Archive for the ‘Nargis’ Category

7.08.08: vom “Zeichen setzen” und “Exempel statuieren”

August 8, 2008

I Zeichen setzen

“Schnell nochmal Burma/Birma /Myanmar in den Focus der Presse rücken, und Zeichen setzen” schien die gestrige Parole des amerikanischen Präsidenten auf seiner Asien- Rundreise gewesen zu sein.                                                       “Noch einmal Flagge zeigen, bevor es zu spät ist, und der Focus verrutscht. ”

Than Shwe antwortet auf diese Zeichen, und stellt klar: An der klaren Linie seiner Politik lässt sich nicht rütteln. Auch wenn der olympische Gedanke über den Globus getragen wird, und  gerade weil sein Land  am nächsten Tag einen Gedenktag hat: 20 Jahre Studentenunruhen.                                                         So liegen an nur einem Tag in dieser unseren globalisierten Welt Solidaritätsbekundung  und Abschreckung nah beieinander.

II Solidarität

a) Worte im Trocknen

So traf sich George Bush mit burmesischen Dissidenten in Bangkok/Thailand. Nett, dass er dafür Zeit hatte, liest sich das Programm seiner Asienrundreise doch sehr dichtgedrängt.(White House)

In Gesprächen und einer anschliessenden flammenden Rede sicherte er den Freiheitskämpfern zu,

“mit China über die Probleme in Burma zu sprechen”, denn die USA,wolle sich  für  “ein Ende der «Tyrannei» in Burma einsetzen.” Er rief das Regime auf, die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und alle anderen politischen Häftlinge freizulassen.”(Aargauer Regionalportal)

Bush träfe am Wochenende, ebenfalls zu Gesprächen politischer Natur mit Präsident Hu Jintao, Ministerpräsident Wen Jiabao und Vizepräsident Xi Jinping zusammen.

Ein Mann, ein Gespräch, ein Versprechen:                                                               “We seek an end to tyranny in Burma,”(World News, Australien)

b) as close as…

Indes zeigt sich die First Lady praktischer veranlagt- und wird durch den Regen an der thailändisch-burmesischen Grenze nass.                                                  The “outspoken critic of the junta” (BBC)  besuchte das mit 35 000 Karen-Flüchtlingen besetzte Flüchtlingslager Mae-La an der  thailändisch-burmesischen Grenze.                                                                                              ” So nah an Burma dran war sie noch nie” schreibt die Washinton Post ,  nicht ohne Stolz im Reporterstift, und Begleit-Video auf der Webside, und berichtet über ihren Besuch wie folgt:

“There Laura Bush carried out some first-lady-like activities, sitting in on English and math lessons for students in the Mae La refugee camp…”

USA Today ergänzt:

“Student Saw Aung Nay Lin shyly approached the chalkboard and wrote, a bit ungrammatically: “My life in refugee is better than Burma but I don’t have opportunity to go outside my camp.

Danach besuchte sie das Krankenhaus des Camps unter der ärztlichen Leitung von  Cynthia Maung, ”                                                                                  described by many as the Mother Teresa of Burma, and learned how doctors there treat thousands of poor Burmese for cataracts, missing legs and other problems.” Der Besuch sei Teil einer Kampagne des Weissen Hauses, um den Druck Amerikas auf die Militärregierung zu demonstrieren.

Befragt nach der Situation in Burma, 20 Jahre nach den Studentenunruhen  sagte sie:                                                                                                                           “Twenty years have gone by — everything is still the same or maybe worse in Burma,” she said. “We know that Burma is a very rich country, rich in natural resources. And the junta uses those resources to prop themselves up for their own benefit, not for the benefit of the people of Burma.”

Auf die Frage, warum sie und ihr Mann dennoch zur Eröffnung der olympischen Spiele in ein Land fahren, das international als der grösste Unterstützer und der burmesischen Regierung gelte, antwortete sie:

“As you know, the Chinese depend on a lot of energy imports into China. . . . We urge the Chinese to do what other countries have done — to sanction, to put a financial squeeze on the Burmese generals.…The best solution would be if General Than Shwe’s regime would start real dialogue,” (BBC,Washington Post)

Sprach´s und reiste wieder ab- der Flieger nach Peking wartete.

III  Abschreckung als  Dialogbereitschaft

Derselbe Tag in Burma. Angesichts des bevorstehenden Gedenktages “20 Jahre Studentenunruhen im Land” ist für die burmesische Führung Anlass genug gegeben, zu zeigen was von einer “Dialogbereitschaft” wie von Laura Bush gefordert, gehalten wird- nichts.                                                                         Abschreckung ist besser.

Unruhen hatte das Militär erwartet, und bereitete sich zeitig vor. Der britische Telegraph schreibt bereits am 03.08.:

Thousands of heavily-armed Burmese security forces have been moved to the outskirts of Rangoon days before the twentieth anniversary of an uprising which came close to bringing down the military regime.” Ein westlicher Diplomat beschrieb  die Lage auf den burmesischen Strassen so:

“They are keeping large numbers of security personnel inside the city, out of sight. If they see a single protester in the street he will be picked up in minutes.

Als diese Absicherung organisiert war, verkündete die Militärführung,              “Prime Minister Thein Sein will attend the opening ceremony of the Olympic Games in China.” (Radio Australia)
Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Ein öffentliches Vorzeige-Opfer, das am Pranger der Militär-Justitia steht, gibt es dann pünktlich am Vorabend des Gedenktages.

IV Maung Thura,  genannt Zarganar

Denn an diesem Tag wurde dem regimekritischen Künstler Zarganar(übersetzt: die Pinzette), seit 1986 kritischer Beobachter und extremer Kritiker der Regierung,  der Prozess gemacht. Just an diesem Vorabend des Gedenktages. Verhaftet zu werden war für das Ehrenmitglied des P.E.N. (BNU berichtete)und praktizierenden Kämpfer für die  nichts Neues, doch hatte  er in  Vergangenheit immer mehr oder weniger “Glück gehabt”, die Strafen gemildert, und so wieder frei gelassen.

Jetzt statuierte die Regierung ein Exempel, und erreichte Abschreckung im Volk.Dazu die Times:

“The repressive and secretive junta released no details of the trial of Maung Thura, which took place in a closed court, deep inside the country’s most notorious prison.                                                                                                    His sister-in-law, Ma Hdway, said that the comedian, film director and activist, better known as Zarganar, was charged with five crimes, including unlawful association and creating public unrest.”

Was war geschehen? Nachdem der Zyklon Nargis Anfang Mai in Burma wütete organisierte der unumstritten  beliebteste Comedian und Schauspieler des Landes ein Hilfsnetzwerk für die  Zyklon-Opfer im Irrawaddy Delta auf. Mit Hilfe von Spendensammlungen sollten die dort lebenden Opfer zumindest das Nötigste zum Überleben erhalten: Essen, Trinken, Decken und Moskitonetze. Unterstützt wird er von 400 Freiwilligen. Hilfslieferungen wurden ins Delta gebracht, und überdies auch Filme über den Zustand der Region gedreht- und per Email und DVD verbreitet.                                                                                                   “These gave the lie to the Government’s claim that the disaster was under control and added to anger at its refusal to allow foreign emergency workers into the delta.”, (Times).                                                                                                    Die Militärs fühlten sich bedroht. Doch Zargana ging weiter und gab der Zeitung The Irrawaddy am 02.Juni ein ein Interview über die Arbeit im Delta(unbedingt lesenswert !!)                                                                                                       Daraufhin durchsuchten Soldaten des Militärs sein Haus, Hilfsgelder in Höhe von 1000 $ wurden beschlagnahmt, der burmesische “Charlie Chaplin” festgenommen. (BBC) Doch wieder freigelassen. Und er fuhr wieder ins Delta, um  dort zu filmen. Wieder werden die Filme verbreitet. Als er zurückkehrt wird er verhaftet.

His films included                                                                                                  “scenes in some of remote villages stricken by the storm — heartbreaking, stomach-turning images of rotting bodies, desperate people and government neglect.”(Times)                                                                                                       Eine erneute Verhaftung erfolgte, als er aus dem Delta zurückkehrt. Gestern der Prozess. Ein Schauprozess an geheimen Ort?

This time, it seems, his luck has run out. It could be years, even decades, before the junta decides to free him.”

Am gleichen Tag, wie bereits erwähnt,  in Bangkok. Präsident Bush, seine Rede vor den Dissidenten.

“Er rief das Regime auf, die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und alle anderen politischen Häftlinge freizulassen.”(Aargauer Regionalportal)

Sprach´s, und flog nach Peking. Olympia wartet, diesmal mit dem Leitmotiv: “One world, one dream”

VII zum Schluß

Zum Schluß- Zeilen aus Zangarnar´s Feder- ein burmesischer Witz,  mit bitterem Geschmäckle. Voilà.

George Bush, Hu Jintao (Präsident der VR China) und der burmesische Militärdiktator gingen zusammen zu Gott.
George Bush fragte Gott: “Wann wird die USA die mächtigste Nation der Welt werden?”
Und Gott antwortete:”Während Deines Lebens nicht mehr !”                         George Bush begann bitterlich zu weinen.

Darauf fragte Mr. Hu, wann China das reicheste Land der Welt werden würde.   Und Gott gab ihm die gleiche Antwort.Ebenso wie Bush begann Hu Jintao an zu weinen.
Zum Schluß fragte ,  Than Shwe, selbsternannter “Vater der burmesischen Nation” Gott, wann Burma endlich wieder genügend Wasser und Elektrizität für sein Volk haben würde.

Diesmal war es Gott, der in Tränen ausbrach:                                                          “In meinem Leben nicht mehr.”

(orginal text at Everyone needs therapy)

In diesem Sinne: Free Zarganar!!

Nargis-Chronik II, “Irrawaddy- Delta”, 02.05.2008

May 14, 2008

I Einleitung+ Hinweis auf das B4B-Network

Nachdem in Teil I der Nargis-Chronik versucht wurde, Entstehung und Verlauf des Zyklon darzustellen, beschäftigt sich Teil II mit nur einem Tag, dem 02.05.2008 .An diesem Freitag fegte Nargis über das Irrawaddy Delta.

Da a es auch in diesem Beitrag um Vergangenes gehen wird, sei bereits vorab auf folgende Beiträge des Netzwerks Blog4Burma hingewiesen, die aktuell über das Geschehehen berichten:

Inadaequat über die Groteske der Hilfslieferungen und den Tag des Schein Referendums, News HQ vergleicht “vorher-/nachher-“Aufnahmen der Nasa, Daburna recherchierte aussagekräftiges Videomaterial des Zustands im Land nach dem Sturm.

Pour lire en francais, voire Kathy et Blouger ou ne bloguer avec des actualites

Hablas espagnol? Birmania libre !!

…und überhaupt gibt es praktischerweise einen Newsfeed des Netzwerks im Abo hier— das Neuste vom Netzwerk frisch on the screen!

II Chronik Teil II

a) 02.05.2008

An diesem Freitag gibt The Financial Express Bangladesh das neuste Bulletin des Meterologischen Instituts wieder. Bangladesh sei tatsächlich außer Gefahr, Nargis habe sich bereits auf die Küste des benachbarten Burma hinzubewegt, und habe dort bereits die südliche Küste erfasst. ” It is expected to move in an easterly direction and complete crossing Myanmar coast by Friday night, the bulletin said”

The Irrawaddy informiert freitags aus dem thailändischem Refugium über das Eintreffen des Zyklons, und seinen anzunehmenden Weg. Dabei beruft es sich auf das Bulletin und ergänzt: ” The path of the storm may cross Rangoon, Burma’s largest city.”

Trotz diverser Warnungen seien weder die Militärregierung noch ansässige Hilfsorganisationen auf das Eintreffen des Zyklon vorbereitet, um Hilfe leisten zu können, schreibt die Zeitung weiter. Das regierngstreue Fernsehen und Radio hätten zwar Warnungen veröffentlicht, “but due to the lack of electricity, many Burmese in coastal areas, especially outside of cities, were unaware of the storm’s approach.” Ein Bewohner in Sittwe, einer der größten Küstenstädte “said people there briefly heard news warnings on the BBC and RFA, but they had little specific information.”

Mutmassungen, warum die Kommunikation zwischen Regierung und Bevölkerung nicht klappte, kommen wie auch immer, zu spät. Ein Wind mit Stärken von 192 km/h, dazu Regenmassen literweise. Kann Radio Menschen erreichen, Mut machen?” fragte adaequat einst in seiner lesenswerten Untersuchung über die Radiolandschaft Burmas- unter den hier gegebenen Umständen hätte das Medium mit einem “situationsbezogenen Programm” so “manche Menschen” erreicht.

Und eine andere Lücke, neben dem “lack of electricity” tut sich am darauffolgenden Tag auf. USA Today sprach erstmals mit dem Leiter des burmesischen Meteorologischen Dienstes, “who spoke anonymously because he was not authorized to speak to the media”. Die Folgen eines Zyklons als Unauthorisierte Wahrheiten. Schert sich ein Zyklon um Authorisierung die der Leiter kundtut- oder Wahrheiten über die Folgen eines Zyklons, der auf Authorization nicht wartet? Der Leiter aus der Anonymität heraus prognostiziert: “The damage will be extensive as the cyclone passed through many densely populated areas.”

The Hindu beschreibt als erste Zeitung den Zyklon-Verlauf durch das Delta : On Friday morning, Nargis lashed Haing Gyi Island, coastal region of the country’s southwestern Ayeyawaddy division. The cyclone’s speed was once as high as up to 192 km per hour, while it was 120 km per hour as it swept across some main regions such as Pathein, Myaungmya, Laputta, Mawlamyinegyun, Kyongmange, Bogalay, Chaungtha, Ngwesaung, Tharyawaddy and Gwa”

Die erste deutschsprachige Newsquelle, Wetter24 , kommentiert am 2.5. um 6:37 früh Satelittenbilder der Nasa. Der Sturm werde eine Geschwindigkeit bis zu 300 km/h erreichen können, und sei somit in die Kategorie 4 einzustufen. Nargis “hat enormes Zerstörungspotenzial”.

Und weiter:
“Aber auch dort, wo der Sturm nicht unmittelbar für Zerstörung sorgen wird, gibt es ebenso weiter landeinwärts Bedrohungen durch enorme Niederschlagsmengen. Denn ein tropischer Sturm führt immer eine große Menge Wasserdampf mit sich, die er über dem warmen Wasser des Indischen Ozeans aufnimmt, und aus dem er die Energie bezieht.”

Das Delta in der Katastrophe. Haupt-Versorgungswege unbenutzbar,von der Menschheit abgeschnitten, Menschen auf sich selbst gestellt. Die Rhein-Zeitung berichtete in der Pfingst-Ausgabe über die Geschichte der Myo Sander Tun aus Labutta an jenem Freitag: “Die dreieinhalb Meter hohe Flutwelle hat sie überrascht. Die Familie von Myo Sander Tun hatten sich vor dem Zyklon gerade auf das Dach eines Lagerhauses in Labutta im Irrawaddy-Delta gerettet. Doch dann kamen die Wassermassen, die sie fortrissen. Etwa 50 Verwandte hat die Birmanin durch den Zyklon verloren, darunter ihre Mutter und ihren Großvater “(RZ , 12.05.Abschrift)

Am Abend lässt die Militärregierung wissen, sie habe den Ausnahmezustand in der Krisenregion ausgerufen.

“In some towns in the Irrawaddy delta, where the massive cyclone landed on Friday night having gathered steam in the tropical waters of the Bay of Bengal, more than half of buildings had been damaged or collapsed, official newspapers said.(Brisbaine Courier Mail)

Offizielle Todesopfer?

“The only deaths linked to the bad weather so far happened late Friday when three women drowned while trying to cross a canal on the Yangon River in Yangon, according to dock workers. The workers refused to be identified for fear of government reprisals. The women’s boat capsized in rough waters and heavy winds, the workers said.” (USA Today)

Und Nargis bewegte sich weiter, auf Rangoon zu. Was dort passierte, interessierte plötzlich die ganze Welt, und ist daher in einem eigenen Beitrag zu behandeln.

III In memoriam: Here comes the flood/Peter Gabriel

Text below.

Here comes the flood

When the night shows the signals grow on radios
All the strange things they come and go as early warnings
Stranded starfish have no place to hide
Still waiting for the swollen easter tide
There´s no point in direction
We cannot even choose a side
Crowd

Lord here comes the flood
We´ll say goodbye to flesh and blood
If again the seas are silent in any still alive
It´ll be those who gave their island to survive
Drink up dreamers you´re running dry

I took the old track
The hollow shoulder, across the waters
On the tall cliffs
They were getting older; sons and daughters
The jaded underworld was riding high
Waves of steel hurled metal at the sky
And as the nails sunk in the cloud
The rain was warm and soaked the crowd

When the flood calls
You have no home, you have no walls
In the thunder crash
You´re a thousand minds, within a flash
Don´t be afraid to cry at what you see
The actors gone, there´s only you and me
And if we break before the dawn
They´ll use up what we used to be

Nargis-Chronik I, 25.04.-01.05.

May 9, 2008

I Einleitend

Ein Sturmtief bekommt in der Meteorologie einen weiblichen Namen. Diesmal einen indischen- wegen des Entstehungsortes. Einen, den die indische Schauspielerin Fatima A.Rashid als Künstlernamen trägt: Nargis. Was der Zyklon am vergangenen Wochenende in Burma anrichtet, war mehr als ein Schau-Spiel, mehr als der Beginn der “Zyklonsaison 2008 im Nordindik“- es war/es ist die verheerendste Katastrophe des Landes schlechthin. Schäden und Folgen sind noch nicht festell- , höchstens überschaubar. “Es wird davon ausgegangen, dass.., es wird geschätzt”: rund 24 Millionen Betroffene, mutmassliche 60.000 Opfer, drohende Seuchengefahr, Militärregierung behindert Hilfe (n-tv, Stand:Mittwoch, 07.05.)

Kaum ist der overview hergestellt, tauchten Fragen auf- Fragen wie :

Wer hat was wie früh gewußt, und hat(oder hat nicht) wen davon informiert?

-Wer hat im Bewusstsein dieser Informationen gehandelt- und wer nicht?

-Was hätte verhindert werden können ?

In einem BBC Artikel wird die Suche nach “dem Wissen um den Zyklon” erörtert. Nicht nur Laura Bush, Amerika´s First Lady klagt an:

She “has accused the military government of failing to act to protect its people.She says the Burmese authorities were well aware of the threat from Cyclone Nargis, but failed to issue a timely warning to those in the path of the storm.” Die Militärjunta in Antwortpflicht:

“Timely weather reports were announced and aired through the television, and radio in order to keep the people safe and secure in nationwide“- Ansagen zur Beruhigung? Ansagen gab es wohl, bestätigen Augenzeugen, jedoch seien diese so unklar gehalten, dass die Bevölkerung nicht wusste, was sie damit anfangen sollten. Und sie kamen zu spät. “Officials from the UN’s disaster reduction agency in Geneva say it is clear many people did not have time to seek refuge in secure buildings.”

Mit offenen Fragen an die Militärregierung endet dieser BBC-Artikel: “..how prepared the country was for such a storm and how many lives could have been saved if a tried and tested early warning system was in place. “

II Spurensuche im Netz

  • War der Zyklon, seine Stärke rechtzeitig vorhergesagt?
  • Wurden die Vorhersagen im “stillen Kämmerlein” geheim gehalten, oder öffentlich gemacht?
  • Wie früh wurde prognostiziert, gewarnt, berichtet?

Birma News United chronologisierend- recherchierend. Dieser Teil I für den Zeitraum 25.04.-01.05. in dem eines klar wird: Berichte und Warnungen gab es – genauso wie täglich sicherer werdende Prognosen.

a) Freitag, 25.04.2008

Die Hindu Business Line ist schnell als verlässliche Quelle über den “Stand der Entwicklungen” ausgemacht. Eie verlässliche Quelle. Bereits eine Woche vor dem Niedergang des Zyklons, am 25.04. gibt es hier eine erste Meldung zu finden.

Es gebe einen wachsenden Konsens verschiedener internationaler Meteorologen-Modelle

“about the brewing cyclone in the Bay of Bengal moving initially in a north-northwest direction towards India’s southeast coast (Tamil Nadu-Andhra Pradesh). But the strong system, to be called Nargis as per the tropical cyclones naming protocol, is seen taking a recurve from just off the Tamil Nadu coast and heading back towards the central Bay on its way to making a landfall on the Myanmar-Thailand coast around May 1.”

b) Sonntag 27.04.2008

Die Hindu Business Line gibt die Ergebnisse des “Joint Typhoon Warning Centre”(JWTC) des amerikanischen Militärs wieder. Eine Zyklon-Formation im Golf von Bengalen habe die Nummer “95B” erhalten, die aktuelle Windstärke sei zum Zeitpunkt der Messung bei geschätzten 46-55 km/h, bewege sich jedoch nur langsam vorwärts, er stehe förmlich in der Luft, “wirbelnd”. Ab einer Geschwindigkeit von 64 km/h kann man bereits von einem Zyklon sprechen. Die Wetterverhältnisse seien günstig, damit sich der Zyklon rasch bilden könne.

(rauhe See vor Sidr, November 2007, via flickr)

c) Montag 28.04.2008

“Ich hoffe , wir alle erinnern uns an den Zyklon Sidr vom November 2007. Nach diesem sollte man meinen, diese Region habe eine (Zyklon-)Pause verdient- aber der Zyklon Nargis könnte andere Ideen haben”.

Mit diesem Satz beginnt der Meteorologe Chris Mooney auf thedailygreen seine Prognose zum Verlauf des sich bildenden Zyklon “Nargis”. Die “Nummer “95B” hat einen Namen bekommen. Mit Hilfe der Satellitenbilder des meterologischen Instituts der Universität Wisconsin prognostitiert Mooney den weiteren Verlauf als schwer gefährlich. Bis zu dem kommenden Wochenende könne Stärke 4 der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala erreicht werden. Das gefährliche an dem Sturm sei, dass über einen aufgeheizten indischen Ozean komme. Es gäbe keine störenden Luftmassen, die den Sturm aufhalten würden. Wo genau der Sturm am kommenden Wochenende niedergehe, wisse Mooney nicht, er blieb vorsichtig: “No one is sure where the storm will make landfall, but India, Bangladesh, and Burma/Myanmar all have worrying to do.” (Allerspätestens bei diesen Zeilen wird man als Chef einer Regierung nachdenklich oder? Es ist Tag 4 vor dem Sturm!)

Doch nicht nur diese Länder sollen sich “bereit halten”, mahnt Mooney in seinem Appell: Much of the world has been relatively quiet of late for hurricanes – but it’s important to bear in mind that that has not been the case for the North Indian region. Storms may also be fewer, but stronger when they do occur.”

Am gleichen Tag meldet die indische Küstenregion Indiens Orissa, den achten Todesfall aufgrund der anhaltenden Hitzewell, die dort herrscht.Sundergarh sei die heisseste Stadt der Region, es seien dort 42,4 Grad Celsius gemessen worden, berichtet The Hindu.- Man hoffe auf Regen.

(loud formation :heating effect, via flickr)

d) Dienstag, 29.04.2008

Bereits einen Tag später ist die Kategorie 4 erreicht. Hindu Business Line berichtet, der Wind bewege sich derzeit mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h, verbleibe jedoch noch immer “over the west central and adjoining southwest and southeast Bay of Bengal” . In den nächsten 48 Stunden jedoch könne sich der Zyklon weiterbewegen und Geschwindigkeit von 231 km/h erreichen, ebenfalls sich zu einem Zyklon der Kategorie 5 ausbilden, so das JWTC. Ein Niedergang des Sturmes sei eventuell in der burmesischen Küste am Freitag zu erwarten, prognostitiert das Centrum. Hindu Business Line formuliert es mit den Worten:

“…But the landfall over the Arakan coast of Myanmar around May 2 should see it huff and puff a little, before decelerating.”

The Telegraph/Indien beruft sich auf das meteorologische Zentrum in Bhubaneswar. Dieses bestätigte, It ” is likely to intensify further and move in a north-westerly direction for some more time. Thereafter, it was likely to recurve and move north-east.” Aber momentan ist fast Stillstand, Nargis “dräut” im Golf von Bengalen.

Für Indien gibt das indische Meteorologische Institut für die Küstenregionen eine Unwetterwarnung heraus. Fishermen are advised not to venture into sea.

Bangladesh ist bereits in Alarmbereitschaft. Nargis`nächste Station? Noch immer ist der Zyklon Sidr in den Köpfen der Bevölkerung präsent, der im November 2007 schätzungsweise für etwa 3500 Todesopfer und 2 Millionen obdachlos gewordene Bangladeshi verantwortlich war. Zudem zerstörte der Zyklon die Reisernte-1,8 Milionen Tonnen.(VoA) Dieses Jahr sei eigentlich eine gute Reisernte in Sicht. Doch Nargis stürmt weiter. 1200 km südwestlich der Küste von Chittatong, und könnte die Kraft haben, die Ernte zu zerstören. Eine genaue Ortung findet sich bei The Financial Express Bangladesh, die sich auf das staatliche “Met Office” berufen: “1,170-km south-west of Chittagong Port, 1,100-km south-west of Cox’s Bazar Port, and 1,050-km south-south-west of Mongla Port” , die Geschwindigkeit liege bei 90-115 km/h. Die See sei sehr rauh- daher sollten Boote und Dampfer nicht in See stechen.
China Post vom selben Tag: it is likely to hit in two or three days”. Nur wo? Wird es Bangladesh treffen?

(Rice-field after Sidr, via flickr)

d) Mittwoch, 30.04.2008

Das Aufatmen der indischen Bevölkerung ist lesbar. Newkerala schreibt: “People in the eastern coast of India heaved a sigh of relief of Wednesday as a cyclone in the Bay of Bengal started to move away, towards Myanmar.

Die Hitzewelle in der ostindischen Provinz Orissa mit Werten bis zu 45,2 Grad Celsius sorgte hier bereits für eine Katastrophe- es gab nach offiziellen Angaben elf Tote, inoffiziell waren es bereits 56.

Ortswechsel-Bangladesh. Gulf News: Nargis sei zwar 1020 km von der Küste entfernt, aber “Sea will remain very rough over North Bay and high near the cyclone.” -Sturmwarnung für die Häfen Chittagong, Cox’s Bazar and Mongla. Vorbereitende Maßnahmen zur Evakuierung der Menschen, die in “vulnerable places “leben, sollen getroffen werden. Alarmstufe rot für das Land. Radio Australia meldet um 10.25 h Ortszeit: “Meteorologists say Cyclone Nargis is intensifying and is heading towards the coast. It will hit the Chittagong area on Friday afternoon.”

China News beschreibt die Lage um 18.00h: The tropical storm was centered about 705 km south-southwest of Bangladesh’s southeastern Chittagong Port, about 215 km southeast of capital Dhaka”

e) Donnerstag, 01.05.2008

Die Richtung wechselt- die Warnung für Burma!

“Nargis has tracked east-northeastward at eight knots (15 kmph), in sharp contrast”

Unter Berufung auf das The India Meteorological Department (IMD) und das Asian Disaster Preparedness Centre (ADPC) schreibt Hindu Business Line: “Nargis is likely to undergo another round of intensification and move in an east-northeasterly direction to cross the Myanmar on Saturday night…..The multi-hazard early warning system (EWS) at the Asian Disaster Preparedness Centre (ADPC) here has said Nargis is likely to slam down on the southern Myanmar coast around 7.30 p.m. on Saturday, according to forecasts generated through simulation runs.”

Auch über “Aktivitäten der Militärregierung Burma´s” berichtet der Artikel. Mr.A.R.Subbaih, der Director des ADPC habe der Zeitung auf Anfrage erklärt: “The Myanmar Cabinet has already set into motion a disaster preparedness drill after having been formally informed by the ADPC about the impending landfall of the strong cyclone…”

Ein “launischer Sturm” war das- doch er zieht an Bangladesh vorbei , so das meteorologische Office Daily Star, der sich in seinem Artikel mit dem Aufatmen der Bevölkerung, aber auch mit einer guten Vorbereitung auf den Ernstfall beschäftigt:

Rund 4500 Einsatzkräfte und 280 ärztliche Teams wurden innerhalb von zwei Tagen mobilisiert n vorbereitenden Massnahmen der Bangladeshi für den erwarteten Ernstfall beschäftigte.

Die Nachricht erreicht auch die China News: Bangladesh is out of danger from Cyclone Nargis as it bypassed Bangladesh’s coasts and moved towards Myanmar Friday. The meteorological office here said the cyclone moved eastwards and was crossing Myanmar coast at 18:00 (12 GMT) Friday.”

Die kurze Meldung schliesst zweifelnd: “The weather officials had earlier said Nargis was weaker than Cyclone Sidr”

Bereits wenige Stunden später sollte man es wissen.

– in Teil II-: der Tag des “landfall”, der 02.05.

III Blog4 Burma

Will die Reihe ” Chronik…” auf Birma News United das Vergangene ver-gegenwärtigen, kümmern sich die Kollegen des Netzwerks mit ihren Artikeln um die Gegenwart und Zukunft:

Inadaequat über die Unfähigkeit, sich eine Vorstellung zu machen und über Fakten, Phrasen und Fragen im Zeichen des Referendums,

News HQ sieht das Referndum in Gefahr und “positive Aspekte” für die Junta

Daburna zeigt ein Al-Jazeera-Video,

Bloguer ou ne pas bloguer? bringt tägliche Nachrichten auf französisch,

Kathy analysiert die Verantwortung der Junta.

Adaequat sucht nach konkreten Hilfeleistungen, und findet nicht nur den Arbeiter-Samariterbund, sondern verweist zudem auf zwei Online-Kampagnen.

Khaipi mit einem UNICEF-Aufruf