Archive for the ‘Birma in (virtual) media’ Category

Haft und Menschenrecht in Burma

September 10, 2008

Seit Anfang September wurden zwei Berichte veröffentlicht, die sich mit den Themen pooiltische Gefangene und mit den Menschenrechten in Burma beschäftigen. Überraschend Neues gibt es nicht- in beiden Fällen ist duie Situation “wie gehabt”. Birma News United fasst sie zusammen, und berichtet über zudem über neuere Entwicklungen im Fall der häftlinge Zarganar und Nasy Phone Latt. 

I 2.September: politische Häftlinge?

Am 2.September meldete sich die Assistance Association for political prisoners”(AAPP) zu Wort, und veröffentlicht eine Erklärung zur aktuellen Situation politischer Häftlinge. 

Ihr Sprecher Tate Naing erinnert an ein Versprechen der regierenden Partei SPDC aus dem Jahr 2007:            “At the end of 2007 when Gambari came [to Burma], the SPDC said that those who were arrested in August-September had been released and promised that that there would be no further arrests..” (DVB)    Doch es hat sich nichts geändert. Die AAPP zeigt in ihrer Pressemitteilung, dass sich nichts geändert hat. Die Junta verurteilt weiter, bereits Inhafterte werden keinstenfalls freigelassen. Allein im August     “at least 39 activists in August 2008, and 21 activists were imprisoned.”                                                  Im ersten Halbjahr 2008 beläuft sich die Zahl der Inhaftierten bereits auf 286 Menschen.                         Diese sind großteils  Mitglieder der National League for Democracy (NLD) oder Mitglieder studentischer Organisationen wie der HRDP, oder ganz einfach “nur” Menschenrechtsaktivisten. Die Verhaftungen seien nicht nur wegen aktuell begangener Straftaten sondern auch wegen Aktivitäten aus dem August bzw. September 2007 erfolgt. Viele von ihnen seien verhaftet, direkt verurteilt  und in direkt Arbeitslager geschickt worden.

Dass der Diktator Than Shwe das oben beschriebene Versprechen nur aus diplomatischjem Geschick heraus versprach, war AAPP-Verantwortlichen klar. Enttäuscht sieht  Ko Tate Naing die vergangene  UN-Missionen gescheitert. Wieder einmal. Trotz des Aufrufs der UN und des Besuchs eines hohen Kommisars im Land. Tate Naing zieht den Schluß:

“the regime continues to arrest and imprison democracy activists with impunity. This means that the regime is not cooperating with the United Nations or the International Community. Due to these facts we need to reconsider the process of UN involvement in Burma.”

Abschliessend fragt er, 

“Wie lange Zeit die UN und ihre Mitgliederstaaten noch brauchen werden,

“to understand that the rule of law does not exist in Burma and that the people they recognize, refer to and negotiate with as the government of Burma are nothing more than an illegal and brutal dictatorship?”

In zwei Anhängen  gibt die Organisation am Ende der Veröffentlichung die Name der Gefangenen mit Adresse, Begründung der Verhaftung, Strafmaß und Gesundheitszustand bekannt, und macht so auf erneute Menschenrechtsverletzungen greifbar

-eine Online Petion der AAPP “Free Burma Prisoners” findet man hier

 

 

II Schauprozesse im August: Nay Phone Latt und  Zarganar 

In Ergänzung zu der Veröffentlichung der AAPP sei berichtet, dass im Schatten Olympia´s und vor der Ankunft Ibrahim Gambari´s in Schauprozessen drei bekannt gewordene Regimekritiker und Menschenrechtaktivisten verurteilt wurden..

a) Nay Phone Latt 

Eine erneute Verurteilung widerfuhr dem burmesischen Internet-Aktivist und Betreiber mehrerer Internetcafés Nay Phone Latt am 12.08. Dies berichtete am 13.08. Reporter ohne Grenzen :  

Nay Phone Latt wurde am 29.01. verhaftet und in das Insein-Gefängnis gebracht, wo er seitdem gefangen gehalten wird. Er besass damals ein auf der schwarzen Liste des Militärs stehendes Video- verboten, unsd so lautete die erste Anklage 

Nay Phone Latt was initially charged under article 32 (b) of the Video Act, which carries a maximum sentence of six months in prison.” 

Am 07.Juli wegen Diffamierung des Staates  nach Artikel 505 (b)  auf unbestimmte Zeit verhaftet, fand man zu dem neuen Termin im August neue Beweise gegen ihn:

“The police said they found articles showing disrespect for the government in his email inbox. He was  charged under sections 33 (a) and 38 of the Electronic Act”

Wie hoch das Strafmaß ist ist unbekannt. Auf seinem in burmesischer Sprache gehaltenen  Blog , der bis zum 22.01. geführt wurde findet man einzelne Passagen in englisch. Etwa diese, vom 10.1.:

r ေပးမယ့္လူကို ေစာင့္ေနဆဲပါ။ ဘာပဲျဖစ္ျဖစ္ We Blog … We Unite ဆိုသလို ဆံုၾကရေအာင္ပါ။ အခက္အခဲနဲ႔ သိခ်င္တာေလးေတြ ရိွရင္ ဒီဖံုးနံပတ္နဲ႔ 

und dann folgt, in roter Schrift:

–Access has been denied–

über Nay Phone Latt: inadaequat vom 02.02. und  03.02., 

 

b) Zaganar (s.a. BNU vom 07.08.)

Zwei Tage später, am 15.August wurde der  Comedian Zarganar verurteilt.

Dass der “Charlie Chaplin Burma´s” einen Schauprozess erhalten würde, mutmassten Beobachter schon seit seiner Verhaftung im Juni. Sie sprachen sogar von einer geplanten Vergeltungsmaßnahme der Junta ihm gegenüber. Denn von der erneuten  Verhaftung bis zur Verurteilung ließen die Militärs ihn ihre Macht spüren. Mehrfach wurde ein Anhörungstermin festgesetzt, der jedoch kurz vor der Durchführung platzte.(Mizzima News vom 07.08)

Dem seit 1988 fünf Mal verurteilten Maung Thura aka Zarganar wurden sieben Anklagepunkte zur Last gelegt.  Ifex berichtet am 18.08. :

He was charged  “with violation of Section 505(b) and Section 295 of the Criminal Code Damaging or Defiling a Place of Worship with Intent to Insult the Religion), Section 17(2) of the Unlawful Associations Act, Sections 32(b)/36 of the Video Act and Sections 33(a)/38 of the Electronics Act.”

Zudem seien Photos von ihm auf Exil-burmesischen Webseiten erschienen, wie etwa Mizzima News und Irrawaddy. Dies beweise zarganar´s Unzufriedenheit gegenüber der Militärregierung.                               “They also submitted the transcript of a radio interview given by Zarganar to BBC and VOA,” Aung Thein said.”

Zargananar erhielt eine Gefängnisstrafe, die aufgrund der Verurteilung nach Art.33(a)/38 und 505(b) zwischen 7 und 17 Jahren variieren kann.

                                                                                                                                         

III 08.09.: Menschenrechte?

Was für die politischen Häftlinge gilt, gilt auch für die Menschenrechte- keine Veränderungen.Ein Beweis mehr liefert die Human Rights Documentation Unit (HRDU), des National Coalition Government of the Union of Burma Am 08.09. veröffentlichten sie   das  Human Rights Year Book 2007. Mit 964 Seiten und 380.000 Wörtern ist es

” not only the largest and most comprehensive report ever published by the HRDU, but is also quite likely the single largest report ever produced on the human rights situation in Burma.”(NCGUB)

Die Documentation Unit trug in demHandbuch tausende Nachrichtenartikel, UN-Stellungnahmen und Berichte aus dem Jahr 2007 zusammen und                                                                                    “ documents the continuing and systematic perpetration of human rights violations in Burma as they occurred across the country throughout 2007.” 

Die Bilanz im vierzehnten Erscheinungsjahr ist wie erwartet ernüchternd. Das Jahr 2007 in Burma  war geprägt durch Menschenrechtverstöße jeder Art: Erpressungen, Mißhandlungen, willkürliches Handeln und Verhaftungen, Zwangsumsiedelungen, Presse- und Internetzensur u.v.m.                                      Dr. Sann Aung, Präsident der HRDU kommentiert:

“Whether we look at it in terms of the time elapsed since the Saffron Revolution last year or over a longer timeframe since the uprisings in 1988, the result is the same…..While it is difficult to say conclusively that the human rights situation in Burma is getting worse, we can say that it certainly isn’t showing much improvement.”

Das aktuelle Human Rights Year Book 2007 ist, ebenso wie die älteren Ausgaben  auf der Homepage des NCGUB  downloadbar.

IV B4B-Blog 4 Burma

Das Netzwerk B4B schreibt aus  fünf Nationen über die Entwicklungen in Burma. Am aktuellsten ist man über den abbonierbaren Feed informiert.


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Gambari II

August 29, 2008

Der vierte Besuch Gambari´s- er war gescheitert. Einstmals nachgerade tollkühne ausgeführte Aktionen, wie etwa das “ausser Landes Schmuggelns” eines Briefes von Aung San Suu Kyi´s im November 2007

“that appealed to the country’s military leaders to put aside their differences with her and to work together on national reconciliation for the sake of the whole country.”(Asian Times)

gehören der Vergangenheit an. Selbst die Verfasserin des Briefes wollte den ehemaligen Aussenminister Nigerias diesmal nicht sehen.

Geht man auf die Suche nach Gründen für das Scheitern, kommen einige mögliche Gründe zusammen. Spurensuche.

I Die Kunst, mediale Präsenz zu terminieren

Das Ehepaar George und Laura Bush hätten ihre Asien-Reise, die Begegnungen mit burmesischen Dissidenten und den burmesischen Flüchtlingen zeitlich nicht besser planen können:

Sie waren beide auf der Durchreise zur Eröffnung der medialen Supershow des Jahres, der Olympiade in Peking.  Bevor sie begann. Was sie also  auf diesem “Zwischenstopp” zu sagen hatten, was sie an Versprechen mit  nach Peking nahmen, und vorab der chinesischen und burmesischen  Regierung via Presse mitzuteilen hatten wurde verstärkt wahrgenommen.  Danach geschrieben und gelesen.(BNU berichtete). Nach dem Aufenthalt in Bangkok ging es weiter nach Peking, die Eröffnungsfeier. Und ein Tross Journalisten und Fotografen, Kameramänner und Frauen flog gewiss mit.

Ibrahim Gambari flog “hinterher” in die asiatische Region. Nachzügelnd sozusagen. Während die ” Medien-Show des Jahres” noch in vollem Gange war, und den  Focus verrutschten ließ- der olympische Geist wehte, und galt medial eingefangen zu werden. Das Medieninteresse nur halb so groß.Die Aufmerksamkeit halb so groß.

Was wäre gewesen wenn die Reise vorgezogener stattgefunden hätte? Wäre er dadurch mehr ins global-medial Interesse gerückt? Hätte er dann mehr bewirken können?

II Die UN unter Druck- Die Sache mit den Hilfsgeldern

Ibrahim Gambari reiste im Auftrag einer Institution, die nur vier Tage zuvor öffentlich zugestehen musste, dass schätzungsweise 1,56 M $ der gespendeten Hilfsgelder für Burma an die Junta “verloren” gegangen seien. Verloren im Umrechnungsdschungel. Verloren im Umrechnungsreglementierungswerk und den Deviseneinfuhrbestimmungen der Militärjunta und  deren komplizierten Reglementierungen.

World News Australia erläutert am 14.08. das Einfuhrverbot der burmesischen Regierung.                                                                                                          Wenn die UN harte US-Dollar ins Land brächte, erhalte es als Gegenwert sogenannte ” Foreign Exchange Certificates (FEC)”, die eigentlich dem Wert eines Dollars entsprächen. Diese können nun in die burmesische Währung Kyat umgetauscht werden

“but they are being changed at a rate of about 900 kyats to one, or 23 per cent less than the current exchange rate of 1,170 kyats for one US dollar”

Bereits Ende Juli hatte man dies vermutet, damals war man jedoch von einem Verlust in Höhe von 10 M$ ausgegangen.

Damals hatte der Independent u.a. darüber berichtet, und den Entschuldigungsversuch des zuständige UN Sekretär “for human affairs”John Holmes, zitiert:

“We were arguably a bit slow to recognise… how serious a problem this has become for us,”

Weiter heisst es:

“Mr Holmes said he did not know where the money was going or who was directly benefiting.” Und dann musste er doch noch etwas zugeben: UN Mitarbeiter hätten ja soetwas schon seit Juni “geahnt”.

Einen Monat später nun berichtet WorldNews Australia, über einen hilflosen UN-Koordinator vor Ort, Daniel Baker. Dieser muß nun zugeben, dass nicht das ganze Geld erhalten wurde, und weiß um die Reaktion der Spender:

“donors are extremely worried and keen to see that this issue is resolved”(Australian World News)

Die Zeitung beschliesst ihren Artikel mit noch einer Zahl:

“Rebuilding Burma’s cyclone devastated regions and providing aid to millions of victims is expected to cost $US1 billion ($A1.14 billion) over the next three years.

Mit diesen Zahlen im Hinterkopf reiste ein US-Gesandter nach Burma “also known as Myanmar”. Reist in das Land um politisch zu verhandeln, ein Schwert des finanziellen Alptraums im Nacken.                                                                          (Aus dem finanziellen Blickwinkel heraus hätte sich Than Shwe aber wenigstens sehen lassen können- um “danke” zu sagen. Die feine englische Art ist das auch nicht unter Diplomaten.)

III Das Militär unter Druck unterdrückt

Als Gambari nach Burma reiste, hatten die Burmesen bereits eine erneute Welle von Repressalien hinnehmen müssen. Die Junta reagierte gewohnt brutal, nachdem innerhalb von nur zwei Tagen

  • Bush Dissidenten traf
  • die olympischen Spiele eröffnet wurden, und damit die kritische Auseinandersetzung des chinesischen-burmesischen Verhältnisses noch kritischer unter die Lupe genommen wurde
  • und nicht zuletzt der Gedenktag der 1988´er Revolte ins Haus stand

An jenem 08.08., dem Gedenktag des Aufstandes von 1988 demonstrierten die Junta einmal mehr ihre Machtpotentiale. Wohlweisslich hatten sie zeitig  dafür gesorgt, daß Kundgebungen und Demonstrationen im Land im Keim erstickten.

Aus den Reihen des Blog4 Burma Netzwerks berichten über den Tag bereits ausführlich:

Adaequat beschreibt, wie schon frühzeitige “Massnahmen”der Militärs sichtbar waren, Kundgebungen zu unterdrücken, Demonstranten zu inhaftieren.

inadaequat stellt historisch -und moralische Verknüpfungen um den 08.08. zussammen, und resümiert umfassend.

Kathy fasst den Tag für französische Leser zusammen

Birmania Libre zeigt Videos und Fotos des Tages

Ergänzend sei hier auf einen Artikel aus der Gulf Times vom 09.08. verwiesen, der dias Vorgehen der Militärs einmal mehr schildert:

“Myanmar’s junta arrested 48 activists yesterday for a protest march marking 20 years since the army crushed an “8-8-88” democracy uprising with the loss of an estimated 3,000 lives, an opposition official said. The group of mainly young men in t-shirts bearing the numbers 8-8-88 – a reference to the August 8, 1988 nationwide revolt – staged a silent walk through the northwest town of Taunggok before being stopped by a police barricade.“They were all picked up and are being questioned at the moment,” Ko Thein Naing, a local official from the opposition National League for Democracy, told Reuters.. “

War es den Burmesen im eigenen Land nicht möglich sich laut zu äußern, taten dies Exil-Burmesen und Sympathisanten im(benachbarten)  Ausland:

“In Bangkok and Manila, dozens of protesters chanted anti-junta slogans, burnt Myanmar flags and waved placards calling for the release of democracy icon and Nobel peace laureate Aung San Suu Kyi..”

siehe über Aktionen im Ausland auch: CNN ” Protest mark Myanmar  anniversery ”

(via Irrawaddy)

IV Un-Endlosschleife

Und die UN? Sie formuliert Forderungen an Than Shwe und diktiert so Gambari´s Marschroute, standhaft diplomatisch .

“The United States is steadfast in its call for Burma’s leaders to immediately release these and all other political prisoners. The regime also must begin a genuine dialogue with the democracy movement’s leaders and ethnic minority leaders on a true transition to democratic government. Improved relations between the two countries depend on the Burmese regime taking credible steps in this direction.”(VoA, am 13.08.)

Gründe mag es ergo viele gegeben haben, warum in den sechs Tagen nicht so recht geklappt hat, mit den heeren Zielen der UN und Mr. Gambari in Burma. Doch wichtig ist, und bleibt “was hinten rauskommt”- und das ist in diesem Fall wenig, und wird schwerstens kritisch reflektiert.

Etwa im Wall Street Journal vom 28.08.

“Why bother? With no real resolve at the U.N. or the Association of Southeast Asian Nations to bring about political change in Burma, Mr. Gambari’s visits are meaningless. The generals recognize that. It’s time the U.N. did, too.”

V zum Schluß- der “Vertipper”

Burma, Birma, Myanmar- man erklärt ja immer wieder gerne,  dass diese drei Bezeichnungen ein und  das selbe Land meinen, fast “spielt” man mit den Synonymen. Wie etwa die Time :

“Burma, also known as Burma….”

Gambari´s vierter Versuch I- failed

August 27, 2008

I Pläne

Ibrahim Gambari hatte sich bei seinem vierten Besuch in Burma wieder einmal viel vorgenommen.           Focus online meldete am 15.8.:

“Der UN-Sonderbeauftragte Ibrahim Gambari will sich der kommenden Woche in Birma erneut um eine schrittweise Demokratisierung des Landes bemühen. Der Spitzendiplomat soll am Montag( der 18.08., Anmerkung des Verfassers) in Rangun eintreffen. Es ist Gambaris vierter Besuch seit der blutigen Niederschlagung friedlicher Proteste durch das Militärregime im vergangenen September. Die Vereinten Nationen fordern demokratische Reformen und die Freilassung aller politischen Gefangenen einschließlich Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi.”

Die Erwartungen waren  hoch, die internationale Gemeinschaft setzte Hoffnungen auf die  Überzeugungsarbeit des 63-jährigen.

“The international community hoped that he would succeed in persuading the military to open a genuine political dialogue with Aung San Suu Kyi and ethnic groups to create a national reconciliation process that could lead to a genuine democracy.”(Asian tribune)

Und eigentlich hatte er sich gefreut, wieder in Myanmar zu sein, nachdem der ursprüngliche Besuchstermin im Mai aufgrund einer Naturkatastrophe namens “Nargis” abgesagt werden musste.  Und auch die Oppositionspartei hatte sich gefreut, er werde es diesmal schaffen, zwischen der Junta und der Oppositionspartei zu vermitteln, so die Hoffnung. Bei seinem letzten Besuch im März  war dies nicht geglückt.  Hoffnungen Gambari´s werden in einem Artikel der BBC wiedergegeben, der auch die Stimmung des Landes vor dem Besuch zusammenfasst:

“Mr Gambari, who aims to promote democratic reform in Burma, is likely to be hoping for a more successful visit than his last one in March, which he described as disappointing.”()Ebenso die Oppositiions      “Hellooo, its showtime again”- via  Irrawaddy

III Der Besuch

Er kam, sah- und blieb eine Woche- dann reiste er wieder ab. Die gesteckten Ziele erreichte er nicht. Es gab wohl Diskussionen über die “Roadmap 2010” und die Möglichkeiten von Neuwahlen in zwei Jahren.(Burma Berichterstattung) Frei und gerecht sollen sie werden, versprach er Mitgliedern der NLD.

Nyan Win, Sprecher der NLD jedoch bewertete das Treffen kurz und knapp                                                           “as a waste of time”- auf beiden Seiten.

We have made very clear to the UN envoy that the mission should not discuss the upcoming 2010 elections, as the NLD does not recognise the military-backed constitution..The UN envoy was wasting his time on matters that he was not supposed to deal with.(BBC)

Zudem zeigte im die Junta erneut wie ihre Demokratieverständnis aussehe (Yahoo Canada)- und Gambari liess sich lenken, und musste es akzeptieren, dass ihn der Staatschef Than Shwe nicht zu einem Treffen in die  neue Hauptstadt des Landes Nay Pyi Taw einlud.

Der burmesische Exil Journalist Zin Linn schreibt in der Asian Tribune detaillierter, was Herr Gambari stattdessen zu tun hatte:                                                                                                                                 “Instead, Gambari met with the leaders of the ruling junta which has identifies itself as the Union Solidarity and Development Association (USDA). It is a gang similar to Hitler’s ‘Brown Shirts’, which carried out an assassination attempt on Nobel laureate Suu Kyi on May 30, 2003. Scores of her supporters were slaughtered during that pre-meditated attack.” (über die USDA siehe auch Burma Campaign UK)

Auch das Vorhaben, vermittelnd in die am Boden liegende  Kommunikation zwischen der militärischen Regierungspartei und der Oppiositionspartei einzugreifen, schlug fehl.

Und  Aang San Suu Kyi, sagte ein Treffen ab, das von der Junta organisiert war-  liess die Junta ausrichten.

“It is very clear. Aung San Suu Kyi has made it incredibly clear by refusing to meet with Mr. Gambari that she has lost confidence in this process and she refuses to engage in this process,” said  “It is a dramatic step.” zitiert Voice of America Debbie Stothardt, den Sprecher der alternativen ASEAN.

III “Leaving empty handed”

CNN berichtet über das Ende der erneut fehlgeschlagenen Dienstreise visuell wie folgt

War es die letzte Fahrt Gambari´s nach Burma?                                                                                                   Ist er der richtige Mann für einen derart delikaten Job in Rangun?

Larry Jagan gibt ihm keine Chanche mehr. Er habe ausgespielt, “and no more cards to play.”(Asia Times)

Und weiter verknüpft er das Versagen Gambaris mit  Zweifel an der UN:                                               “Gambari’s failure raises doubts about the UN’s future role in Myanmar’s political impasse and perhaps other conflict resolution efforts around the world. In an exclusive interview with Asia Times Online earlier this year Gambari said: “It is our job, and a continuing challenge at the UN to make the impossible possible, and will continue my efforts at mediation regardless.

Der Exil-Burmese  Zin Linn sieht es ähnlich: Hat Gambari eine Chanche in Burma? “Pro-changer’s reply is a resounding no. “No he’s disqualified.”

Er beschliesst seinen Artikel( Asian Tribune )indes in  Gedenken an seine Landsleute, und fragt nüchtern:

“Is it too much for the democratic forces in Burma to expect that the United Nations will quickly come to grips with the Yangon crisis in a more direct manner?

-to be continued-

7.08.08: vom “Zeichen setzen” und “Exempel statuieren”

August 8, 2008

I Zeichen setzen

“Schnell nochmal Burma/Birma /Myanmar in den Focus der Presse rücken, und Zeichen setzen” schien die gestrige Parole des amerikanischen Präsidenten auf seiner Asien- Rundreise gewesen zu sein.                                                       “Noch einmal Flagge zeigen, bevor es zu spät ist, und der Focus verrutscht. ”

Than Shwe antwortet auf diese Zeichen, und stellt klar: An der klaren Linie seiner Politik lässt sich nicht rütteln. Auch wenn der olympische Gedanke über den Globus getragen wird, und  gerade weil sein Land  am nächsten Tag einen Gedenktag hat: 20 Jahre Studentenunruhen.                                                         So liegen an nur einem Tag in dieser unseren globalisierten Welt Solidaritätsbekundung  und Abschreckung nah beieinander.

II Solidarität

a) Worte im Trocknen

So traf sich George Bush mit burmesischen Dissidenten in Bangkok/Thailand. Nett, dass er dafür Zeit hatte, liest sich das Programm seiner Asienrundreise doch sehr dichtgedrängt.(White House)

In Gesprächen und einer anschliessenden flammenden Rede sicherte er den Freiheitskämpfern zu,

“mit China über die Probleme in Burma zu sprechen”, denn die USA,wolle sich  für  “ein Ende der «Tyrannei» in Burma einsetzen.” Er rief das Regime auf, die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und alle anderen politischen Häftlinge freizulassen.”(Aargauer Regionalportal)

Bush träfe am Wochenende, ebenfalls zu Gesprächen politischer Natur mit Präsident Hu Jintao, Ministerpräsident Wen Jiabao und Vizepräsident Xi Jinping zusammen.

Ein Mann, ein Gespräch, ein Versprechen:                                                               “We seek an end to tyranny in Burma,”(World News, Australien)

b) as close as…

Indes zeigt sich die First Lady praktischer veranlagt- und wird durch den Regen an der thailändisch-burmesischen Grenze nass.                                                  The “outspoken critic of the junta” (BBC)  besuchte das mit 35 000 Karen-Flüchtlingen besetzte Flüchtlingslager Mae-La an der  thailändisch-burmesischen Grenze.                                                                                              ” So nah an Burma dran war sie noch nie” schreibt die Washinton Post ,  nicht ohne Stolz im Reporterstift, und Begleit-Video auf der Webside, und berichtet über ihren Besuch wie folgt:

“There Laura Bush carried out some first-lady-like activities, sitting in on English and math lessons for students in the Mae La refugee camp…”

USA Today ergänzt:

“Student Saw Aung Nay Lin shyly approached the chalkboard and wrote, a bit ungrammatically: “My life in refugee is better than Burma but I don’t have opportunity to go outside my camp.

Danach besuchte sie das Krankenhaus des Camps unter der ärztlichen Leitung von  Cynthia Maung, ”                                                                                  described by many as the Mother Teresa of Burma, and learned how doctors there treat thousands of poor Burmese for cataracts, missing legs and other problems.” Der Besuch sei Teil einer Kampagne des Weissen Hauses, um den Druck Amerikas auf die Militärregierung zu demonstrieren.

Befragt nach der Situation in Burma, 20 Jahre nach den Studentenunruhen  sagte sie:                                                                                                                           “Twenty years have gone by — everything is still the same or maybe worse in Burma,” she said. “We know that Burma is a very rich country, rich in natural resources. And the junta uses those resources to prop themselves up for their own benefit, not for the benefit of the people of Burma.”

Auf die Frage, warum sie und ihr Mann dennoch zur Eröffnung der olympischen Spiele in ein Land fahren, das international als der grösste Unterstützer und der burmesischen Regierung gelte, antwortete sie:

“As you know, the Chinese depend on a lot of energy imports into China. . . . We urge the Chinese to do what other countries have done — to sanction, to put a financial squeeze on the Burmese generals.…The best solution would be if General Than Shwe’s regime would start real dialogue,” (BBC,Washington Post)

Sprach´s und reiste wieder ab- der Flieger nach Peking wartete.

III  Abschreckung als  Dialogbereitschaft

Derselbe Tag in Burma. Angesichts des bevorstehenden Gedenktages “20 Jahre Studentenunruhen im Land” ist für die burmesische Führung Anlass genug gegeben, zu zeigen was von einer “Dialogbereitschaft” wie von Laura Bush gefordert, gehalten wird- nichts.                                                                         Abschreckung ist besser.

Unruhen hatte das Militär erwartet, und bereitete sich zeitig vor. Der britische Telegraph schreibt bereits am 03.08.:

Thousands of heavily-armed Burmese security forces have been moved to the outskirts of Rangoon days before the twentieth anniversary of an uprising which came close to bringing down the military regime.” Ein westlicher Diplomat beschrieb  die Lage auf den burmesischen Strassen so:

“They are keeping large numbers of security personnel inside the city, out of sight. If they see a single protester in the street he will be picked up in minutes.

Als diese Absicherung organisiert war, verkündete die Militärführung,              “Prime Minister Thein Sein will attend the opening ceremony of the Olympic Games in China.” (Radio Australia)
Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Ein öffentliches Vorzeige-Opfer, das am Pranger der Militär-Justitia steht, gibt es dann pünktlich am Vorabend des Gedenktages.

IV Maung Thura,  genannt Zarganar

Denn an diesem Tag wurde dem regimekritischen Künstler Zarganar(übersetzt: die Pinzette), seit 1986 kritischer Beobachter und extremer Kritiker der Regierung,  der Prozess gemacht. Just an diesem Vorabend des Gedenktages. Verhaftet zu werden war für das Ehrenmitglied des P.E.N. (BNU berichtete)und praktizierenden Kämpfer für die  nichts Neues, doch hatte  er in  Vergangenheit immer mehr oder weniger “Glück gehabt”, die Strafen gemildert, und so wieder frei gelassen.

Jetzt statuierte die Regierung ein Exempel, und erreichte Abschreckung im Volk.Dazu die Times:

“The repressive and secretive junta released no details of the trial of Maung Thura, which took place in a closed court, deep inside the country’s most notorious prison.                                                                                                    His sister-in-law, Ma Hdway, said that the comedian, film director and activist, better known as Zarganar, was charged with five crimes, including unlawful association and creating public unrest.”

Was war geschehen? Nachdem der Zyklon Nargis Anfang Mai in Burma wütete organisierte der unumstritten  beliebteste Comedian und Schauspieler des Landes ein Hilfsnetzwerk für die  Zyklon-Opfer im Irrawaddy Delta auf. Mit Hilfe von Spendensammlungen sollten die dort lebenden Opfer zumindest das Nötigste zum Überleben erhalten: Essen, Trinken, Decken und Moskitonetze. Unterstützt wird er von 400 Freiwilligen. Hilfslieferungen wurden ins Delta gebracht, und überdies auch Filme über den Zustand der Region gedreht- und per Email und DVD verbreitet.                                                                                                   “These gave the lie to the Government’s claim that the disaster was under control and added to anger at its refusal to allow foreign emergency workers into the delta.”, (Times).                                                                                                    Die Militärs fühlten sich bedroht. Doch Zargana ging weiter und gab der Zeitung The Irrawaddy am 02.Juni ein ein Interview über die Arbeit im Delta(unbedingt lesenswert !!)                                                                                                       Daraufhin durchsuchten Soldaten des Militärs sein Haus, Hilfsgelder in Höhe von 1000 $ wurden beschlagnahmt, der burmesische “Charlie Chaplin” festgenommen. (BBC) Doch wieder freigelassen. Und er fuhr wieder ins Delta, um  dort zu filmen. Wieder werden die Filme verbreitet. Als er zurückkehrt wird er verhaftet.

His films included                                                                                                  “scenes in some of remote villages stricken by the storm — heartbreaking, stomach-turning images of rotting bodies, desperate people and government neglect.”(Times)                                                                                                       Eine erneute Verhaftung erfolgte, als er aus dem Delta zurückkehrt. Gestern der Prozess. Ein Schauprozess an geheimen Ort?

This time, it seems, his luck has run out. It could be years, even decades, before the junta decides to free him.”

Am gleichen Tag, wie bereits erwähnt,  in Bangkok. Präsident Bush, seine Rede vor den Dissidenten.

“Er rief das Regime auf, die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und alle anderen politischen Häftlinge freizulassen.”(Aargauer Regionalportal)

Sprach´s, und flog nach Peking. Olympia wartet, diesmal mit dem Leitmotiv: “One world, one dream”

VII zum Schluß

Zum Schluß- Zeilen aus Zangarnar´s Feder- ein burmesischer Witz,  mit bitterem Geschmäckle. Voilà.

George Bush, Hu Jintao (Präsident der VR China) und der burmesische Militärdiktator gingen zusammen zu Gott.
George Bush fragte Gott: “Wann wird die USA die mächtigste Nation der Welt werden?”
Und Gott antwortete:”Während Deines Lebens nicht mehr !”                         George Bush begann bitterlich zu weinen.

Darauf fragte Mr. Hu, wann China das reicheste Land der Welt werden würde.   Und Gott gab ihm die gleiche Antwort.Ebenso wie Bush begann Hu Jintao an zu weinen.
Zum Schluß fragte ,  Than Shwe, selbsternannter “Vater der burmesischen Nation” Gott, wann Burma endlich wieder genügend Wasser und Elektrizität für sein Volk haben würde.

Diesmal war es Gott, der in Tränen ausbrach:                                                          “In meinem Leben nicht mehr.”

(orginal text at Everyone needs therapy)

In diesem Sinne: Free Zarganar!!

“The Irrawaddy”-Portrait in der ARD/Mediathek

May 27, 2008


I ttt meets “The Irrawaddy”

meets


Menschen der über Burma schreibenden und berichtenden Zunft kommen an der Zeitung “The Irrawaddy” nicht vorbei. Aus dem thailändischen Exil berichten die burmesischen Brüder Brüder Kyaw und Aung Zaw und ihr Team aktuell über die Geschehnisse in ihrem Heimatland.

Das Kultur-Magazin der ARD “titel thesen temperamente” sendete am 18.05. ein Portrait der Zeitung, ihrer Macher und ihren Motivationen, weiter zu berichten. Man kann sich den Beitrag hier in der neu virtuell installierten ARD Mediathek anschauen. Das Skript zur Sendung findet man hier.

II ARD- Mediathek mit Suchfunktion

Die neue ARD-Mediathek bietet die Möglichkeit, eingestellte Video- und Audiobeiträge nach Stichwörtern zu durchsuchen. Eingestellt sind u.a. die “tagesschau”, “B5aktuell”, “swr1-thema heute” u.a. Die vorhandenen Medienbeiträge zu Birma finden sich aufgelistet, und können von hier aus ständig aktualisiert werden.

III Die aktuellsten Pressemeldungen vor Veröffentlichung

-Burma verschärft Hausarrest für Suu Kyi- Tagesanzeiger.ch

-Burma junta boosts Suu Kyi security- World News Australia

Birma in virtual media 4/08- Wenn aber…

April 1, 2008

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nochmals aufgegriffen: die Online-Demo und ihre “Folgen”(?)

I Der Plan

Der 12.März sollte es sein.Der “internationale Tag zur freien Meinungsäußerung im Internet” zu dem die NGO “Reporter ohne Grenzen” aufgerufen hatte. Ein Gedenktag in dessen Zentrum eine Mitmach-Aktion per Mausklick stand.

“Im Herbst 2006 rief ROG erstmals zu der Protestaktion «24 Stunden gegen Internetzensur» auf. Damals klickten 40 000 Internetnutzer auf eine interaktive Weltkarte und konnten so die «Schwarzen Löcher des Internets» stopfen. Damit wollen die Initianten einen möglichst grossen Druck auf die Regierungen ausüben, die eine freie Meinungsäusserung im Internet unterbinden. “(20min)
In diesem Jahr nun versprachen sich die “Reporter” eine höhere Beteiligung. Den namhaften Schirmherren UNESCO im Rücken wurde eine Online- Demonstration konzipiiert, für deren kreative Umsetzung und Placierung auf der Webpräsenz der ROG, die namhafte Agentur Saatchi&Saatchi (Werbekonzepte für: Carlsberg, Buenos Aires Zoo, Ariel, Coca Cola und die Webpräsenz des Us-Militärs, s.a. Bob´s Idea Gallery) beauftragt wurde. Am Vorabend der Demonstration interessierten sich wenige für die Struktur der Kooperation.

II Neuland

Eine Demonstration ist eine “in der Öffentlichkeit stattfindende Versammlung mehrerer Personen zum Zwecke der Meinungsäußerung”(wikipedia), basierend in Deutschland auf Art. 8 GG, Versammlungsrecht. Im realen Leben kennt mensch schon seit langer Zeit diese Form des Versammelns, und des “Kämpfens um… oder für..” – Georg Füllbrecht diskutiert einige Formen auf jungle world. Aber virtuell? Online demonstrieren- für viele User das “erste” Mal. Neun beispielhafte Schauplätze hatte sich RoG ausgesucht, u.a. China, Burma und Turkmenistan, die symbolhaft für die weltweite unterdrückte und zensierte Meinungsäußerung, Gefangennahmen von Journalisten, den nicht vorhandenen Internetzugang standen. Ernst Corinth von der Frankenberger Zeitung berichtete live von seiner ganz persönlichen Online-Demo-Premiere:

Bequemer kann man wirklich nicht protestieren. Um kurz nach 11 Uhr heißt es dann pünktlich auf der Protestseite „Join us now“ und nach einem Klick: „Act Now!“ Na klar, dafür bin ich ja gekommen. Anschließend wähle ich mein Demoziel aus, also China, wo schon 119 Leute demonstrieren. Danach muss ich meinen Namen angeben und eine Parole auswählen: „Welcome to the country of censorship!“. Nach einem weiteren Klick erscheint eine Animation mit Demonstranten, auf der ich nun halt auch vertreten bin – irgendwie zumindest. Und das war alles.”

Zwei Tage später hört sich der gleiche Partizipations-Vorgang etwas nüchterner an: Man habe die Seite aufgerufen “um sich per Mausklick auf einen dortigen Demoplatz zu zoomen , aus einer weiteren Liste einen Slogan zu wählen und sich dann per Avatar in die wogende Menge zu werfen.”

III Schattenwurf

Das Online- Ereignisse hatte Schatten geworfen, und massive Zwistigkeiten lagen in der Luft: die UNESCO hatte sich kurzfristig vor Beginn der Aktion aus der Verantwortung der Schirmherrschaft zurückgezogen. Blog-4Burma Netzwerkerin Inadaequat analysierte die Vorkommnisse, recherchierte Statements , wertete lesenswert aus.

Zwei unterschiedliche Positionen kristallisierten sich:

– die UNESCO betonte offiziell: “Die Unterstützung der Aktion sei vorbehaltlich und als ideelle zugesagt worden . Auf den Seiten der ROG hätten Wording und Logo eine wesentliche stärkere Involvierung der UNESCO suggeriert.”
Demnach hätte also “die ROG…ihre journalistische Sorgfaltspflicht vernachlässigt zugunsten einer zugkräftigeren PR für ihr Anliegen.”(inadaequat)

– die RoG indes sei davon ausgegangen, dass die UNESCO Interventionen einiger Mitgliedstaaten hätte nachkommen müssen, die sich als “Feinde des Internets” von der RoG hatten brandmarken lassen müssen. Handelte die UNESCO demnach unter Druck?

Der Kölner Stadtanzeiger bescheinigt der UNESCO, ein skandalöses Verhalten an den Tag gelegt zu haben, der Fehler liege jedoch im System, denn Feinde der Menschenrechte wie der Sudan dürfen mit Sitz und Stimme in UN-Menschenrechtsgremien über Menschenrechte befinden. Unter diesen Voraussetzungen ist die Absage für „Reporter ohne Grenzen“ zwar ärgerlich – aber wirklich überraschen kann sie nicht.”

Das dargebrachte Argument der RoG leugne die Institution natürlich, vielmehr sei „das Prinzip“ eines Tages der Meinungsfreiheit eine tolle Sache – nur mit konkreten Veranstaltungen möchte sie nicht verbunden werden. Wenn aber selbst die Staatengemeinschaft für Menschenrechte nicht einmal diplomatische Verwicklungen hinzunehmen bereit ist, wer dann?”

Verdacht auf Unfähigkeit, diplomatische Verwicklungen zu lösen vs. Marketing-Aktion einer NGO also?

IV …wieder Alltag Einen Tag später kehrte relative Ruhe ein. Der Gedenktag war geplatzt, die Online -Demo- trotzdem nur für 24 Stunden angekündigt, noch immer betriebsbereit im Netz- Ergebnisse ergo verfälscht. Der Alltag rief wieder: -Michael Rediske von RoG, gab der Deutschen Welle ein Interview zum Thema Chanchen des Online-Journalismus. Das neue Wirkungsfeld Internet habe, so sagte er, Spielräume geschaffen für Menschen, Journalisten oder auch Aktivisten, die sich vorher nicht artikulieren konnten. Die Eintrittschwelle in die Medienproduktion ist gesunken. Heute kann man mit weniger Mitteln anfangen zu bloggen und kann leichter auch über Staatsgrenzen hinweg Informationen senden oder empfangen. Auf der anderen Seite hat es die Behörden und Regierungen aktiviert, die an oppositionellen Medien und Gruppierungen kein Interesse haben. Die bedienen sich heute nicht nur massiver Verbote, wie etwa in Kuba oder China. Gerade China bedient sich aber auch technischer Hilfsmittel, um Seiten oder einzelne Worte zu blockieren. Das ist ein Wettrüsten zwischen den Aktivisten und den Zensoren.” Über den Tag davor verliert Reske kein Wort.

-die UNESCO Pressemitteilungen im März kreisen um die Themen: “Die schönsten Bücher der Welt” und den “Unesco Welttag der Poesie“, unter der Rubrik “Menschenrechte findet sich ein Verweis auf die Online-Zeitschrift IJMS mit dem Thema “Migration und Integration in Asien“- also auch Fehlanzeige.

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V Ereignisse im B4B dargestellt

Viel Zeit um über den “Demo-Fehlschlag” zu reflektieren, gab es auch historischer Sicht nicht. “Keine Atempause-Geschichte wird gemacht”, Beobachter des Blog4- Burma-Netzwerks berichteten ausführlich lesenswert:

-über den Aufstand in Tibet, und Parallelen zu dem Aufstand in Burma, siehe daburna-Beiträge vom 18.03., 21.3.-1, und 21.3.-2 sowie )

– über das Verfassungsreferendum, lese News HQ vom 27.03.

über den Armed forces day, Feiertag in Burma, eigentlich als “vorletzte Etappe zur Unabhängigkeit” gedacht, jetzt durch Glanz, Pomp und Verlogenheit gekennzeichnet. siehe und lese Inadaequat

-über den Besuch des UNO Beobachters in Burma bei khaipi

– daily updates in spanish and french read with Birmania Libre , Birmainie, mon coeur saigne and on Blouger ou ne pas bloguer?

– zudem stellte Simon von Blogger for freedom das Netzwerk Blog4Burma bei Radio Fritz vor und beschäftigte sich adaequat mit der Frage, ob das Medium Radio an sich(in Burma) Mut machen kann?

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V Wenn aber selbst die Staatengemeinschaft….

Und dann nochmal Luftholen. Rückbesinnung auf die Frage nach dem “Wenn aber…”? Neben einem Forderungskatalog der NGO Human Right Watch, was denn die UN dieser Tage tun solle, (Klarheit!)findet sich eine eine Nachricht des Bieler Tageblattes über das Ende der Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf.

Der Rat, ebenso “Sub-Institution” derUN wie die UNESCO auch, sei ebenfalls in die Kritik gekommen. “Während der ganzen vier Wochen wurden einzig Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea, Burma und in den palästinensischen Gebieten verurteilt.” Die Arbeitsweise sei beklagenswert gewesen. Versuche aktuelle Gespräche wie etwa über Tibet, aber auch Burma oder zu führen, scheiterten: “ Der chinesische Botschafter unterbrach im Rat jeden Sprecher.

Ratspräsident Doru Romulus Costea verglich den Rat gar mit der in Verruf geratenen Menschenrechtskommission der UNO, die vor zwei Jahren durch den Menschenrechtsrat ersetzt worden war.”

VI Wiederholungsmantra zur Diskussion freigegeben

Wenn aber selbst die Staatengemeinschaft für Menschenrechte nicht einmal……, wer dann?

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Haus oder raus?

February 29, 2008

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Zwei Videos. zwei Welten. Zwei Realitäten. Darf man das vergleichen? Zu kritisch- oder zu zynisch, gar polemisch? Oder einfach nur “Brave new world”?

Video 1
Da gibt es Menschen beiderlei Geschlechts, die sich freiwillig aus ihrem normalen Lebensraum entfernen, um in einem Haus eingesperrt zu sein.Verlassen Hund, Katze , Maus, Freunde , Familie, ein Dach über dem Kopf. Lassen sich einsperren, freiheitsentzug, im Gruppenzwang. Denn alleine eingesperrt sind sie nicht- WG Stimmung. Mit anderen Hausbewohnern zusammen. Eine WG- mit einem “armen” und einem “reichen” Bereich. Brot und Spiele: Gunst oder Missgunst des “sehenden” Publikums entscheiden, wer in der WG bleiben darf oder nicht. Muß jemand “aus dem Haus raus”, da er “rausgevotet” wurde, wird er/sie in den alten Lebensraum, ergo Freiheit, ergo Hund, Katze , Maus, altes Dach über dem Kopf entlassen. Klar die Rede ist von Big Brother.

Letztens musste jemand “raus aus dem Haus”. Weil, da war “Zickenkrieg”(Bild). Das geht nicht! Definitiv!.Abwahl durch die Zuschauer, zurück in die Freiheit. Auch wenn es schwerfällt, liebe Leserschaft: Bitte schauen Sie sich diesen Clip in Gänze an, und lassen Sie ihn auf sich wirken. Diese junge Frau der Wohlstandsgesellschaft ist “wieder frei”. -was meinen Sie?

Video 2

Ein anderes Video. Ein anderer Freiheitsbegriff. Von Menschen, die zutiefst unfreiwillig ihr Haus verlassen mussten. Menschen auf der Flucht, verfolgt. Im eigenen Land- in Burma. Manchmal sehen sie auf der Flucht, wie ihr Haus abbrennt, ihr Dach über dem Kopf. Karen. Für sie ist “Raus aus dem Haus” keine spielerische Frage, die von einem voyeuristischen Publikum als “Entscheidungs-Vormund” beantwortet wird. Für sie ist es Realität. Täglich. Zwei Karen im Interview.

Rehabilitated Italian Stallion in Burma

February 26, 2008

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-Liebe Leser, der subjektiven Wort-Satz-Melange zum Thema "Rambo", Teil 2, als Nachfolger des Beitrags "statt Blumen...". In diesem Beitrag geht es weiterhin um die Rezeption der Kunstfigur Rambo und die Rezeption des Films.In del.icio.us(rechte Sidebar) ergänzend einige Artikel direkt hinterlegt.

I The beginning

1982-“first blood” : “Als ihn ein Kleinstadtsheriff in die Enge drängt, brennen dem Ex-Green Beret die Sicherungen durch. Rambo verschanzt sich in den Wäldern und liefert der repressiven Staatsmacht einen erbitterten Kampf.” Fuchs von fm4 fasst für Langzeit-Vergessliche hintergründig die Trilogie zusammen.

II Rambo=

amerikanischer Action-Held? Rambo ist der härteste aller Action-Helden. Mit Maschinengewehr oder Kampfmesser metzelt die Kampfmaschine mit bulligem Oberkörper seit 1982 das Böse nieder.“(pro)

– oder Antiheld? “..denn dieser Vietnamveteran namens John Rambo bewegt sich haarscharf am Rande einer Psychose. Wie so viele Kriegsheimkehrer fühlt er sich unerwünscht im eigenen Land, verspottet, ausgestoßen. “(fm4). Seine Heimat wusste “nichts mit ihm anzufangen , und so setzte er sich auf die einzige Art und Weise zur Wehr,die er kannte: mit den Mitteln des Krieges.”(critic)

Die Frage nach dem Gesundheitszustand amerikanischer Kriegsveteranen ist auf jeden Fall neu entfacht. “What happens to mental health care of Vets?” fragt The American Prospect, und stellt aktuelle wissenshaftliche Untersuchungen vor, nach denen die Selbstmord-Rate in Amerika sehr hoch ist.

– oder “kulturpolitische Frontsau”?

Beeindruckte Rambo im ersten Teil noch als von seinen Albträumen geplagter Vietnam-Veteran, so degenerierte er in der Folgezeit zur kulturpolitischen Frontsau der Reagan-Ära.”, “vom getriebenden Vietnamveteranen zum waschechten Reagonomic mit Panzerkörper.“(Hamburger Abendblatt)

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II Rambo 2008

a) christliche Freude enttäuscht Radio Vatikan, verkündete am 02.03.07 frohlockend: “Der vierte Teil des Action-Films „Rambo“ soll ein christlicher Film werden. Das kündigte Action-Star Sylvester Stallone jetzt an. Stallone werde in dem Film, der Anfang nächsten Jahres ins Kino kommt, die Hauptrolle spielen. Als „John Rambo“ begleitet er Christen auf Missionsreise in ein fremdes Land und wird am Ende, beeindruckt von der Lehre Gottes, selber zum Christen. Der Hollywood-Star Stallone war Ende der neunziger Jahre wieder in die katholische Kirche eingetreten. Seitdem versucht er, seine Filme christlich zu prägen.”

Drei Monate später traut das katholische Magazin pro seinen Augen nicht, und fragt irritiert: In tödlicher Mission oder missionarisches Töten?” und weiter
“Rambo ist der Inbegriff des Ballermanns…., mit nacktem Oberkörper, der das Maschinengewehr sprechen lässt, wenn Worte aus irgendwelchen Gründen ausgegangen sind. Umso mehr hat es verwundert, als Sylvester Stallone im März letzten Jahres ankündigte, sein neuer Streifen werde christliche Töne anschlagen.”

Oberflächlicher “christlicher “Handlungsstrang: Rambo hilft christlichen Missionaren, die auf dem Weg sind ihren Glaubensbrüdern und -schwestern, Medikamente und die Bibel zu bringen. Tiefere Symbolik- wohl eher nur alt-testamentarisch: Der alternde Held als “Schlangenjäger”, oder das “Auge um Auge-Prinzip”. Der Standard findet Kain und Abel:
“… religiöse Anklänge, wenn der pazifistische Missionar im Moment der Not doch zum Stein (!) greift und den Gegner erschlägt.”

b) Kollegen loben: Weltlich lobende Worte, für den Drehbuchschreiber, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person aus anderem Munde: “Überschwänglich lobende Worte für Regisseure sind nichts Außergewöhnliches in Hollywood, doch in diesem Fall klingen sie nach. Stallone – der Organisator, der Motivator, der Strippenzieher. Kurze, bisweilen gar “brutale” Anweisungen als Regisseur. Und rücksichtsloser Umgang mit sich selbst als Darsteller.”(heftig)

c) Reycling

Reto Büchler, Tagesanzeiger mit den Veränderungen 2008 nach 20 Jahren Kultfigur: “Rambos legendäres Unterleibchen hat Ärmel bekommen, Silvester Stallone muss sich die Haare schwarz färben, und die weggesprengten Gliedmassen fliegen einem – dank den Fortschritten der digitalen Tricktechnik – noch etwas schneller um die Ohren.” Und? Der Rest ist Recycling. Als ob die Drehbuchautoren schon gestreikt hätten, setzt sich der Plot fast ausschliesslich aus Versatzstücken der bisherigen Rambofilme zusammen.”

 

d) tödlich!
236 Tote zählte die “Los Angeles Times”. Pro Minute sterben 2,6 Menschen, mehr als in in allen drei Vorgängern zusammengenommen. ” the blood-splattering follow-up to the classic 1980s trilogy”(The Australian). Zugeständnis: “Stallone wollte nach eigenem Bekenntnis das „Grausamste“ inszenieren”(filmdienst):

“Es fliegen die Körperfetzen in Großaufnahme, Kinder werden erschossen und Schädel gesprengt. Mag das Werbematerial zum Film auch noch so sehr betonen, die Effekte dienten dazu, „das Grauen des Krieges zu vermitteln“, so ist doch der emotionale Affekt nie mit dem kunstvollen Spezialeffekt deckungsgleich. John Rambo schwelgt in Strömen von Blut und weidet sich an der Gewalt.”(critic)

“Herumfliegende Gliedmaßen gehören zu den weniger krassen Elementen der abstoßenden, mit dem B-Movie-Plot verzahnten Drastik. Im hyperreal anmutenden Modus der Reihe wird nichts ausgelassen, was an Verknüpfung von Action und Bösem reaktionär erprobt ist. Der Feind ist gesichts- und zahllos, außerdem ultrasadistisch; plündernd, folternd und vergewaltigend. Er schreckt nicht vor grausamster Kindestötung zurück – ein Novum in Hollywood.”(junge Welt)

Herausgekommen, so Fuchs von fm4 ist “Ein groteskes (Kasperl-) Theater der Grausamkeit .., eine Parodie auf ‘Apocalypse Now’ und die ersten zwanzig Minuten von ‘Saving Private Ryan’, unter der Berücksichtigung von Pasolinis ‘Salò’. Mitten drin ein kosmetisch operierter 61-Jähriger mit Perücke, dessen Dialoge sich auf “Fuck the world!” beschränken.”

Dabei habe er künstlerisch “sehr hart daran gearbeitet” diese Brutalität darzustellen, soll Stallone in einem Pressegespräch gesagt haben.” (Augsburger Allgemeine).

Und die Aufregung um die Brutalität kann Stallone nicht verstehen: “Für so entsetzlich und blutrünstig wie ihr halte ich den Film nicht, weil es das ist, was Krieg ausmacht”(linieeins)
Das ist wohl so, denn “In nichts steckt der Mensch so viel Leidenschaft, Wissensdrang und Energie wie in die Vernichtung seiner selbst -sowohl im wirklichen Leben als auch auf der Kinoleinwand. Und wenn etwas zum sogar im Duden zu findenden Synonym des rücksichtslosen Tötungsdrangs geworden ist, dann ist es das Wort “Rambo”.(Hamburger Abendblatt)

rangun.jpg(Der Fluß und die Stadt Rangun, Satelitenbild der ESA, via gmx)

III das “Setting “- Burma

a) Drehort- Suche

Welchen Stellvertreterkrieg will sie(die Figur Rambo) heute, immerhin gut 20 Jahre nach Teil drei und einem kalten Krieg, der ohne Helden endete, noch führen?” Drehbuchautor Stallone entschied sich für Burma. Im letzten Jahr hatte er sich bei der Zeitung “Soldier of furtune”wie folgt erkundigt: Welche ist derzeit die kritischste Situation, in der Menschen anderen Menschen Unmenschliches antun? Wo auf der Welt gibt es sie? Die Antwort der Zeitung war Burma.(daburna berichtete). War das schon die Entscheidungsfindung?

Knapp drei Monate später.Die Frage nach dem Drehort an Sylvester Stallone. Dieser antwortet: “Rambo in den Irak zu schicken, wäre eine Beleidigung für jene Soldaten gewesen, die dort an der Front kämpfen. Zuerst wollte ich den Menschenhandel und die Drogengeschäfte in Mexiko thematisieren. Doch Burma gibt nur schon optisch mehr her. Und John Rambo ist ein Dschungel-Kämpfer.” (20min)

Reto Bühler mutmaßt einen anderen Grund, und denkt über den politischen Wert der Figur und das glanzlos gewordene Alter Ego nach, und argumentiert mittels hsitorischer Distanz: “ Sein heroischer Einsatz auf Seiten der afghanischen Mujahedin in Rambo III zum Beispiel – als proletarisches Alter Ego von Charlie Wilson sozusagen – hat seit dem 11. September 2001 etwas an Glanz verloren. Vielleicht zog es Stallone deshalb ins gottvergessene Burma statt in den Irak.” Was der Film optisch dort hergibt, beschreibt das Hamburger Abendblatt in einem Wort Hackepeter“.

b) Das Schicksal der Karen

Was Rambo in Burma suche, sei, War-Porn: Die Bilder sind erschreckend realistisch, aber spätestens, wenn der über 60-jährige Stallone am schweren MG Fleischsalat zubereitet, verpufft der Aha-Effekt, dass hier, nachdem der niedergeschlagene Aufstand burmesischer Mönche von den Bildschirmen verschwand, ein völlig vergessener Konflikt wieder ans Licht geholt wurde. ” (Hamburger Abendblatt)

Ins Zentrum des Hollywood-Scheinwerferlichts geholt wird der vielschichtige Konflikt stellvertretend auf dem Rücken der Karen, der christlichen Minderheit des Landes. Seit langem verfolgt, massengemordet. “”Gepeinigt im gelobten Land” titelte die Sueddeutsche.

Doch da die Hauptrolle beim “Held an sich” bleibt, werden die Karen zu den “Nebendarstellern Rambos” wie Inadaequat in ihrem Beitrag ausführt und die aktuelle Reaktionen auf den Filmund Situation im Land lesenswer zusammenfast.

“Kein Zweifel, daß dieser Krieg nicht zum augenzwinkernden Comic-Relief taugt, als das die »Rambo«-Vorgänger im kollektiven Gedächtnis sind.”(junge Welt).

IV das Ende des Films

In der fiktiven Handlung des Films wird am Ende alles wieder gut. Die durch die Junta entführten Missionare werden, dank dem Held gerettet, er kann sie wohlbehalten über die Grenze zurück bringen

“… doch hinter der Grenze, in Birma, bleibt alles wie gehabt. “(filmdienst)

Die Welt teilt sich wieder in Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Vorhang zu, Abspann.

Und auch himself hat genug, als der Film denn “endlich” im Kasten war, weiß heftig zu berichten:

“Das war’s. So etwas mache ich auf keinen Fall noch einmal. In meinem nächsten Film sitzen zwei Leute an einem Tisch und unterhalten sich.” Eine “brutale Erfahrung” sei der Dreh zu “John Rambo” gewesen, erinnert sich Stallone an die Arbeit in Nordvietnam. Temperaturen über 40 Grad, ein Set mitten im Dschungel. 165 verschiedene Schlangenarten. Davon 90 giftig. Stallones Worte an die Crew: “Wir erleben hier etwas ganz Besonderes. Wenn wir hier fertig sind, werden wir aufatmen, aber wir werden uns auch hierher zurücksehnen.”


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V in Deutschland: Zensur

Vor dem Start des Filmes in Deutschland ließ Warner verlauten, “dass John Rambo aufgrund massiver Schwierigkeiten bei der FSK nur in einer um ca. 1 Minute gekürzten Fassung in den Kinos laufen wird.”(Schnittberichte). Wer den unzensierten ungeschnitten Film sehen will, kann dies bei unseren alpinen Nachbarn in Österreich tun, rät Schnittberichte etwaigen enttäuschten Fans, denn “wie die österreichische Seite DVD-Forum.at durch Nachfrage bei einem Mitarbeiter von Warner Österreich in Erfahrung bringen konnte, wird John Rambo bei unseren deutschsprachigen Nachbarn vollkommen unzensiert im Kino laufen.”

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VI Fazit- wie immer im Leben

Seit 1982 “klafft eine große Kluft zwischen Kritikern und Fans. Die einen sprechen von “Gewaltobsession” und unmenschlicher Brutalität, die anderen lieben den für Gerechtigkeit kämpfenden Einzelgänger.“(Augsburger Allgemeine)

Der erhoffte Zuschauer-Boom blieb auch am zweiten Kino-Wochenende aus. “Rambo IV” sahen “230.000 Besucher in 399 deutschen Kinos…..Nicht schlecht, aber bei weitem nicht so erfolgreich wie Stallones zweites Alter Ego, Rocky Balboa. Die Rückkehr des Straßenboxers Rocky nach Jahren der Kinoabstinenz wollten 2007 am Startwochenende noch 406.927 Besucher sehen. “(Spiegel)

Die Seife zum Film, das Dschungel-Menü zum nachkochen, das Rambo-Püppchen als Schlüsselanhänger. Der Fankult boomt derweil wieder.Allein google findet 16.000 Links unter dem Begriff “Fanartikel”. Die Wirtschafts freuts und lockt frei nach dem Motto:

“Sei Amerikaner, spiele mit Xbox LIVE, gewinne mit Rambo!” (areagames)

VII das letzte Wort hat… – . Sylvester Stallone

a) über heimliches Rauchen

Stallone trifft sich wöchentlich mit Freund Arnold Schwarzenegger, samstags im Hotel…, um zu Rauchen: “Wir müssen uns in einem Hinterzimmer verstecken, weil man ja nirgendwo mehr rauchen darf in Los Angeles…” (presseportal)

b) jedes Date bei Frauen gewinnen “Ihr müsst den Frauen einfach nur klarmachen, dass wenn sie nicht mit euch ausgehen, ihr genau das verspeisen werdet, was sie am meisten lieben. Ob das jetzt ihr Hund oder ihr Vogel ist.”(Chart-King)

c) über charakterliche Veränderungen im Alter

Im Alter wird man “immer zynischer und hat plötzlich das Gefühl, alles besser zu wissen.”(20min)

d) über Wachstumshormone

“Testosteron ist für mich so wichtig für das Wohlgefühl, wenn man älter wird.Jeder über 40 wäre gut beraten, es auszuprobieren, weil es die Lebensqualität verbessert. Denken Sie an meine Worte. In zehn Jahren wird es über den Ladentisch gehandelt.”(Augsburger Allgemeine)

P.S.Nach Redaktionsschluß gefunden: ein Artikel in der Vanity Fair über den Film- unbedingt auch lesen, und Meinung bilden.Meinungen, Kritik und Kommentare, auch konträre, herzlich erwünscht!

Birma in virtual media 3/08

February 11, 2008

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I UNCTAD

Die UNO- Welthandels- und Entwicklungskonferenz(UNCTAD) veröffentlichte den Information Economy Report 2007/08, der über die “neuen Paradigmen derInformations- und Computer- Terchnologie(IKT/ICT)” berichtet. Kapitel 7 befasst sich mit der Situation in den ASEAN-Staaten.

Die NZZ stellt die Fakten der Studie zusammen:Im laufenden Jahr seien65 Prozent der Bevölkerung westlicher Industriestaaten an das Netz der Netze angeschlossen, während in den Entwicklungsländern nur 13 Prozent online gehen konnten.
An der Spitze übertrumpften die Niederlande “die weiteren Länder mit einer Quote von 88,8 Prozent.Der Irak und Burma bilden mit bloss 0,1 Prozent das Schlusslicht .

Anders der Mobilfunk, der einen wahren “Boom” erlebe in den Entwicklungsländern. Das Handy als «digitale Brücke» zwischen Arm und Reich.

II Verfolgte Christen

Einen Weltverfolgungsindex weltweit verfolgter Christen für das Jahr 2008 brachte die katholische Hilfsorganisation open doors heraus. Hiernach werden mehr als 200 Millionen Christen weltweit verfolgt.

“Die jährlich herausgegebene Liste zeigt an, in welchen Ländern Christen am härtesten verfolgt werden. Mittels eines Fragebogens bewertet das Werk die Situation von Christen in über 100 Ländern und veröffentlicht die Ergebnisse der ersten 50. “(kathnet)

Der Index sieht Nordkorea demnach zum sechsten Mal in Folge auf Platz 1. “Nordkoreanische Behörden wollen die Christen ausrotten. Zwischen 50.000 und 70.000 Christen sind in mindestens 30 Arbeitslagern gefangen. Christen gelten als politische Straftäter und müssen täglich bis zu 18 bis 20 Stunden Schwerstarbeit leisten bis sie vor Erschöpfung oder durch Folter sterben. Man schätzt, dass rund 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in den Arbeitslagern erwirtschaftet werden.”

Birma befindet sich auf Platz 25, mit einem zum Vorjahr unveränderten Indexwert. Kathnet schreibt sogar: “Verbesserungen der Religionsfreiheit erleben Christen in Somalia, Vietnam, Burma, Äthiopien, Kolumbien und Nepal.” ….?

II Fischer

Drei burmesische Fischer haben drei Monate auf hoher See überlebt, nachdem ein Zyklon-Sturm Mitte November des letzten Jahres ihr Boot erfasst hatte. DCRS online berichtet:

“Die indische Nachrichtenagentur IANS meldete am Mittwoch unter Berufung auf die Polizei, dass die Fischer aus Burma am 11. November gestartet und wenige Tage später von dem Zyklon Sidr überrascht worden sind. Der Sturm hatte etwa 240 Stundenkilometer .
Nachdem ihr Boot gesunken ist, haben sich die drei Männer auf ein selbst gebautes Floß gerettet und in den kommenden Wochen von rohen Fischen und von Meeresschildkröten ernährt.”

Von indischen Fischern wurden sie im ostindischen Bundesstaat Orissa diese Woche gerettet.Sie sollen, nach dem sie mit Kleidung und Nahrung versorgt wurden “sobald wie möglich in ihre Heimat zurückkehren.”

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IV “Kulturtechnik” Essen

Während bei den Fischern der Verzehr von rohen Meerestieren dem puren Überleben half, kocht und isst man in westlichen Gefilden mit Stil– und seit neustem vor der Kamera- vor Millionenpublikum. Vom “Perfekten Dinner” bis zum “Perfekten Promi-Dinner”: wir zeigen uns kreativ mit Überflußware, hups, Nahrungsmitteln oder verkaufen quotenkillermäßig heimelig-ekeliges, was wir nie essen würden, wie bei der Dschungel-Bar im “Dschungel-Camp”. Da zittert das Wohlstands-Publikum mit Bier und Chips vorm Fernsehen… – aber keine Angst, wir müssen dererlei nicht essen, wir haben anderes und davon reichlich. Und ausserdem: Im “Dschungelcamp” gibt es ja seit nunmehr drei Staffeln Dr.Bob, der “unsere VIP´s” vor dem drohenden Magenkollaps rettet.

Heute nun im Martin Gropius Bau zu Berlin, im Rahmen der Berlinale: die Verknüpfung von Doku-Cooking und… Promi-Party-Spass? Name der Veranstaltung: “Kulinarisches Kino” mit Live-Event, 5 Starköche kochen für das Filme schauende Publikum. Filme, die sich im“engeren oder weiteren Sinne mit Essen und Trinken beschäftigen“(inforadio rbb). Unter den Event-Cooks ist der mit17 Gault Milau einem Michelin-Stern ausgezeichnete Thomas Kellermann. Er nahm sich die BBC- Sendereihe “Cooking in the danger zone“des BBC Korrespondenten Stefan Gates vor, und kochte dessen überlieferte Gerichte aus der Antarktis, Tschernobyl und Burma.

Während sich Stefan Gates in Burma eine Gruppe Karen-Soldaten aufsucht, um vor Ort deren Lebens- und Essumstände in der Danger-Zone kennenlernt, (Video at You tube) und den Zuschauer via Film und Tagebuch nachspüren lässt, was er erlebt hat, kocht der Sternekoch Kellermann “in Ambiente mit illusteren Gästen” nach. Partyspaß für den Gourmet?

Während Gates die Versorgung der Karen mit Reis durch Thailand so beschreibt: “without the delivery with rice they would be starving“, äußert sich Kellermann im Interview so:

“In Burma wird Reis in Bambusrohren gekocht. Das Faszinierende ist ja nicht nur, dass man diesen Reis in Bambusrohren kocht, und wenn man ihn selber kocht und Profi ist, und man sieht, wie es gemacht wird, geht einem schon ein Licht auf. Und zuerst sagt man sich, hey, coole Idee, aber wie das ins Bild kommt, wie das dann gegessen wird, wie dann das Bambusrohr aufgeschnitten wird, da möchte man sofort diesen Reis probieren. Das ist einfach so toll dargestellt. Das ist die eine Sache. Das ist ein sehr einfaches Gericht. Und wir haben das nicht mit Bambusrohr, wir machen ein Bambusgelee außenrum, aber das soll auch mit diesem Reis eine Verbindung darstellen.”

Populum clamat et laudat.

V Jared Diamond

Schön, wenn es in diesen Momenten Balsam für die Seele gibt. Lesend, von Menschen etwa, die allgemeingültige Theorien über das was die Welt im innersten zusammenhält, aufstellen, und diese stimmig sind. Die Frage, warum Gesellschaften dumme Dinge tun, beantwortete Pulitzer -Preisträger Jared Diamond in seinem Buch Kollaps-Warum Gesellschaften untergehen mit einer Stufentheorie:

(1) Es kann sein, dass eine Gesellschaft ein Problem nicht voraussieht;

(2) sie mag ein Problem nicht wahrnehmen, selbst wenn es bereits eingetreten ist;

(3) sie mag ein Problem zwar erkennen, aber keine Anstrengungen unternehmen, es auch zu lösen;

(4) die Eliten der Gesellschaft schotten sich von den Folgen ihrer eigenen Handlungen ab, was den Kollaps beschleunigt. (zitiert nach freitag)

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VI Es sprach….- Zitatenschatz über Birma Udo Lindenberg über Birma- als Abenteuer: ” In Sumatra habe ich jetzt Eingeborene getroffen, die kratzten an mir wie an E.T. … Jetzt will ich in die Antarktis zu meinen Freunden, den Pinguinen. Ich war in Burma, wo kein Handy mehr klingelt. Mein Leben ist ein ewiges Abenteuer“ (Bild-Zeitung,17.05.2006)

VII Blog4Burma-Feed!

Die Artikel der Blog4Burma-Blogger sind nun auch als RSS-Feed abonnierbar. Darin alle aktuellen Beiträge von in|ad|ae|qu|at, adaequat, Daburna, Blogger for Freedom, Bloguer ou ne pas bloguer, News HQ, Adicie und Khaipi.

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Birma in virtual media 2/2008

January 19, 2008

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I Die neue Hauptstadt

Pyinmana Naypydiaw ist seit März 2007 offiziell die neue Hauptstadt der Militärregierung. Sie liegt in nördlicher Richtung 320 km von der ehemaligen Hauptstadt Rangoon entfernt.

2 km von der ehemaligen Holzfällerstadt Pyinmana errichtete man ab 2005 das neue Regierungsviertel, dass man Naypydiaw nannte Naypidaw bedeutet “Sitz der Könige”. Pläne die Hauptstadt von Rangoon weg zu verlegen gab es bereits seit 2001, wurden jedoch von der Regierung verheimlicht. Erst am 7.11.2005 wurde bekannt, dass am 6.11.2005 mit der Verlegung der Ministerien und Behörden begonnen wurde.

Im März 2007 wurde die etwa 97400 Einwohner zählende Stadt zur offiziellen Hauptstadt erklärt. Pyinmana sei durch seine zentrale Lage geographisch besser als Rangoon geeignet, da die Stadt aus allen Landesteilen leicht zu erreichen sei. so wikipedia. Wie die Stadt aussieht zeigt ein Film, der auch erstmals Satellitenbilder vom Wohnhaus des Generals eingefangen hat.


III Zauberwort

Nach dem erfolgreichen Gebrauch in Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Technologie geistert ein englisches Zauberwort nun auch durch die Weltpolitik- die Roadmap, die Straßenkarte, als Synonym für eine Strategie oder einen Projektplan. Eine Charakterisierung liest sich so:

“Kennzeichnend für die Roadmap ist der nur vorbereitende Charakter und die grobe Planung der auszuführenden Schritte über einen längeren Zeitraum, diese umfasst in der Regel mehr als ein Jahr. Die Roadmap dient dazu, langfristige Projekte in einzelne, leichter zu bewältigende Schritte zu strukturieren, wobei Unsicherheiten und mögliche Szenarien zur Zielerreichung betrachtet werden. Roadmaps werden verwendet, um (langfristig) Fehlentscheidungen zu vermeiden.”wikipedia

Doch Vorsicht!Ob zur Rettung des Weltklimas, zur Erhaltung der Koalition oder als zukünftiges Regierungsprogramm einer Militärdiktatur :Wer von Roadmap redet, aber das Ziel nicht kennt, verfährt sich.” (freitag).

IV Than Shew´s roadmap zum nationalen Feiertag

Zum sechzigsten Jahrestag der Unabhängigkeit ließ Than Shwe in einer offiziellen Feierstunde vor 5000 Soldaten und Offiziellen “dem Volk und der Öffentlichkeit” verkünden, er habe auch eine Roadmap. In einer Botschaft an das Volk forderte er das Volk auf, ihn und seine konzipierte Roadmap zu unterstützen:

(They should) “cooperate in realising the state’s seven-step road map with union spirit, patriotic spirit and the spirit of sacrifice.” so Turkish press.

In sieben Punkten geht es mit “spirit” zum Ziel. Doch die Zielsetzung mutet ideel und moralisch an. Wohin die Reise des Landes geht, ließ er an diesem Tage unverkündet. Klare Inhalte, klare Perspektiven und Zielsetzungen lässt er vermissen. “Seven steps” als Synonym, das war s.

Vielleicht ließ er seine Abwesenheit an der Feierlichkeit deshalb entschuldigen? So geschehen übrigens bereits 2007, wie das Asienhaus berichtete: “In der administrativen Hauptstadt Naypyidaw / Pyinmana wurde eine Erklärung Than Shwes verlesen, der sich zu diesem Zeitpunkt in Singapur einer Behandlung unterzog.”

392638513_8e24ee4c34_m.jpgSein persönlicher roter Teppich blieb leer. Auch ein Signal an diesem, für das Land so wichtigen Nationalfeiertag. Im Sinne eines “Nationalfeiertags” bleiben zwei Personen zudem nicht erwähnt, nicht gewürdigt, deren Verdienstefür die Nation mehr als wichtig sind: die Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, und ihr für Unabhängigkeit im Zweiten Weltkrieg kämpfender Vater Aung San- Symbolfiguren, ohne Frage.

“Than Shwe did not want to mention Aung San only because of Aung San Suu Kyi. If he glorified the role of Aung San, in a sense, he was also glorifying Aung San Suu Kyi. It’s like America celebrating the Fourth of July without mentioning Washington” -Sean Turnell, Myanmar -Experte/ Macquarie University, Australia- “Man kann nicht nicht kommunizieren”, sagte schon Paul Watzlawick, und der Feiertag bleibt “in Junta Fesseln”.(News HQ)

Die Oppositionspartei gedachte des Tages in Rangoon: “Die NLD, Oppositionspartei des Landes feierte 400 km entfernt in Rangoon mit 300 Unterstützern “under the watchful eyes of 50 plainclothes security officers.”..

V Zukunft?

Wie sehen (Exil-) Birmanen die Zukunft des Landes fragte sich die Mitteldeutsche Zeitung. Stimmen:

-«Wir müssen hoffen, dies ist unsere letzte Chance», sagt der Exilbirmane mit Tränen in den Augen. «Wir können ja schließlich nicht nochmal 20 Jahre warten.»

– «Ich bin nicht optimistisch, wenn ich in die Zukunft blicke», sagt eine Dissidentin in Rangun, die sich nach «sechs Jahren, fünf Monaten und sechs Tagen» in den Kerkern des Regimes ins Privatleben zurückgezogen hat. «Die Opposition, das sind doch alte Männer, alles ehemalige Offiziere. Und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist eine Galionsfigur, aber allein regieren kann sie auch nicht.»

VI Habemus roadmap

„Die Diplomatie ist in gewisser Weise die Kunst der Hoffnung“ Auch Papst Benedikt interessiert sich für Politik , Diplomatie… und roadmaps. Zum traditionellen Neujahrsempfang der akkreditierten Vatikan- Botschafter hielt er eine Rede, die seine Einstellung zur aktuellen Weltpolitik widerspiegelt. Gewiß ein Zeitdokument zur Lage der Nationen aus christlicher Sicht. Die Rede im ganzen Text findet man bei Zenit.

Zu Birma äußerte er sich wie folgt: “Und ich bitte den Herrn, dass in Myanmar mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft eine Zeit des Dialogs zwischen Regierung und Opposition beginnt, bei dem die Respektierung aller Menschenrechte und fundamentaler Freiheiten wirklich gewährleistet wird”

VII Domradio

Anlässlich des Unabhängigkeitstages von Birma führte das Domradio aus Köln, Radiosender der katholischen Kirche, ein Interview mit Stefan Huppertz, dem Myanmar Referent von Maltheser international.(Audio, öffnet in Real Player). Er beschreibt seine Einschätzung der Lage im Land nach den September-Unruhen, sowie die Arbeit der Hilfsorganisation vor Ort. “Egal wie sich die politischen Rahmenbedingungen verändern werden, die Bevölkerung wird noch über Jahrzehnte auf Hilfe von Außen angewiesen sein.Deren Situation ist mehr als dramatisch” erklärt der Experte. ( Zusammenfassung des Interviews bei Radio Vatikan)
für Gewiß steht die Führung des Landes unter Druck. Denn erneut hat sich der UNo- Sicherheitsrat zu Wort gemeldet, und ” den Machthabern des südostasiatischen Landes mangelnde Fortschritte bei der Demokratisierung vorgeworfen.”(NZZ)

VII historische Fußnote: 1948

1948, das Jahr der Unabhängigkeit Birma´s vom britischen Commonwealth, ist eines dieser Jahre der Weltgeschichte, die viele welthistorischen Veränderungen mit sich brachten- Auswirkungen und Entwicklungslinien sind noch heute global spürbar. Auf wikipedia eine Übersicht, daraus

einige Stichwörter: Erschießung Gandhi´s/ Unterzeichnung Marshall Plan/Gründung des Staates Israel/ Berliner Luftbrücke/Erklärung der Menschenrechte/George Orwell schreibt “1948” und hat 60 Jahre Recht behalten ..

“In many ways, 1948 has defined the world we live in today.” schreibt Otto Spijkers von der Universität Leiden /NL , der ein lesenswertes Blogprojekt über dieses Jahr ins Leben rief.

VIII Blog4Burma 2008

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Das Netzwerk”Blog4 Burma” geht ins neue Jahr- und es wird gewiß weiterhin einiges zu berichten geben.

Das Netzwerk, das übrigens die magische Schallmauer der “100 Tage” durchbrochen hat besteht aus den BloggerInnen:

in|ad|ae|qu|at, adaequat, Daburna, Blogger for Freedom, Bloguer ou ne pas bloguer, Adicie, News HQ und Khaipi.

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