt. Dabei passieren sie die Hände zahlreicher Zwischenhändler. In Thailand werden die Rohrubine mit Hitze behandelt, um kleine Risse zu entfernen und ihren roten Schein zu verstärken. Das Zentrum der thailändischen Edelsteinbranche ist Chanthaburi. Nach Schliff und Politur werden die Steine schließlich an ausländische Großhändler verkauft, die Juweliere in aller Welt beliefern.”(go ahead news , 17.11.)

Somit gilt Thailand, und nicht Birma als Herkunftsland, und der Verkauf geht weiter.

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II FTA ab 2015?

Doch nicht nur Thailand ist in ein wirtschaftliches Gefüge verstrickt.

Auch anderswo scheint es hinter den Kulissen zu gären: Beobachtern und Medienberichten zufolge sollen sich Banken in Singapur aus einigen Geschäftsbeziehungen mit juntanahen Unternehmen zurückgezogen haben, so Singapurs oppositionelle “Demokratische Partei” kürzlich auf ihrer Internetseite.

Die Asean steckt in Bezug auf Birma im Dilemma: Nicht- Einmischen-Wollen und Nicht-Vergrätzen Wollen- und- Können ,ist die Devise. Und abhängig sein.

-Abhängig von einem Land, das reichhaltige Ressourchen bietet, von denen man abhängt. -Abhängig von Birma, dass in der geplanten Handelszone strategisch günstig liegt, und deshalb zudem gebraucht wird, am Meer. -Abhängig von dem “Pufferstaat”, der die wirtschaftlich- heranwachsenden Staaten Indien und China von den ASEAN -Staaten trennt. Die Junta geniesst diese Lage: einerseits als Mitglied des Staatenbundes- andererseits unterstützt von China und Indien.

2015 wird kommen- der internationale Druck wächst bereits jetzt.

-ASEAN IV to follow-

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One Response to “ASEAN III- wirtschaftliche “Deals””

  1. Bloguer ou ne pas bloguer ? Says:

    Revue interrompue

    B4B : Blog4Burma – Nur die Hoffnung kann die Junta nicht unterdrücken. ASEAN III- wirtschaftliche “Deals”.
    Détendons-nous quelques minutes avec cette étrange carte des bises en France. Le reste du blog est tout aussi instructif ! &#8230…

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