Posts Tagged ‘Burma’

Man- and- nature- made- catastrohy

March 26, 2009

b4blittle

-english excerpt: The swiss assurance "Swiss RE" issued a statistic
about "Castastrophes of 2008". Cyclone Nargis causes the most death
victims, "noone has an assuarance"-Report

I Swiss Re

Die schweizer Rückversicherung “Swiss Re” zog Bilanz  und veröffentlichte einen Bericht der  “Natur und Man-made Katastrophen” im Jahr 2008   (download deutsch)

Das  48 Seiten starke Werk, führt, nach einer allgemeinen Einführung in das Thema und einer Beschreibung der Folgen für Versicherer die Katastrophen des vergangenen Jahres auf 21 Seiten  noch einmal statistisch akriebisch genau vor Augen.

311 Katastrophen gab es die in Sektionen aufgeteilt den Leser an  Bilder und Töne der Medien, die darüber berichteten, erinnern. Nüchterne Zahlen und Statistiken in der Form zusammengestellt gibt es im Nachgang… bei einer Versicherungsagentur?

erstaunlich?erstaunlich! erstaunlich.

II  Zahlen kompakt:

– 311 Katastrophen  des Jahres 2008 , davon 137 Naturkatastrophen wie Zyklone, Überschwemmungen, Erdbeben, Dürre etc. und 174 “man -made” Katastrophen:

“Die von Menschen verursachten Schäden forderten 5600 Todesopfer. Die meisten starben bei Schifffahrts- und Bootsunfällen sowie bei Bombenattentaten und sozialen Unruhen. Bei den dadurch entstandenen versicherten Schäden in Höhe von 7,8 Milliarden Dollar fielen Industriegroßbrände, Explosionen und Schäden im Energiesektor am stärksten ins Gewicht”(Welt)

– 248 500 Todesopfer weltweit, davon 228000 Menschen im asiatischen Raum, davon 138 000 während des Zyklon Nargis

-wirtschaftlicher Schaden gesamt: 269 Mrd. US Dollar,davon enttanden Schäden in Höhe von 44,7 Mrd. durch Naturkatastrohen

Die Kosten für die Sachversicherer, sofern vorhanden,  beliefen sich auf 52,5 Mrd USD

II Nargis

die Fakten zu “Nargis”, dem schwersten Unglück in der Geschichte Burmas:

-84 500 Tote, 53 800 Vermisste, 1,5 Millionen Obdachlose.

– das zweit schwerste Beben der Region seit der Flutkatastrophe 1970 in Bangladesh

–  mit der Summe von exakt 138 373 Todesopfern liegt Zyklon Nargis auf “Platz 1 der todesreichsten Katastrophen des Jahres.

III Versicherungsfall Burma?

Und dennoch: ein “Versicherungsschaden” sei nicht entstanden, entgegen etwa dem chinesischen Erdbeben. Hier wird der Versicherungsschaden auf 366 Mio. US Dollar berechnet. Die Erklärung liest sich mit “westlichen” Augen leicht: Versicherungen gibt es in Burma, sowie in anderen asiatischen Ländern, nicht.

Die Folge, so die Swiss Re:

Privatpersonen und Unternehmen müssen die Schäden selber zahlen– wenn sie denn können.

nargis


Haft und Menschenrecht in Burma

September 10, 2008

Seit Anfang September wurden zwei Berichte veröffentlicht, die sich mit den Themen pooiltische Gefangene und mit den Menschenrechten in Burma beschäftigen. Überraschend Neues gibt es nicht- in beiden Fällen ist duie Situation “wie gehabt”. Birma News United fasst sie zusammen, und berichtet über zudem über neuere Entwicklungen im Fall der häftlinge Zarganar und Nasy Phone Latt. 

I 2.September: politische Häftlinge?

Am 2.September meldete sich die Assistance Association for political prisoners”(AAPP) zu Wort, und veröffentlicht eine Erklärung zur aktuellen Situation politischer Häftlinge. 

Ihr Sprecher Tate Naing erinnert an ein Versprechen der regierenden Partei SPDC aus dem Jahr 2007:            “At the end of 2007 when Gambari came [to Burma], the SPDC said that those who were arrested in August-September had been released and promised that that there would be no further arrests..” (DVB)    Doch es hat sich nichts geändert. Die AAPP zeigt in ihrer Pressemitteilung, dass sich nichts geändert hat. Die Junta verurteilt weiter, bereits Inhafterte werden keinstenfalls freigelassen. Allein im August     “at least 39 activists in August 2008, and 21 activists were imprisoned.”                                                  Im ersten Halbjahr 2008 beläuft sich die Zahl der Inhaftierten bereits auf 286 Menschen.                         Diese sind großteils  Mitglieder der National League for Democracy (NLD) oder Mitglieder studentischer Organisationen wie der HRDP, oder ganz einfach “nur” Menschenrechtsaktivisten. Die Verhaftungen seien nicht nur wegen aktuell begangener Straftaten sondern auch wegen Aktivitäten aus dem August bzw. September 2007 erfolgt. Viele von ihnen seien verhaftet, direkt verurteilt  und in direkt Arbeitslager geschickt worden.

Dass der Diktator Than Shwe das oben beschriebene Versprechen nur aus diplomatischjem Geschick heraus versprach, war AAPP-Verantwortlichen klar. Enttäuscht sieht  Ko Tate Naing die vergangene  UN-Missionen gescheitert. Wieder einmal. Trotz des Aufrufs der UN und des Besuchs eines hohen Kommisars im Land. Tate Naing zieht den Schluß:

“the regime continues to arrest and imprison democracy activists with impunity. This means that the regime is not cooperating with the United Nations or the International Community. Due to these facts we need to reconsider the process of UN involvement in Burma.”

Abschliessend fragt er, 

“Wie lange Zeit die UN und ihre Mitgliederstaaten noch brauchen werden,

“to understand that the rule of law does not exist in Burma and that the people they recognize, refer to and negotiate with as the government of Burma are nothing more than an illegal and brutal dictatorship?”

In zwei Anhängen  gibt die Organisation am Ende der Veröffentlichung die Name der Gefangenen mit Adresse, Begründung der Verhaftung, Strafmaß und Gesundheitszustand bekannt, und macht so auf erneute Menschenrechtsverletzungen greifbar

-eine Online Petion der AAPP “Free Burma Prisoners” findet man hier

 

 

II Schauprozesse im August: Nay Phone Latt und  Zarganar 

In Ergänzung zu der Veröffentlichung der AAPP sei berichtet, dass im Schatten Olympia´s und vor der Ankunft Ibrahim Gambari´s in Schauprozessen drei bekannt gewordene Regimekritiker und Menschenrechtaktivisten verurteilt wurden..

a) Nay Phone Latt 

Eine erneute Verurteilung widerfuhr dem burmesischen Internet-Aktivist und Betreiber mehrerer Internetcafés Nay Phone Latt am 12.08. Dies berichtete am 13.08. Reporter ohne Grenzen :  

Nay Phone Latt wurde am 29.01. verhaftet und in das Insein-Gefängnis gebracht, wo er seitdem gefangen gehalten wird. Er besass damals ein auf der schwarzen Liste des Militärs stehendes Video- verboten, unsd so lautete die erste Anklage 

Nay Phone Latt was initially charged under article 32 (b) of the Video Act, which carries a maximum sentence of six months in prison.” 

Am 07.Juli wegen Diffamierung des Staates  nach Artikel 505 (b)  auf unbestimmte Zeit verhaftet, fand man zu dem neuen Termin im August neue Beweise gegen ihn:

“The police said they found articles showing disrespect for the government in his email inbox. He was  charged under sections 33 (a) and 38 of the Electronic Act”

Wie hoch das Strafmaß ist ist unbekannt. Auf seinem in burmesischer Sprache gehaltenen  Blog , der bis zum 22.01. geführt wurde findet man einzelne Passagen in englisch. Etwa diese, vom 10.1.:

r ေပးမယ့္လူကို ေစာင့္ေနဆဲပါ။ ဘာပဲျဖစ္ျဖစ္ We Blog … We Unite ဆိုသလို ဆံုၾကရေအာင္ပါ။ အခက္အခဲနဲ႔ သိခ်င္တာေလးေတြ ရိွရင္ ဒီဖံုးနံပတ္နဲ႔ 

und dann folgt, in roter Schrift:

–Access has been denied–

über Nay Phone Latt: inadaequat vom 02.02. und  03.02., 

 

b) Zaganar (s.a. BNU vom 07.08.)

Zwei Tage später, am 15.August wurde der  Comedian Zarganar verurteilt.

Dass der “Charlie Chaplin Burma´s” einen Schauprozess erhalten würde, mutmassten Beobachter schon seit seiner Verhaftung im Juni. Sie sprachen sogar von einer geplanten Vergeltungsmaßnahme der Junta ihm gegenüber. Denn von der erneuten  Verhaftung bis zur Verurteilung ließen die Militärs ihn ihre Macht spüren. Mehrfach wurde ein Anhörungstermin festgesetzt, der jedoch kurz vor der Durchführung platzte.(Mizzima News vom 07.08)

Dem seit 1988 fünf Mal verurteilten Maung Thura aka Zarganar wurden sieben Anklagepunkte zur Last gelegt.  Ifex berichtet am 18.08. :

He was charged  “with violation of Section 505(b) and Section 295 of the Criminal Code Damaging or Defiling a Place of Worship with Intent to Insult the Religion), Section 17(2) of the Unlawful Associations Act, Sections 32(b)/36 of the Video Act and Sections 33(a)/38 of the Electronics Act.”

Zudem seien Photos von ihm auf Exil-burmesischen Webseiten erschienen, wie etwa Mizzima News und Irrawaddy. Dies beweise zarganar´s Unzufriedenheit gegenüber der Militärregierung.                               “They also submitted the transcript of a radio interview given by Zarganar to BBC and VOA,” Aung Thein said.”

Zargananar erhielt eine Gefängnisstrafe, die aufgrund der Verurteilung nach Art.33(a)/38 und 505(b) zwischen 7 und 17 Jahren variieren kann.

                                                                                                                                         

III 08.09.: Menschenrechte?

Was für die politischen Häftlinge gilt, gilt auch für die Menschenrechte- keine Veränderungen.Ein Beweis mehr liefert die Human Rights Documentation Unit (HRDU), des National Coalition Government of the Union of Burma Am 08.09. veröffentlichten sie   das  Human Rights Year Book 2007. Mit 964 Seiten und 380.000 Wörtern ist es

” not only the largest and most comprehensive report ever published by the HRDU, but is also quite likely the single largest report ever produced on the human rights situation in Burma.”(NCGUB)

Die Documentation Unit trug in demHandbuch tausende Nachrichtenartikel, UN-Stellungnahmen und Berichte aus dem Jahr 2007 zusammen und                                                                                    “ documents the continuing and systematic perpetration of human rights violations in Burma as they occurred across the country throughout 2007.” 

Die Bilanz im vierzehnten Erscheinungsjahr ist wie erwartet ernüchternd. Das Jahr 2007 in Burma  war geprägt durch Menschenrechtverstöße jeder Art: Erpressungen, Mißhandlungen, willkürliches Handeln und Verhaftungen, Zwangsumsiedelungen, Presse- und Internetzensur u.v.m.                                      Dr. Sann Aung, Präsident der HRDU kommentiert:

“Whether we look at it in terms of the time elapsed since the Saffron Revolution last year or over a longer timeframe since the uprisings in 1988, the result is the same…..While it is difficult to say conclusively that the human rights situation in Burma is getting worse, we can say that it certainly isn’t showing much improvement.”

Das aktuelle Human Rights Year Book 2007 ist, ebenso wie die älteren Ausgaben  auf der Homepage des NCGUB  downloadbar.

IV B4B-Blog 4 Burma

Das Netzwerk B4B schreibt aus  fünf Nationen über die Entwicklungen in Burma. Am aktuellsten ist man über den abbonierbaren Feed informiert.


Gambari II

August 29, 2008

Der vierte Besuch Gambari´s- er war gescheitert. Einstmals nachgerade tollkühne ausgeführte Aktionen, wie etwa das “ausser Landes Schmuggelns” eines Briefes von Aung San Suu Kyi´s im November 2007

“that appealed to the country’s military leaders to put aside their differences with her and to work together on national reconciliation for the sake of the whole country.”(Asian Times)

gehören der Vergangenheit an. Selbst die Verfasserin des Briefes wollte den ehemaligen Aussenminister Nigerias diesmal nicht sehen.

Geht man auf die Suche nach Gründen für das Scheitern, kommen einige mögliche Gründe zusammen. Spurensuche.

I Die Kunst, mediale Präsenz zu terminieren

Das Ehepaar George und Laura Bush hätten ihre Asien-Reise, die Begegnungen mit burmesischen Dissidenten und den burmesischen Flüchtlingen zeitlich nicht besser planen können:

Sie waren beide auf der Durchreise zur Eröffnung der medialen Supershow des Jahres, der Olympiade in Peking.  Bevor sie begann. Was sie also  auf diesem “Zwischenstopp” zu sagen hatten, was sie an Versprechen mit  nach Peking nahmen, und vorab der chinesischen und burmesischen  Regierung via Presse mitzuteilen hatten wurde verstärkt wahrgenommen.  Danach geschrieben und gelesen.(BNU berichtete). Nach dem Aufenthalt in Bangkok ging es weiter nach Peking, die Eröffnungsfeier. Und ein Tross Journalisten und Fotografen, Kameramänner und Frauen flog gewiss mit.

Ibrahim Gambari flog “hinterher” in die asiatische Region. Nachzügelnd sozusagen. Während die ” Medien-Show des Jahres” noch in vollem Gange war, und den  Focus verrutschten ließ- der olympische Geist wehte, und galt medial eingefangen zu werden. Das Medieninteresse nur halb so groß.Die Aufmerksamkeit halb so groß.

Was wäre gewesen wenn die Reise vorgezogener stattgefunden hätte? Wäre er dadurch mehr ins global-medial Interesse gerückt? Hätte er dann mehr bewirken können?

II Die UN unter Druck- Die Sache mit den Hilfsgeldern

Ibrahim Gambari reiste im Auftrag einer Institution, die nur vier Tage zuvor öffentlich zugestehen musste, dass schätzungsweise 1,56 M $ der gespendeten Hilfsgelder für Burma an die Junta “verloren” gegangen seien. Verloren im Umrechnungsdschungel. Verloren im Umrechnungsreglementierungswerk und den Deviseneinfuhrbestimmungen der Militärjunta und  deren komplizierten Reglementierungen.

World News Australia erläutert am 14.08. das Einfuhrverbot der burmesischen Regierung.                                                                                                          Wenn die UN harte US-Dollar ins Land brächte, erhalte es als Gegenwert sogenannte ” Foreign Exchange Certificates (FEC)”, die eigentlich dem Wert eines Dollars entsprächen. Diese können nun in die burmesische Währung Kyat umgetauscht werden

“but they are being changed at a rate of about 900 kyats to one, or 23 per cent less than the current exchange rate of 1,170 kyats for one US dollar”

Bereits Ende Juli hatte man dies vermutet, damals war man jedoch von einem Verlust in Höhe von 10 M$ ausgegangen.

Damals hatte der Independent u.a. darüber berichtet, und den Entschuldigungsversuch des zuständige UN Sekretär “for human affairs”John Holmes, zitiert:

“We were arguably a bit slow to recognise… how serious a problem this has become for us,”

Weiter heisst es:

“Mr Holmes said he did not know where the money was going or who was directly benefiting.” Und dann musste er doch noch etwas zugeben: UN Mitarbeiter hätten ja soetwas schon seit Juni “geahnt”.

Einen Monat später nun berichtet WorldNews Australia, über einen hilflosen UN-Koordinator vor Ort, Daniel Baker. Dieser muß nun zugeben, dass nicht das ganze Geld erhalten wurde, und weiß um die Reaktion der Spender:

“donors are extremely worried and keen to see that this issue is resolved”(Australian World News)

Die Zeitung beschliesst ihren Artikel mit noch einer Zahl:

“Rebuilding Burma’s cyclone devastated regions and providing aid to millions of victims is expected to cost $US1 billion ($A1.14 billion) over the next three years.

Mit diesen Zahlen im Hinterkopf reiste ein US-Gesandter nach Burma “also known as Myanmar”. Reist in das Land um politisch zu verhandeln, ein Schwert des finanziellen Alptraums im Nacken.                                                                          (Aus dem finanziellen Blickwinkel heraus hätte sich Than Shwe aber wenigstens sehen lassen können- um “danke” zu sagen. Die feine englische Art ist das auch nicht unter Diplomaten.)

III Das Militär unter Druck unterdrückt

Als Gambari nach Burma reiste, hatten die Burmesen bereits eine erneute Welle von Repressalien hinnehmen müssen. Die Junta reagierte gewohnt brutal, nachdem innerhalb von nur zwei Tagen

  • Bush Dissidenten traf
  • die olympischen Spiele eröffnet wurden, und damit die kritische Auseinandersetzung des chinesischen-burmesischen Verhältnisses noch kritischer unter die Lupe genommen wurde
  • und nicht zuletzt der Gedenktag der 1988´er Revolte ins Haus stand

An jenem 08.08., dem Gedenktag des Aufstandes von 1988 demonstrierten die Junta einmal mehr ihre Machtpotentiale. Wohlweisslich hatten sie zeitig  dafür gesorgt, daß Kundgebungen und Demonstrationen im Land im Keim erstickten.

Aus den Reihen des Blog4 Burma Netzwerks berichten über den Tag bereits ausführlich:

Adaequat beschreibt, wie schon frühzeitige “Massnahmen”der Militärs sichtbar waren, Kundgebungen zu unterdrücken, Demonstranten zu inhaftieren.

inadaequat stellt historisch -und moralische Verknüpfungen um den 08.08. zussammen, und resümiert umfassend.

Kathy fasst den Tag für französische Leser zusammen

Birmania Libre zeigt Videos und Fotos des Tages

Ergänzend sei hier auf einen Artikel aus der Gulf Times vom 09.08. verwiesen, der dias Vorgehen der Militärs einmal mehr schildert:

“Myanmar’s junta arrested 48 activists yesterday for a protest march marking 20 years since the army crushed an “8-8-88” democracy uprising with the loss of an estimated 3,000 lives, an opposition official said. The group of mainly young men in t-shirts bearing the numbers 8-8-88 – a reference to the August 8, 1988 nationwide revolt – staged a silent walk through the northwest town of Taunggok before being stopped by a police barricade.“They were all picked up and are being questioned at the moment,” Ko Thein Naing, a local official from the opposition National League for Democracy, told Reuters.. “

War es den Burmesen im eigenen Land nicht möglich sich laut zu äußern, taten dies Exil-Burmesen und Sympathisanten im(benachbarten)  Ausland:

“In Bangkok and Manila, dozens of protesters chanted anti-junta slogans, burnt Myanmar flags and waved placards calling for the release of democracy icon and Nobel peace laureate Aung San Suu Kyi..”

siehe über Aktionen im Ausland auch: CNN ” Protest mark Myanmar  anniversery ”

(via Irrawaddy)

IV Un-Endlosschleife

Und die UN? Sie formuliert Forderungen an Than Shwe und diktiert so Gambari´s Marschroute, standhaft diplomatisch .

“The United States is steadfast in its call for Burma’s leaders to immediately release these and all other political prisoners. The regime also must begin a genuine dialogue with the democracy movement’s leaders and ethnic minority leaders on a true transition to democratic government. Improved relations between the two countries depend on the Burmese regime taking credible steps in this direction.”(VoA, am 13.08.)

Gründe mag es ergo viele gegeben haben, warum in den sechs Tagen nicht so recht geklappt hat, mit den heeren Zielen der UN und Mr. Gambari in Burma. Doch wichtig ist, und bleibt “was hinten rauskommt”- und das ist in diesem Fall wenig, und wird schwerstens kritisch reflektiert.

Etwa im Wall Street Journal vom 28.08.

“Why bother? With no real resolve at the U.N. or the Association of Southeast Asian Nations to bring about political change in Burma, Mr. Gambari’s visits are meaningless. The generals recognize that. It’s time the U.N. did, too.”

V zum Schluß- der “Vertipper”

Burma, Birma, Myanmar- man erklärt ja immer wieder gerne,  dass diese drei Bezeichnungen ein und  das selbe Land meinen, fast “spielt” man mit den Synonymen. Wie etwa die Time :

“Burma, also known as Burma….”

7.08.08: vom “Zeichen setzen” und “Exempel statuieren”

August 8, 2008

I Zeichen setzen

“Schnell nochmal Burma/Birma /Myanmar in den Focus der Presse rücken, und Zeichen setzen” schien die gestrige Parole des amerikanischen Präsidenten auf seiner Asien- Rundreise gewesen zu sein.                                                       “Noch einmal Flagge zeigen, bevor es zu spät ist, und der Focus verrutscht. ”

Than Shwe antwortet auf diese Zeichen, und stellt klar: An der klaren Linie seiner Politik lässt sich nicht rütteln. Auch wenn der olympische Gedanke über den Globus getragen wird, und  gerade weil sein Land  am nächsten Tag einen Gedenktag hat: 20 Jahre Studentenunruhen.                                                         So liegen an nur einem Tag in dieser unseren globalisierten Welt Solidaritätsbekundung  und Abschreckung nah beieinander.

II Solidarität

a) Worte im Trocknen

So traf sich George Bush mit burmesischen Dissidenten in Bangkok/Thailand. Nett, dass er dafür Zeit hatte, liest sich das Programm seiner Asienrundreise doch sehr dichtgedrängt.(White House)

In Gesprächen und einer anschliessenden flammenden Rede sicherte er den Freiheitskämpfern zu,

“mit China über die Probleme in Burma zu sprechen”, denn die USA,wolle sich  für  “ein Ende der «Tyrannei» in Burma einsetzen.” Er rief das Regime auf, die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und alle anderen politischen Häftlinge freizulassen.”(Aargauer Regionalportal)

Bush träfe am Wochenende, ebenfalls zu Gesprächen politischer Natur mit Präsident Hu Jintao, Ministerpräsident Wen Jiabao und Vizepräsident Xi Jinping zusammen.

Ein Mann, ein Gespräch, ein Versprechen:                                                               “We seek an end to tyranny in Burma,”(World News, Australien)

b) as close as…

Indes zeigt sich die First Lady praktischer veranlagt- und wird durch den Regen an der thailändisch-burmesischen Grenze nass.                                                  The “outspoken critic of the junta” (BBC)  besuchte das mit 35 000 Karen-Flüchtlingen besetzte Flüchtlingslager Mae-La an der  thailändisch-burmesischen Grenze.                                                                                              ” So nah an Burma dran war sie noch nie” schreibt die Washinton Post ,  nicht ohne Stolz im Reporterstift, und Begleit-Video auf der Webside, und berichtet über ihren Besuch wie folgt:

“There Laura Bush carried out some first-lady-like activities, sitting in on English and math lessons for students in the Mae La refugee camp…”

USA Today ergänzt:

“Student Saw Aung Nay Lin shyly approached the chalkboard and wrote, a bit ungrammatically: “My life in refugee is better than Burma but I don’t have opportunity to go outside my camp.

Danach besuchte sie das Krankenhaus des Camps unter der ärztlichen Leitung von  Cynthia Maung, ”                                                                                  described by many as the Mother Teresa of Burma, and learned how doctors there treat thousands of poor Burmese for cataracts, missing legs and other problems.” Der Besuch sei Teil einer Kampagne des Weissen Hauses, um den Druck Amerikas auf die Militärregierung zu demonstrieren.

Befragt nach der Situation in Burma, 20 Jahre nach den Studentenunruhen  sagte sie:                                                                                                                           “Twenty years have gone by — everything is still the same or maybe worse in Burma,” she said. “We know that Burma is a very rich country, rich in natural resources. And the junta uses those resources to prop themselves up for their own benefit, not for the benefit of the people of Burma.”

Auf die Frage, warum sie und ihr Mann dennoch zur Eröffnung der olympischen Spiele in ein Land fahren, das international als der grösste Unterstützer und der burmesischen Regierung gelte, antwortete sie:

“As you know, the Chinese depend on a lot of energy imports into China. . . . We urge the Chinese to do what other countries have done — to sanction, to put a financial squeeze on the Burmese generals.…The best solution would be if General Than Shwe’s regime would start real dialogue,” (BBC,Washington Post)

Sprach´s und reiste wieder ab- der Flieger nach Peking wartete.

III  Abschreckung als  Dialogbereitschaft

Derselbe Tag in Burma. Angesichts des bevorstehenden Gedenktages “20 Jahre Studentenunruhen im Land” ist für die burmesische Führung Anlass genug gegeben, zu zeigen was von einer “Dialogbereitschaft” wie von Laura Bush gefordert, gehalten wird- nichts.                                                                         Abschreckung ist besser.

Unruhen hatte das Militär erwartet, und bereitete sich zeitig vor. Der britische Telegraph schreibt bereits am 03.08.:

Thousands of heavily-armed Burmese security forces have been moved to the outskirts of Rangoon days before the twentieth anniversary of an uprising which came close to bringing down the military regime.” Ein westlicher Diplomat beschrieb  die Lage auf den burmesischen Strassen so:

“They are keeping large numbers of security personnel inside the city, out of sight. If they see a single protester in the street he will be picked up in minutes.

Als diese Absicherung organisiert war, verkündete die Militärführung,              “Prime Minister Thein Sein will attend the opening ceremony of the Olympic Games in China.” (Radio Australia)
Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Ein öffentliches Vorzeige-Opfer, das am Pranger der Militär-Justitia steht, gibt es dann pünktlich am Vorabend des Gedenktages.

IV Maung Thura,  genannt Zarganar

Denn an diesem Tag wurde dem regimekritischen Künstler Zarganar(übersetzt: die Pinzette), seit 1986 kritischer Beobachter und extremer Kritiker der Regierung,  der Prozess gemacht. Just an diesem Vorabend des Gedenktages. Verhaftet zu werden war für das Ehrenmitglied des P.E.N. (BNU berichtete)und praktizierenden Kämpfer für die  nichts Neues, doch hatte  er in  Vergangenheit immer mehr oder weniger “Glück gehabt”, die Strafen gemildert, und so wieder frei gelassen.

Jetzt statuierte die Regierung ein Exempel, und erreichte Abschreckung im Volk.Dazu die Times:

“The repressive and secretive junta released no details of the trial of Maung Thura, which took place in a closed court, deep inside the country’s most notorious prison.                                                                                                    His sister-in-law, Ma Hdway, said that the comedian, film director and activist, better known as Zarganar, was charged with five crimes, including unlawful association and creating public unrest.”

Was war geschehen? Nachdem der Zyklon Nargis Anfang Mai in Burma wütete organisierte der unumstritten  beliebteste Comedian und Schauspieler des Landes ein Hilfsnetzwerk für die  Zyklon-Opfer im Irrawaddy Delta auf. Mit Hilfe von Spendensammlungen sollten die dort lebenden Opfer zumindest das Nötigste zum Überleben erhalten: Essen, Trinken, Decken und Moskitonetze. Unterstützt wird er von 400 Freiwilligen. Hilfslieferungen wurden ins Delta gebracht, und überdies auch Filme über den Zustand der Region gedreht- und per Email und DVD verbreitet.                                                                                                   “These gave the lie to the Government’s claim that the disaster was under control and added to anger at its refusal to allow foreign emergency workers into the delta.”, (Times).                                                                                                    Die Militärs fühlten sich bedroht. Doch Zargana ging weiter und gab der Zeitung The Irrawaddy am 02.Juni ein ein Interview über die Arbeit im Delta(unbedingt lesenswert !!)                                                                                                       Daraufhin durchsuchten Soldaten des Militärs sein Haus, Hilfsgelder in Höhe von 1000 $ wurden beschlagnahmt, der burmesische “Charlie Chaplin” festgenommen. (BBC) Doch wieder freigelassen. Und er fuhr wieder ins Delta, um  dort zu filmen. Wieder werden die Filme verbreitet. Als er zurückkehrt wird er verhaftet.

His films included                                                                                                  “scenes in some of remote villages stricken by the storm — heartbreaking, stomach-turning images of rotting bodies, desperate people and government neglect.”(Times)                                                                                                       Eine erneute Verhaftung erfolgte, als er aus dem Delta zurückkehrt. Gestern der Prozess. Ein Schauprozess an geheimen Ort?

This time, it seems, his luck has run out. It could be years, even decades, before the junta decides to free him.”

Am gleichen Tag, wie bereits erwähnt,  in Bangkok. Präsident Bush, seine Rede vor den Dissidenten.

“Er rief das Regime auf, die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und alle anderen politischen Häftlinge freizulassen.”(Aargauer Regionalportal)

Sprach´s, und flog nach Peking. Olympia wartet, diesmal mit dem Leitmotiv: “One world, one dream”

VII zum Schluß

Zum Schluß- Zeilen aus Zangarnar´s Feder- ein burmesischer Witz,  mit bitterem Geschmäckle. Voilà.

George Bush, Hu Jintao (Präsident der VR China) und der burmesische Militärdiktator gingen zusammen zu Gott.
George Bush fragte Gott: “Wann wird die USA die mächtigste Nation der Welt werden?”
Und Gott antwortete:”Während Deines Lebens nicht mehr !”                         George Bush begann bitterlich zu weinen.

Darauf fragte Mr. Hu, wann China das reicheste Land der Welt werden würde.   Und Gott gab ihm die gleiche Antwort.Ebenso wie Bush begann Hu Jintao an zu weinen.
Zum Schluß fragte ,  Than Shwe, selbsternannter “Vater der burmesischen Nation” Gott, wann Burma endlich wieder genügend Wasser und Elektrizität für sein Volk haben würde.

Diesmal war es Gott, der in Tränen ausbrach:                                                          “In meinem Leben nicht mehr.”

(orginal text at Everyone needs therapy)

In diesem Sinne: Free Zarganar!!

Rehabilitated Italian Stallion in Burma

February 26, 2008

b4blittle.jpg

-Liebe Leser, der subjektiven Wort-Satz-Melange zum Thema "Rambo", Teil 2, als Nachfolger des Beitrags "statt Blumen...". In diesem Beitrag geht es weiterhin um die Rezeption der Kunstfigur Rambo und die Rezeption des Films.In del.icio.us(rechte Sidebar) ergänzend einige Artikel direkt hinterlegt.

I The beginning

1982-“first blood” : “Als ihn ein Kleinstadtsheriff in die Enge drängt, brennen dem Ex-Green Beret die Sicherungen durch. Rambo verschanzt sich in den Wäldern und liefert der repressiven Staatsmacht einen erbitterten Kampf.” Fuchs von fm4 fasst für Langzeit-Vergessliche hintergründig die Trilogie zusammen.

II Rambo=

amerikanischer Action-Held? Rambo ist der härteste aller Action-Helden. Mit Maschinengewehr oder Kampfmesser metzelt die Kampfmaschine mit bulligem Oberkörper seit 1982 das Böse nieder.“(pro)

– oder Antiheld? “..denn dieser Vietnamveteran namens John Rambo bewegt sich haarscharf am Rande einer Psychose. Wie so viele Kriegsheimkehrer fühlt er sich unerwünscht im eigenen Land, verspottet, ausgestoßen. “(fm4). Seine Heimat wusste “nichts mit ihm anzufangen , und so setzte er sich auf die einzige Art und Weise zur Wehr,die er kannte: mit den Mitteln des Krieges.”(critic)

Die Frage nach dem Gesundheitszustand amerikanischer Kriegsveteranen ist auf jeden Fall neu entfacht. “What happens to mental health care of Vets?” fragt The American Prospect, und stellt aktuelle wissenshaftliche Untersuchungen vor, nach denen die Selbstmord-Rate in Amerika sehr hoch ist.

– oder “kulturpolitische Frontsau”?

Beeindruckte Rambo im ersten Teil noch als von seinen Albträumen geplagter Vietnam-Veteran, so degenerierte er in der Folgezeit zur kulturpolitischen Frontsau der Reagan-Ära.”, “vom getriebenden Vietnamveteranen zum waschechten Reagonomic mit Panzerkörper.“(Hamburger Abendblatt)

b4bnhq2.jpg

II Rambo 2008

a) christliche Freude enttäuscht Radio Vatikan, verkündete am 02.03.07 frohlockend: “Der vierte Teil des Action-Films „Rambo“ soll ein christlicher Film werden. Das kündigte Action-Star Sylvester Stallone jetzt an. Stallone werde in dem Film, der Anfang nächsten Jahres ins Kino kommt, die Hauptrolle spielen. Als „John Rambo“ begleitet er Christen auf Missionsreise in ein fremdes Land und wird am Ende, beeindruckt von der Lehre Gottes, selber zum Christen. Der Hollywood-Star Stallone war Ende der neunziger Jahre wieder in die katholische Kirche eingetreten. Seitdem versucht er, seine Filme christlich zu prägen.”

Drei Monate später traut das katholische Magazin pro seinen Augen nicht, und fragt irritiert: In tödlicher Mission oder missionarisches Töten?” und weiter
“Rambo ist der Inbegriff des Ballermanns…., mit nacktem Oberkörper, der das Maschinengewehr sprechen lässt, wenn Worte aus irgendwelchen Gründen ausgegangen sind. Umso mehr hat es verwundert, als Sylvester Stallone im März letzten Jahres ankündigte, sein neuer Streifen werde christliche Töne anschlagen.”

Oberflächlicher “christlicher “Handlungsstrang: Rambo hilft christlichen Missionaren, die auf dem Weg sind ihren Glaubensbrüdern und -schwestern, Medikamente und die Bibel zu bringen. Tiefere Symbolik- wohl eher nur alt-testamentarisch: Der alternde Held als “Schlangenjäger”, oder das “Auge um Auge-Prinzip”. Der Standard findet Kain und Abel:
“… religiöse Anklänge, wenn der pazifistische Missionar im Moment der Not doch zum Stein (!) greift und den Gegner erschlägt.”

b) Kollegen loben: Weltlich lobende Worte, für den Drehbuchschreiber, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person aus anderem Munde: “Überschwänglich lobende Worte für Regisseure sind nichts Außergewöhnliches in Hollywood, doch in diesem Fall klingen sie nach. Stallone – der Organisator, der Motivator, der Strippenzieher. Kurze, bisweilen gar “brutale” Anweisungen als Regisseur. Und rücksichtsloser Umgang mit sich selbst als Darsteller.”(heftig)

c) Reycling

Reto Büchler, Tagesanzeiger mit den Veränderungen 2008 nach 20 Jahren Kultfigur: “Rambos legendäres Unterleibchen hat Ärmel bekommen, Silvester Stallone muss sich die Haare schwarz färben, und die weggesprengten Gliedmassen fliegen einem – dank den Fortschritten der digitalen Tricktechnik – noch etwas schneller um die Ohren.” Und? Der Rest ist Recycling. Als ob die Drehbuchautoren schon gestreikt hätten, setzt sich der Plot fast ausschliesslich aus Versatzstücken der bisherigen Rambofilme zusammen.”

 

d) tödlich!
236 Tote zählte die “Los Angeles Times”. Pro Minute sterben 2,6 Menschen, mehr als in in allen drei Vorgängern zusammengenommen. ” the blood-splattering follow-up to the classic 1980s trilogy”(The Australian). Zugeständnis: “Stallone wollte nach eigenem Bekenntnis das „Grausamste“ inszenieren”(filmdienst):

“Es fliegen die Körperfetzen in Großaufnahme, Kinder werden erschossen und Schädel gesprengt. Mag das Werbematerial zum Film auch noch so sehr betonen, die Effekte dienten dazu, „das Grauen des Krieges zu vermitteln“, so ist doch der emotionale Affekt nie mit dem kunstvollen Spezialeffekt deckungsgleich. John Rambo schwelgt in Strömen von Blut und weidet sich an der Gewalt.”(critic)

“Herumfliegende Gliedmaßen gehören zu den weniger krassen Elementen der abstoßenden, mit dem B-Movie-Plot verzahnten Drastik. Im hyperreal anmutenden Modus der Reihe wird nichts ausgelassen, was an Verknüpfung von Action und Bösem reaktionär erprobt ist. Der Feind ist gesichts- und zahllos, außerdem ultrasadistisch; plündernd, folternd und vergewaltigend. Er schreckt nicht vor grausamster Kindestötung zurück – ein Novum in Hollywood.”(junge Welt)

Herausgekommen, so Fuchs von fm4 ist “Ein groteskes (Kasperl-) Theater der Grausamkeit .., eine Parodie auf ‘Apocalypse Now’ und die ersten zwanzig Minuten von ‘Saving Private Ryan’, unter der Berücksichtigung von Pasolinis ‘Salò’. Mitten drin ein kosmetisch operierter 61-Jähriger mit Perücke, dessen Dialoge sich auf “Fuck the world!” beschränken.”

Dabei habe er künstlerisch “sehr hart daran gearbeitet” diese Brutalität darzustellen, soll Stallone in einem Pressegespräch gesagt haben.” (Augsburger Allgemeine).

Und die Aufregung um die Brutalität kann Stallone nicht verstehen: “Für so entsetzlich und blutrünstig wie ihr halte ich den Film nicht, weil es das ist, was Krieg ausmacht”(linieeins)
Das ist wohl so, denn “In nichts steckt der Mensch so viel Leidenschaft, Wissensdrang und Energie wie in die Vernichtung seiner selbst -sowohl im wirklichen Leben als auch auf der Kinoleinwand. Und wenn etwas zum sogar im Duden zu findenden Synonym des rücksichtslosen Tötungsdrangs geworden ist, dann ist es das Wort “Rambo”.(Hamburger Abendblatt)

rangun.jpg(Der Fluß und die Stadt Rangun, Satelitenbild der ESA, via gmx)

III das “Setting “- Burma

a) Drehort- Suche

Welchen Stellvertreterkrieg will sie(die Figur Rambo) heute, immerhin gut 20 Jahre nach Teil drei und einem kalten Krieg, der ohne Helden endete, noch führen?” Drehbuchautor Stallone entschied sich für Burma. Im letzten Jahr hatte er sich bei der Zeitung “Soldier of furtune”wie folgt erkundigt: Welche ist derzeit die kritischste Situation, in der Menschen anderen Menschen Unmenschliches antun? Wo auf der Welt gibt es sie? Die Antwort der Zeitung war Burma.(daburna berichtete). War das schon die Entscheidungsfindung?

Knapp drei Monate später.Die Frage nach dem Drehort an Sylvester Stallone. Dieser antwortet: “Rambo in den Irak zu schicken, wäre eine Beleidigung für jene Soldaten gewesen, die dort an der Front kämpfen. Zuerst wollte ich den Menschenhandel und die Drogengeschäfte in Mexiko thematisieren. Doch Burma gibt nur schon optisch mehr her. Und John Rambo ist ein Dschungel-Kämpfer.” (20min)

Reto Bühler mutmaßt einen anderen Grund, und denkt über den politischen Wert der Figur und das glanzlos gewordene Alter Ego nach, und argumentiert mittels hsitorischer Distanz: “ Sein heroischer Einsatz auf Seiten der afghanischen Mujahedin in Rambo III zum Beispiel – als proletarisches Alter Ego von Charlie Wilson sozusagen – hat seit dem 11. September 2001 etwas an Glanz verloren. Vielleicht zog es Stallone deshalb ins gottvergessene Burma statt in den Irak.” Was der Film optisch dort hergibt, beschreibt das Hamburger Abendblatt in einem Wort Hackepeter“.

b) Das Schicksal der Karen

Was Rambo in Burma suche, sei, War-Porn: Die Bilder sind erschreckend realistisch, aber spätestens, wenn der über 60-jährige Stallone am schweren MG Fleischsalat zubereitet, verpufft der Aha-Effekt, dass hier, nachdem der niedergeschlagene Aufstand burmesischer Mönche von den Bildschirmen verschwand, ein völlig vergessener Konflikt wieder ans Licht geholt wurde. ” (Hamburger Abendblatt)

Ins Zentrum des Hollywood-Scheinwerferlichts geholt wird der vielschichtige Konflikt stellvertretend auf dem Rücken der Karen, der christlichen Minderheit des Landes. Seit langem verfolgt, massengemordet. “”Gepeinigt im gelobten Land” titelte die Sueddeutsche.

Doch da die Hauptrolle beim “Held an sich” bleibt, werden die Karen zu den “Nebendarstellern Rambos” wie Inadaequat in ihrem Beitrag ausführt und die aktuelle Reaktionen auf den Filmund Situation im Land lesenswer zusammenfast.

“Kein Zweifel, daß dieser Krieg nicht zum augenzwinkernden Comic-Relief taugt, als das die »Rambo«-Vorgänger im kollektiven Gedächtnis sind.”(junge Welt).

IV das Ende des Films

In der fiktiven Handlung des Films wird am Ende alles wieder gut. Die durch die Junta entführten Missionare werden, dank dem Held gerettet, er kann sie wohlbehalten über die Grenze zurück bringen

“… doch hinter der Grenze, in Birma, bleibt alles wie gehabt. “(filmdienst)

Die Welt teilt sich wieder in Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Vorhang zu, Abspann.

Und auch himself hat genug, als der Film denn “endlich” im Kasten war, weiß heftig zu berichten:

“Das war’s. So etwas mache ich auf keinen Fall noch einmal. In meinem nächsten Film sitzen zwei Leute an einem Tisch und unterhalten sich.” Eine “brutale Erfahrung” sei der Dreh zu “John Rambo” gewesen, erinnert sich Stallone an die Arbeit in Nordvietnam. Temperaturen über 40 Grad, ein Set mitten im Dschungel. 165 verschiedene Schlangenarten. Davon 90 giftig. Stallones Worte an die Crew: “Wir erleben hier etwas ganz Besonderes. Wenn wir hier fertig sind, werden wir aufatmen, aber wir werden uns auch hierher zurücksehnen.”


zensur.jpg

V in Deutschland: Zensur

Vor dem Start des Filmes in Deutschland ließ Warner verlauten, “dass John Rambo aufgrund massiver Schwierigkeiten bei der FSK nur in einer um ca. 1 Minute gekürzten Fassung in den Kinos laufen wird.”(Schnittberichte). Wer den unzensierten ungeschnitten Film sehen will, kann dies bei unseren alpinen Nachbarn in Österreich tun, rät Schnittberichte etwaigen enttäuschten Fans, denn “wie die österreichische Seite DVD-Forum.at durch Nachfrage bei einem Mitarbeiter von Warner Österreich in Erfahrung bringen konnte, wird John Rambo bei unseren deutschsprachigen Nachbarn vollkommen unzensiert im Kino laufen.”

fazit.jpg

VI Fazit- wie immer im Leben

Seit 1982 “klafft eine große Kluft zwischen Kritikern und Fans. Die einen sprechen von “Gewaltobsession” und unmenschlicher Brutalität, die anderen lieben den für Gerechtigkeit kämpfenden Einzelgänger.“(Augsburger Allgemeine)

Der erhoffte Zuschauer-Boom blieb auch am zweiten Kino-Wochenende aus. “Rambo IV” sahen “230.000 Besucher in 399 deutschen Kinos…..Nicht schlecht, aber bei weitem nicht so erfolgreich wie Stallones zweites Alter Ego, Rocky Balboa. Die Rückkehr des Straßenboxers Rocky nach Jahren der Kinoabstinenz wollten 2007 am Startwochenende noch 406.927 Besucher sehen. “(Spiegel)

Die Seife zum Film, das Dschungel-Menü zum nachkochen, das Rambo-Püppchen als Schlüsselanhänger. Der Fankult boomt derweil wieder.Allein google findet 16.000 Links unter dem Begriff “Fanartikel”. Die Wirtschafts freuts und lockt frei nach dem Motto:

“Sei Amerikaner, spiele mit Xbox LIVE, gewinne mit Rambo!” (areagames)

VII das letzte Wort hat… – . Sylvester Stallone

a) über heimliches Rauchen

Stallone trifft sich wöchentlich mit Freund Arnold Schwarzenegger, samstags im Hotel…, um zu Rauchen: “Wir müssen uns in einem Hinterzimmer verstecken, weil man ja nirgendwo mehr rauchen darf in Los Angeles…” (presseportal)

b) jedes Date bei Frauen gewinnen “Ihr müsst den Frauen einfach nur klarmachen, dass wenn sie nicht mit euch ausgehen, ihr genau das verspeisen werdet, was sie am meisten lieben. Ob das jetzt ihr Hund oder ihr Vogel ist.”(Chart-King)

c) über charakterliche Veränderungen im Alter

Im Alter wird man “immer zynischer und hat plötzlich das Gefühl, alles besser zu wissen.”(20min)

d) über Wachstumshormone

“Testosteron ist für mich so wichtig für das Wohlgefühl, wenn man älter wird.Jeder über 40 wäre gut beraten, es auszuprobieren, weil es die Lebensqualität verbessert. Denken Sie an meine Worte. In zehn Jahren wird es über den Ladentisch gehandelt.”(Augsburger Allgemeine)

P.S.Nach Redaktionsschluß gefunden: ein Artikel in der Vanity Fair über den Film- unbedingt auch lesen, und Meinung bilden.Meinungen, Kritik und Kommentare, auch konträre, herzlich erwünscht!